Flüchtlingshilfe stößt auf enorme Resonanz

Thomas Gehring, Fachbereichsleiter Bürgerdienste, Angelika Schwab und Yvonne Behnke (von links) von der Stadt Halver leiteten das erste Treffen der Initiative Flüchtlingshilfe im Bürgerzentrum.

Halver - „Wir sehen das Elend der Welt und wollen hier etwas koordinieren.“ Auf breite Zustimmung stieß am Mittwochnachmittag im Bürgerzentrum das Ansinnen der Initiative Flüchtlingshilfe, in Halver eine Allianz für Flüchtlinge ins Leben zu rufen.

Von Monika Salzmann

Im Beisein von Thomas Gehring, Fachbereichsleiter Bürgerdienste, und Yvonne Behnke – in der Verwaltung mit dem Bereich Flüchtlinge betraut – hieß Initiatorin Angelika Schwab Vertreter von Kirchen und Institutionen, der türkisch-islamischen Gemeinde und aus der Bürgerschaft zum ersten Treffen in großer Runde willkommen. Sehr fruchtbar gestaltete sich der Dialog. Zustimmung, miteinander zu arbeiten, kam von allen Seiten.

Um Flüchtlingen das Einleben in Halver zu erleichtern, soll es Deutschunterricht und ein internationales Café als Treffpunkt geben. Auch die Schulung von Flüchtlingslotsen war als nächster Schritt zu wirksamer Hilfe im Gespräch. Sie gehöre zu einer Gruppe von Frauen, „die sich spontan zusammengetan haben, um zu helfen“, stellte sich Angelika Schwab der Versammlung vor. „Wir möchten eine Allianz bilden – mit Kirchen und Behörden.“ Angesichts des Elends auf der Welt sei auch die deutsche Bevölkerung gefordert. 40 Prozent aller Aufgenommenen seien traumatisiert. Größtes Problem sei die Verständigung. „Wir wollen keinen Verein gründen. Das wäre vorschnell“, erklärte die Halveranerin. Auch gehe es nicht darum, Sachspenden entgegenzunehmen.

Patenschaften für Flüchtlinge

Dagegen brachte sie Patenschaften für Flüchtlinge ins Gespräch. Momentan leben 84 Flüchtlinge aus zahlreichen Ländern, sogar aus China, im Übergangsheim am Bahnweg, so Yvonne Behnke. Darunter seien 18 Kinder. Bei den meisten Flüchtlingen handele es sich um männliche Einzelpersonen zwischen Anfang 20 und Mitte 30. Deutschunterricht finde im Übergangsheim jeden Donnerstag statt. Freitags gibt es für die Kinder ein Mal- und Bastelangebot.

Die Zimmer seitens der Flüchtlingsinitiative für Neuankömmlinge nett herzurichten, ergänzte Thomas Gehring, sei beispielsweise ein willkommenes Angebot, das die Stadt nicht leisten könne. Von einer „Willkommenskultur“ war die Rede. Vorhandene Angebote der Kirchen, die durch Pfarrer Claus Optenhöfel (Pfarrei Christus König), Pfarrer Christoph Dickel (Evangelische Kirchengemeinde Halver) und Pastor Johann Schick (Freie evangelische Gemeinde Bever) vertreten waren, von Diakonie, Awo und Bürgern wie der Familie Feckinghaus kamen zur Sprache.

Große Bereitschaft, sich in die Arbeit der Flüchtlingsinitiative einzubringen, signalisierten Murat Sivrikaya und Nihat Keles vom Vorstand der türkisch-islamischen Gemeinde. „Wir sind bereit, zu helfen – in jeder Angelegenheit“, meinten beide übereinstimmend.

Auch Kreativangebote sind möglich

Mit Antje Neumann gehört eine Lehrerin, die Erfahrung mit Deutschunterricht für Ausländer hat, zum Kreis der Frauen, die in Halver die Flüchtlingsinitiative etablieren möchten. Sie sei bereit, Deutschunterricht anzubieten, falls sie Unterstützung in Form von Räumen und Helfern – gern auch Laien – erhalte.

Marita Plattfaut, die gleichfalls zum Kreis der engagierten Frauen gehört, könne sich Kreativangebote vorstellen. Als Vorbild für ein internationales Café, das erfolgreich läuft, hielt Lüdenscheid her. Angesichts der Masse an Flüchtlingen müsste Deutschland eigentlich noch viel mehr Flüchtlinge aufnehmen, meinte Schwab, sichtlich erfreut über die große Resonanz und die Offenheit auf allen Seiten, abschließend.

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