Weiter keine Übernahme von Schülerfahrtkosten

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In der Diskussion um die Übernahme der Fahrtkosten von Neuen Herweg nach Oberbrügge bleibt die Stadt bei ihrer Linie. Geld gibt’s nur im Winter und bis zur Lindenhofschule.

Halver - Die Stadt wird für Schüler aus dem Bereich Neuen Herweg Fahrtkosten zur Grundschule Oberbrügge nur in den Wintermonaten zahlen und dies auch nur in der Größenordnung für die Fahrt zur nächstgelegenen Schule. Dies wäre die Lindenhofschule.

In diese Richtung geht der Beschlussvorschlag der Verwaltung in der Debatte, ob die in diesem Jahr eingeschulten Kinder aus dem Bereich Neuen Herweg Fahrtkosten nach Oberbrügge weiter erstattet bekommen, wie es in der Vorzeit der Fall war. 

Für Schüler der zweiten, dritten und vierten Klasse sollen die Bustickets weiter erstattet werden. Entscheiden wird über den Vorschlag am Mittwoch, 15. November, der Ausschuss für Bildung und Jugend. 

Diskussion im Bildungsausschuss 

Angestoßen worden war die Diskussion über Beschwerden von Eltern, die sich über den Allgemeinen Anzeiger an die Öffentlichkeit gewandt hatten. Sie sahen durch die Ankündigung der Stadt, die Kosten nicht mehr übernehmen zu wollen, ihr Recht auf freie Schulwahl gefährdet. Sie würden die Kinder aufgrund der Konzeption der Schule bewusst nach Oberbrügge schicken, so ihre Argumentation.

Und auch der Weg zur Lindenhofschule sei für die Kinder nicht zumutbar, weil die Landesstraße als Schulweg gefährlich sei. Die Schulverwaltung der Stadt nimmt auf die Rechtslage umfangreich Bezug. Ein Anspruch der Eltern auf Kostenübernahme bestehe ausdrücklich nicht. 

Die vorherige Praxis der Kostenübernahme sei begründet gewesen in dem Ziel, den Schulstandort Oberbrügge zu sichern. Durch die künftige Konstruktion, Oberbrügge als Verbundstandort mit der Grundschule auf dem Dorfe zu führen, bestehe die Notwendigkeit nicht mehr. Zu befürchten sei, dass aufgrund der Gleichbehandlung dann auch weitere Eltern, deren Kinder nicht die nächstgelegene Schule besuchen, eine Erstattung einfordern könnten.

Auch auf die Kosten geht die Verwaltung in der Vorlage genau ein. Die von der CDU beantragte Übernahme würde einen zusätzlichen Aufwand von 4800 Euro bedeuten. Rechnet man die Übernahme der Fahrtkosten im Winter heraus, wären es noch rund 3800 Euro. Und sollten auch weitere Eltern die Erstattung in Anspruch nehmen wollen, beliefen sich die Mehrkosten auf mehr als 25 000 Euro im Jahr. 

Pro Jahr 690 000 Euro Beförderungskosten 

In der Gesamtrechnung der Schülerfahrtkosten, die die Stadt Halver jährlich aufbringen muss, spielt die Debatte um fünf Kinder aus Neuen Herweg von der Größenordnung her eine eher nachgeordnete Rolle. Insgesamt geht es um 488 000 Euro im Jahr, die der Transport kostet. Werden weitere Faktoren eingerechnet wie Fahrten zu Sportstätten, Praktikaplätzen und Ähnlichem schlägt das mit 690 000 Euro zu Buche. 

Die Spitzenposition nimmt naturgemäß das Anne-Frank-Gymnasium ein mit 529 „Fahrschülern“ und jährlichen Kosten von 328 000 Euro. Unter ihnen sind 176 Schüler aus Halver, aber auch 178 aus Breckerfeld und 155 aus Schalksmühle. Zum Vergleich: Die Realschule Halver zählt 115 Ein- und Auspendler, die Lindenhofschule 48, die Grundschule auf dem Dorfe 42 und die Ganztagsschule 39. An der Humboldtschule sind es 37 Pendler und in Oberbrügge 24.

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