Vor neun Jahren wurde Mirco ermordet

"Fall Mirco": Der Mord an ihrem Sohn - Eltern besuchen Oberbrügge

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Sie möchten ihr Erlebtes teilen: Sandra und Reinhard Schlitter sprechen über den Verlust ihres Sohnes.

Oberbrügge - Vor neun Jahren bewegte der Fall Mirco ganz Deutschland. Der Zehnjährige aus Grefrath war verschwunden und wurde etwa fünf Monate später ermordet aufgefunden. Nun sprechen seine Eltern in Oberbrügge über das Geschehene.

Mircos Tod erschütterte ganz Deutschland: Der Zehnjährige wurde im Herbst 2010 von Olaf H. ermordet. 145 Tage lang arbeiteten rund 80 Polizisten im Rahmen der Sonderkommission Mirco an dem Fall. Mehr als 1000 Beamte suchten nach dem Jungen – zunächst ohne Erfolg. 

Ein Zeuge hatte das Fahrzeug von Olaf H. damals im Zusammenhang mit dem Fundort des Fahrrads von Mirco gemeldet. Immer mehr Details kamen ans Licht, bis der Familienvater und Täter Olaf H. die Beamten zu der Leiche des Jungen führte. Am 29. September 2011 endete der Prozess gegen den Mann am Landgericht in Krefeld.

Acht Jahre nach Prozess in Oberbrügge

Genau acht Jahre später kommen Sandra und Reinhard Schlitter, die Eltern des ermordeten Mircos, nach Oberbrügge. Am Sonntag, 29. September, sind sie ab 18 Uhr in der Evangelischen Kirchengemeinde Oberbrügge zu Gast. 

Im Rahmen eines Abendgottesdienstes werden die beiden von dem Erlebten erzählen. Sie erzählen, wie sie den tragischen Verlust verarbeitet haben. „Für sie heißt erinnern teilen – und dem Mörder vergeben“, heißt es in der Ankündigung zu der Veranstaltung. Die Beiden werden von ihrem Leben mit Mirco, ihrer Verzweiflung nach seinem Tod und vom Glauben an Gott berichten. Sie haben es geschafft, um Vergebung für den Täter zu bitten, und wollen zeigen, wie das möglich war. Ziel sei ein Abend der Ermutigung. 

Fahndung: Mit diesem Foto suchte die Polizei vor neun Jahren nach Mirco.

Außerdem liest das Paar Auszüge aus seinem Buch „Mirco: Verlieren. Verzweifeln. Verzeihen.“ vor, das die Schlitters zusammen mit Christoph Fasel etwa zwei Jahre nach Mircos Tod geschrieben haben. „Sie möchten uns zeigen, was ihnen geholfen hat, die Spirale von Hass und Verzweiflung verlassen zu können und wie man ein Leben führen kann, das trotz allem Zuversicht, Menschenliebe und Glaube vereint“, schreibt Timo Groß im Gemeindebrief der Oberbrügger Kirchengemeinde. 

Anderen Trost spenden

Timo Groß gehört zu den Organisatoren der Veranstaltung. Er ist durch eine Freundin auf Sandra und Reinhard Schlitter aufmerksam geworden. Durch seine Initiative kommt das Ehepaar nun nach Oberbrügge. Timo Groß durfte die Familie bereits kennenlernen. Er sei begeistert, von der Herzlichkeit der Schlitters, sagt er. „Ich persönlich bewundere Menschen, die, wie auch immer die Umstände sein mögen, den Mut und die Kraft nicht verlieren“, so Groß. Er bewundere außerdem wie die Eltern in dieser schweren Situation noch anderen Menschen Trost spenden können. 

Oberbrügger, Halveraner und alle anderen Interessierten haben am 29. September die Möglichkeit, Sandra und Reinhard Schlitter genau so kennenzulernen. Der Abend wird ein Mix aus Interview und Lesung. Die Band „Living Ruins“ aus Lüdenscheid wird die Veranstaltung durch einige Lieder ergänzen. Jeder hat die Möglichkeit, Teil des Abends zu werden. „Es wird sicherlich ein sehr bewegender Abend, der trotz des schlimmen Themas Hoffnung und Mut spenden wird“, blickt das Orga-Team auf die Veranstaltung in der evangelischen Kirche am Glockenweg. Der Eintritt ist frei. Im Anschluss an den Gottesdienst besteht bei Snacks und Getränken die Möglichkeit, Fragen an das Ehepaar zu stellen.

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