Ensemble „Opella Nova“ singt auf höchstem Niveau

+
Für ein Konzert auf höchstem Niveau sorgte das aus Bettina Auf’mkolk, Susanne Riediger, Beate Jordan, Adrian Kroneberger und Thomas Stenzel bestehende Quintett „Opella Nova“ in der katholischen Kirche.

Halver - Mit einer „Geistlichen Abendmusik zur Passion“, Gedichten und Motetten aus alter und neuer Zeit führte das Vokal-Ensemble Opella Nova seine Zuhörer am Sonntag in der Christus-König-Kirche aus der Hektik des Alltags in die Stille hinein.

Von Monika Salzmann

Auf Einladung der evangelischen Kirchengemeinde lenkten die Dortmunder, die in aktueller Besetzung seit 2011 auftreten, musikalisch auf die Passionszeit, Leiden und Sterben Jesu den Blick. Für die Gastfreundschaft im Haus bedankte sich Pfarrer Christoph Dickel, der auf einen besinnlichen Abend einstimmte, vorab.

Den Choral „Christus, der uns selig macht“, der dem Programm seinen Namen gab, stellte das fünfköpfige Ensemble – bestehend aus Bettina Auf’mkolk (Sopran), Susanne Riediger (Mezzosopran), Beate Jordan (Alt), Adrian Kroneberger (Tenor) und Thomas Stenzel (Bass) – in den Mittelpunkt seines ebenso ansprechenden wie anspruchsvollen Programms.

In der zeitgenössischen Bearbeitung von Thomas Hansen kam der Choral, der sich inhaltlich an den Passionsbericht der Evangelisten hält, teilweise unverändert, teilweise stark verfremdet daher. Frühbarock und Moderne, die beiden Pole des Programms, berührten sich in den acht Strophen des Chorals, die sich als roter Faden durch die geistliche Abendmusik schlängelten, auf engstem Raum. Für die klaren, weithin tragenden Stimmen der fünf Ensemble-Mitglieder war die mehrstimmige Vokalmusik des Abends wie geschaffen.

Durchweg a cappella machten die Sängerinnen und Sänger die kunstvolle Kompositionstechnik stilistisch unterschiedlicher Motetten von Gottfried August Homilius bis Carlo Gesualdo durchsichtig und transparent. Präzise Stimmführung, aufs Feinste abgestimmte Intonation und saubere Artikulation machten die ergreifenden Darbietungen zum erlesenen, berührenden Hörgenuss.

Gesangstechnisch bewegte sich das Ensemble, von Absolventen der Folkwang Universität der Künste Essen, der Kirchenmusikhochschule Herford und des Instituts für Musik der Universität Dortmund gegründet, auf höchstem Niveau. Voller Wärme und Emotion, klagend, flehend, anbetend, harmonisch schroff und schmerzverzerrt oder von hoffnungsfroher Erwartung auf ewigen Frieden bei Gott getragen, rückten die Dortmunder 2000 Jahre zurückliegendes Geschehen in den Blick.

In den Garten Gethsemane („Tristis est anima mea“/Kuhnau), nach Golgatha („Tenebrae factae sunt“/Palestrina) und ans Grab Jesu („O Traurigkeit, o Herzeleid“/Herzogenberg) nahm das sensibel und empfindsam konzertierende Quintett seine Zuhörer mit.

Auch biblische Verheißungen („Die mit Tränen säen“/Hammerschmidt) thematisierten die Lieder. In Gedichten von Andreas Gryphius, Paul Celan, Rainer Maria Rilke und anderen, die noch die Botschaft der Musik vertieften, klangen daneben bange Fragen nach der Sterblichkeit des Menschen sowie Hoffnung auf Auferstehung und ein Leben nach dem Tode an.

Der Eintritt zu diesem besonderen Konzert in der katholischen Kirche war frei. Spenden, die am Ausgang gesammelt wurden, sind nach Abzug der Ausgaben für die Sanierung der Nicolai-Kirche bestimmt.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare