3469 Stimmen für den Werkhof

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Diana Hutchinson und Axel Ertelt (links) präsentierten Bürgermeister Michael Brosch das Ergebnis ihrer Kampagne zum Erhalt des Werkhofs an der Frankfurter Straße.

Halver - 3469 Menschen haben letztlich die Petition unterzeichnet, online und auf Unterschriftenbögen. Das ist der Endstand und das klare Votum für den Erhalt des Werkhofs.

Diese Dokumentation erhielt jetzt Bürgermeister Michael Brosch aus den Händen von Diana Hutchinson und Axel Ertelt, die die Kampagne für den Erhalt des Sozialkaufhauses an der Frankfurter Straße im früheren Wippermann-Komplex vorangetrieben haben. 

1917 Unterstützer kamen dabei aus der Stadt Halver selbst. Fast 1500 sind es aber, die von außerhalb ihre Stimme für den Werkhof erhoben haben, eine Tatsache, auf die insbesondere Diana Hutchinson hinwies. Für Auswärtige sei die Einrichtung Alleinstellungsmerkmal der Stadt Halver, betonte sie bei der Übergabe im Rathaus. 

Auslöser, die Online-Petition aufzulegen, sei die Berichterstattung des Allgemeinen Anzeigers über einen möglichen Abbruch gewesen, sagte Ertelt. Diana Hutchinson hatte sich einige Vorlagen daraus ausgedruckt, um beim Herbstlichterlauf am 23. September Stimmen zu sammeln. Die Resonanz hatte sie völlig unterschätzt. „Die Leute haben zum Unterzeichnen Schlange gestanden“, sagt sie im Rückblick. 

Im Ergebnis habe sie Freundinnen mobilisiert, um im Werkhof selbst und beim Halveraner Herbst am 24. September weitere Unterschriften für die Rettung des Sozialkaufhauses zusammenzutragen. Ob dies aber am Ende hilft, die Einrichtung zu retten, blieb im Gespräch mit dem Bürgermeister offen.

Im Gespräch mit Vertretern des Discounters Lidl, der auf dem innerstädtischen Wippermann-Grundstück einen neuen Markt errichten will, habe er durchaus den Eindruck gehabt, dass diese Stimmungslage in Halver „im Hause Lidl wahrgenommen“ werde, sagte Brosch. Weitergehende Hoffnungen auf ein städtisches Engagement wollte und konnte der Bürgermeister allerdings nicht machen. Die Stadt könne nicht beliebig auf dem Markt agieren oder in bestehende Verträge eingreifen. Das sei auch der Fall gewesen, als es um die Option ging, ein Vorkaufsrecht für das Gelände zu ziehen. Es sei nicht Aufgabe der Stadt, mit erheblichen öffentlichen Mitteln eine Bevorratung mit Immobilien vorzunehmen, um Nutzungen zu sichern oder zu verhindern. 

Planungshoheit wahren als Ziel 

Gleiches gelte für den Erlass eines Bebauungsplanes und einer Veränderungssperre für den in Frage stehenden Bereich. Ziel dieses politischen Beschlusses sei einzig, die Planungshoheit und -kompetenz von Politik und Verwaltung für das zentrale Gelände zu wahren, um nicht den Einfluss auf möglicherweise unerwünschte Entwicklungen zu verlieren, betonte Brosch. 

Und auch auf einen weiteren Aspekt wies er bei der Übergabe hin: Selbst wenn Lidl zum gewünschten Ziel, der Errichtung eines neuen Markts im Quartier zwischen Frankfurter- und Bahnhofstraße, komme, sei es der Stadt Halver nicht möglich, den Umzug des Werkhofs an einen anderen Standort finanziell zu unterstützen. Das Sozialkaufhaus agiere selbstständig am Markt wie jeder freie Unternehmer. Der Stadt könne dabei allenfalls eine Rolle als Vermittler und Unterstützer zufallen.

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