Entscheidung erst im Juni

Awo-Kita Wundertüte: Beschluss über Neubau vertagt

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Am Ende der Wohnstraße Am Hügel soll die neue Kita entstehen.

Halver - Der Aufsichtsrat der Wohnungsgesellschaft Halver-Schalksmühle (WHS) hat die Entscheidung über den Neubau der Kindertagesstätte Wundertüte der Arbeiterwohlfahrt (Awo) zunächst vertagt.

Geplant im Wohngebiet Weststraße/Am Hügel ist eine sechsgruppige Einrichtung als Ersatz für die bisherige viergruppige Kita unweit des neuen Objekts. 

Der Beschluss zur Errichtung hätte in der Sitzung des Aufsichtsrates des Wohnungsunternehmens am Dienstag vergangener Woche fallen sollen. Nach Aussage von Dorothee Fruntke aus der WHS-Geschäftsführung seien aber Fragen zu „weiteren Kostensteigerungen“ und zu einer städtischen Beteiligung daran noch ungeklärt. Dabei gehe es um höhere Kosten bei der Innenausstattung und Gutachterleistungen, die die Erschließung und eine erweiterte Zufahrt betreffen. Die Entscheidung sei damit zunächst vertagt auf die nächste Sitzung des Aufsichtsrats im Juni und verbunden mit der Frage, ob das Objekt für die WHS noch rentabel sei. 

Die Arbeiterwohlfahrt darf als Träger nicht selbst Bauherr sein. Sie würde das Objekt nach Fertigstellung von der WHS anmieten. Planungsrechtlich sind die Weichen durch die Stadt weitgehend gestellt mit der Einleitung der entsprechenden Änderung des Bebauungsplanes Bolsenbach

Beteiligung der Stadt gewünscht 

Überplant wird im Wohngebiet eine Gesamtfläche von rund 10 600 Quadratmetern, die für Neubau und Außenfläche benötigt werden. Die Erschließung würde demnach über einen Stich von der Weststraße aus erfolgen. Aus städtischer Sicht stehen nun die Feinabstimmungen an – in Sachen immissionsrechtliche und ökologische Aspekte angeht. Eine Bürgeranhörung erfolge anschließend, bevor die Änderung erneut in die politischen Gremien gehe, erläutert Planer Peter Kaczor aus der Bauverwaltung. 

Mit der Verzögerung oder einem möglicherweise negativen Beschluss der WHS kommt aber die zeitliche Planung der Awo ins Wanken. Der Verband als großer Kita-Träger in der Region hatte gehofft, im Kindergartenjahr 2020/2021 in den neuen Räumen an den Start gehen zu können. Ziel der Awo ist es nicht allein, durch die Vergrößerung die Versorgungssituation mit Kita-Plätzen in Halver zu verbessern. 

Zurzeit sind es 74 Kinder, die noch im Altbau an der Weststraße betreut werden. Ab 2020 würden es rund 100 sein mit einer neuen Gruppe, deren Form und Größe noch nicht endgültig feststeht, und einer weiteren Gruppe von Kindern mit heilpädagogischem Betreuungsbedarf. 

Johannes Anft, Betriebsleiter für den Kita-Bereich beim Awo-Unterbezirk, geht von acht Plätzen für Kinder mit einem entsprechenden Bedarf aus. Diese neue Gruppe besteht rechtlich und finanziell eigenständig. Kostenträger ist hierfür der Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Trotzdem würden die Kinder – je nach individuellen Erfordernissen – inklusiv in den weiteren Gruppen betreut. Diese Konstellation ist Ergebnis der Erkenntnis, dass die bisherige Form der strikt getrennten Unterbringung behinderter und nicht behinderter Kinder nicht mehr zeitgemäß ist. 

Über viele Jahre erfolgte die Betreuung im südlichen Kreis durch die sonderpädagogische Einrichtung in Meinerzhagen-Schürfelde. Doch die sei „aus der Zeit gefallen“, sagt Anft. Träger in Schürfelde war die Awo, die Kinder mit heilpädagogischem Betreuungsbedarf nun wohnortnäher in mehreren ihrer vorhandenen Einrichtungen aufnehmen will. 

„Kombiniert-additive“ Betreuungsform 

Diese „kombiniert-additive“ Betreuungsform würde, so die Hoffnung, dann auch in Halver Am Hügel umgesetzt und würde Kindern aus der Stadt selbst und der Umgebung die bisherigen Busfahrten und die damit verbundene Belastung ersparen. Auch in Lüdenscheid und Meinerzhagen hat die Awo bereits diesen Weg eingeschlagen, um Ersatz für Plätze in der abgelegenen Einrichtung in Schürfelde zu schaffen.

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