Auch in Halver fehlen Medikamente

Lieferengpässe in Apotheken - Kunden sind skeptisch

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Halver - Durch Lieferengpässe herrscht in den heimischen Apotheken bei einigen Präparaten ein Liefermangel. Dieser wirkt sich auch in der Kundenbetreuung aus und bringt Probleme mit sich.

„Die Liste der Medikamente mit Lieferengpässen ist aktuell bei ungefähr 150 Positionen“, erklärt Eva Tilenius-Wunderlich von der Alte Hirsch-Apotheke. Dabei stellt sie jedoch klar, dass es sich bei den 150 Positionen nicht um die gleiche Anzahl an Wirkstoffen handele. „Diese Zahl liegt bei ungefähr der Hälfte. Dieser Liefermangel besteht allerdings schon seit längerer Zeit. Wir haben damit seit letztem Jahr zu kämpfen.“ 

Einen speziellen Grund für den Liefermangel gibt es laut Horst Jakobi von der Rats-Apotheke an der Frankfurter Straße nicht: „Zum Beispiel wurde ein Blutdruckpräparat zurückgerufen, weil es bei der Produktion verunreinigt wurde. Im Fall von Ibuprofen ist es so, dass sich der Bedarf in den letzten Jahren vervierfacht hat. Da wird es dann bei der Produktion schon einmal eng.“ 

Horst Jakobi lässt sich auch vom Lieferengpass nicht die Laune vermiesen.

Einen weiteren Fall schildert Eva Tilenius-Wunderlich: „Bei einem Produkt war es so, dass es bei der Produktion verunreinigt wurde. Das Problem war, dass es jedoch nur einen einzigen Hersteller dafür gab. Dementsprechend gab es dann einen Lieferengpass.“ 

Nicht immer Infos zur Dauer der Unterversorgung

Über die genaue Dauer der Unterversorgung gibt es nicht immer eine Information an die jeweiligen Apotheken, wie Tilenius-Wunderlich verrät: „Die Firmen geben uns nicht immer eine Auskunft über die Dauer des Ausfalls.“ 

Glücklicherweise, da sind sich Jakobi und Tilenius-Wunderlich einig, werden die Apotheken nicht für die fehlenden Präparate verantwortlich gemacht. „Die Kunden wissen, dass wir diejenigen sind, die diese Situation ausbaden müssen. Das ist teilweise anstrengend und eine Herausforderung“, berichtet Horst Jakobi. Ihm pflichtet Eva Tilenius-Wunderlich bei: „Die Kunden sind zwar teilweise ungehalten, was ich auch verstehen kann, aber trotz eines erhöhten Erklärungsbedarfs sehen sie in uns nicht die Schuldigen für diese Lage.“ 

Ende des Lieferproblems ist noch nicht in Sicht

Da ein Ende des Lieferproblems noch nicht in Sicht ist, stellen sich die Apotheken – auch in Halver – weiterhin darauf ein, gemeinsam mit den Kunden Ausweichlösungen zu finden. „Wirklich große Probleme gab es bisher bei ein bis zwei Prozent unserer Kunden“, berichtet Eva Tilenius-Wunderlich, die ausführt: „Ich kann das aber auch verstehen, dass die Leute erst einmal skeptisch sind, wenn es das Präparat, mit dem sie über Jahre hinweg gut klar gekommen sind, nicht mehr gibt und sie auf eine Alternative umsteigen müssen.“

Infos zu aktuellen Lieferengpässen gibt es beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

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