Blauzungen-Krankheit: Halver ist Sperrbezirk

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Auch Schafe sind von der Blauzungen-Krankheit bedroht.

Halver - Die Blauzungenkrankheit bei Rindern macht auch Halver wie den gesamten Märkischen Kreis zum Sperrgebiet. Für Halter von Rindern, Schafen und Ziegen bedeutet dass erhebliche Einschränkungen.

Nach einem weiteren bestätigten Fall der Blauzungenkrankheit bei Rindern in Rheinland-Pfalz ist das Sperrgebiet in Nordrhein-Westfalen vergrößert worden. Es umfasst nun unter anderem auch weite Teile des Sauerlands und des Bergischen Lands sowie die Landeshauptstadt Düsseldorf, wie das NRW-Verbraucherschutzministerium am Mittwoch auf Anfrage erklärte.

Für Menschen ist die Tierkrankheit ungefährlich und nicht übertragbar. Auch das Fleisch kann unbedenklich gegessen werden. Dies gilt nach Aussage des Ministeriums auch für Milchprodukte. Halter von Rindern, Schafen und Ziegen müssen nun mindestens zwei Jahre lang erhebliche Einschränkungen beim Handel und Transport von Tieren in Kauf nehmen. 

In der vergangenen Woche waren bereits Teile des Rheinlands zum Sperrbezirk erklärt worden. In NRW ist die Seuche bislang nicht ausgebrochen. 

Blutproben verlangt 

Aus dem Sperrgebiet dürften keine Tiere mehr ausgeführt werden, es sei denn, zur direkten Schlachtung, erklärt Günter Buttighoffer, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes auf Anfrage des Allgemeinen Anzeigers. Somit können auch keine Auktionen außerhalb des Sperrgebiets mehr beschickt werden. Betroffen sind aber auch Milchbetriebe, die Bullenkälbchen zur Mast abgeben. Hier werde ein Nachweis über eine Blutprobe verlangt, sagt Doris Berbecker vom gleichnamigen Hof bei Anschlag. 

Überraschend ist das Auftreten nach Einschätzung Buttighoffers allerdings in der Winterzeit. Überträger der Krankheit waren in der Vergangenheit Mücken. Der Erreger habe sich aber seit dem letzten Auftreten 2012 offenbar verändert. 

150 Kilometer Sperrgebiet 

Grundsätzlich ist es möglich, den Bestand zu impfen. In der Praxis werde dies aber schwierig sein. Impfstoff sei kaum vorhanden und müsse erst produziert werden. Eine Grundimmunisierung werde nach drei Impfgängen erreicht, nach einer vierten Impfung bestehe Schutz für ein Jahr. Die Krankheit kann Schafe, Rinder und andere Wiederkäuer befallen. Ein typisches Symptom ist eine geschwollene, blau gefärbte Zunge.

Einschränkungen treffen alle Rinderhalter.

Um den jeweiligen Ausbruchsort müssen die Behörden eine Sperrzone von 150 Kilometern einrichten. Aufgetreten war der nächstliegende Fall laut zuständigem Ministerium in Bad Kreuznach. Das Sperrgebiet umfasst zurzeit folgende Städte und Kreise: Rhein-Kreis Neuss, Kreis Siegen-Wittgenstein, Hochsauerlandkreis, Kreis Olpe, Märkischer Kreis, Hagen, Wuppertal, Ennepe-Ruhr-Kreis, Kreis Mettmann, Düsseldorf, Leverkusen, Remscheid, Solingen, Oberbergischer Kreis und Rheinisch-Bergischer Kreis. 

Bereits seit vergangener Woche liegen im Sperrbezirk: Kreis Euskirchen, Städteregion Aachen, Kreis Düren, Bonn, Köln, Rhein-Sieg-Kreis sowie in Übach-Palenberg und Geilenkirchen im Kreis Heinsberg.

Krankheit beim Rind

Nach einer Inkubationszeit von fünf bis zwölf Tagen kommt es je nach Virustyp zu unterschiedlich stark verlaufenden Erkrankungen. Die häufigeren leichten Formen gehen mit vorübergehendem Fieber, vermindertem Appetit, vermehrtem Speicheln und eventuell einem klammen Gang einher. Betroffene Tiere erholen sich relativ schnell. Auch ohne sichtbare Erkrankungszeichen kann es zu Aborten, Fruchtbarkeitsstörungen, fetalen Missbildungen sowie erhöhter Kälbersterblichkeit kommen.

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