Zukunft der Schleifkottenbahn weiter offen

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Bei der Informationsveranstaltung meldete sich auch Bürgermeister Dr. Bernd Eicker zu Wort.

HALVER -  Nicht nur anlässlich der aktuellen Frage um die Verkehrssicherheit der alten Bahnbrücke an der Südstraße, über die weiter intern gesprochen wird, sondern vielmehr wegen der Frage nach der Zukunft der Schleifkottenbahn und der Schienenstrecke zwischen Halver und Oberbrügge herrschte am Freitagnachmittag im DRK-Raum in Oberbrügge reges Interesse.

Knapp 40 Interessierte, Gesellschafter der Schleifkottenbahn und Vertreter der Stadt waren zur Informationsveranstaltung erschienen.

Eine Lösung für die Gesamtsituation war nach mehr als zwei Stunden allerdings nicht ersichtlich. Zwar machte Friedrich-Wilhelm Kugel als Geschäftsführer der Schleifkottenbahn deutlich, dass die GmbH die Kosten für die Instandhaltung der Strecke unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr tragen könne. „Aber auch wir können die Trasse nicht nach EBO Recht einfach übernehmen, da die Stadt direkt Kapital verbrennen würde“, erklärte Kämmerer Markus Tempelmann, dass auch die Stadt Halver bei geschätzten Kosten in siebenstelliger Höhe für den Unterhalt, die Strecke nicht weiter betreiben könne.

Dr. Bernd Eicker bringt alternative Nutzung als Radweg ins Spiel

Als einen Gedanken zur alternativen Nutzung der Trasse brachte Bürgermeister Dr. Bernd Eicker eine Nutzung der Strecke als Radweg ins Spiel. „Es ist im Moment zwar nur ein Gedanke ohne wirkliche Planung, aber aus meiner Sicht wäre diese Art der Nutzung der vorhandenen Streckenführung sehr reizvoll“, so Eicker, der damit allerdings vor allem bei den Eisenbahnfreunden auf wenig Gegenliebe stieß. Diese waren vielmehr daran interessiert, dass auch bei Abgabe der Strecke die theoretische Möglichkeit bestehen bleibe, die Strecke irgendwann wieder in Betrieb zu nehmen.

Ob und wann es allerdings zu einer endgültigen Stilllegung und Übergabe der Strecke kommen könnte, ließ sich nicht klären. Auch in einer anschließenden nichtöffentlichen Gesellschafterversammlung wurde keine Entscheidung über die Zukunft der Strecke gefällt, wie die Schleifkottenbahn GmbH nach der Sitzung mitteilte. Sicher ist nur, dass die Schleifkottenbahn mittlerweile die Möglichkeit hat, die Strecke stilllegen zu lassen. Eine entsprechende Ausschreibung zur Weiternutzung endete am 31. Januar ohne Interessenten, wie Kugel erklärte.

Dass es überhaupt zum Aus für das ehrgeizige Projekt kommt, war für den scheidenden Geschäftsführer sichtbar schwer zu verdauen. „Wenn wir keine Einnahmen erzielen, uns Land und Bund nicht helfen können oder wollen, dann wird es nahezu unmöglich, unser Projekt erfolgreich fortzuführen und es muss ein vernünftiges Ende gefunden werden“, sagte Friedrich-Wilhelm Kugel zum Abschluss der Veranstaltung. - wes

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