Hegering Halver

Hegering nimmt Schweinegrippe und Waldumbau in den Blick

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Halver - 220 Teilnehmer und 71 Hunde verteilt auf 13 Reviere beteiligten sich am Samstag an der revierübergreifenden Drückjagd des Hegerings Halver. Wichtige Themen wie Schweinegrippe und Waldumbau wurden ebenfalls besprochen. 

16 Stück Schwarzwild, 14 Rehe, fünf Füchse und drei Hasen wurden erlegt. „Die erste Drückjagd liegt 18 Jahre zurück“, erklärte Bernd Volkenrath, Vorsitzender des Hegerings Halver. „Damals grassierte die klassische Schweinepest. Dagegen gab es einen Impfstoff.“ Die Jäger nutzten die damalige Drückjagd deshalb zum Einbuddeln von Impfködern. 

Heute stellt sich die Situation weitaus anders dar: Gegen das Virus der afrikanischen Schweinegrippe, die jetzt auf dem Vormarsch ist, gibt es keinen Impfstoff. „Die Seuche wandert nach Westen. Das Virus wurde bereits in Polen, 80 Kilometer vor Brandenburg nachgewiesen“, sagte Volkenrath. 

Ganz anderes Ausmaß der Schweinegrippe

Vorsichtsmaßnahmen gegen die Verbreitung wurden bereits getroffen. „An den Autobahnparkplätzen in Ostdeutschland sind die Mülleimer-Deckel fest verschlossen. Der Müll kann nur durch Schlitze eingefüllt werden.“ So werde verhindert, dass Wildtiere die Eimer umwerfen und im Müll Nahrung suchen. Zudem wurden große Plakate aufgestellt, die in verschiedenen Sprachen über die richtige Entsorgung von Brötchen & Co. informieren. Auch durch Erdanhaftungen von Autoreifen kann das Virus übertragen werden. Bis zu 100 Tage lang bleiben befallende Anhaftungen infektiös.

Im Fuchsloch auf Gut Voswinckel ließen die Jäger den Nachmittag ausklingen.

Die Sorge vor der Verbreitung ist berechtigt, denn das afrikanische Schweinegrippen-Virus befällt nicht nur Wildtiere, sondern auch Hausschweine. Das hat zur Folge, dass alle Tiere eines Hofes geschlachtet werden müssten, sobald ein Tier erkrankt sei, erklärte Volkenrath. Es bleibe zu hoffen, dass die Seuche dort, wo sie ausgebrochen ist, gestoppt werden könne. „Die Vermehrungsrate beim Schwarzwild beträgt bis zu 300 Prozent.“ 

Jagd zur Senkung der Vermehrungsquote

Die Jagd am Wochenende diente dazu, diese Quote zu senken, denn die Tiere richten in der Frucht und im Mais großen Schaden an. Mit der revierübergreifenden Drückjagd nahm der Hegering Halver den Tieren die Möglichkeit, sich in ruhige Zonen zurückzuziehen. „Das sind wir auch unseren Landwirten schuldig, dass wir uns darum kümmern“, hob Volkenrath hervor. „Wir Jäger sind Anwälte der Tiere.“ 

Mit dem Klimawandel und den unverkennbaren Schäden im Wald hielt ein neues Wort im Sprachgebrauch Einzug: der Waldumbau. „Forstämter haben die Devise: Wald vor Wild ausgegeben“, informierte Bernd Volkenrath auch über dieses Thema am Wochenende. Er vertat die Auffassung, der Borkenkäferbefall sei zum Teil auch Folge der Monokulturen. „Jahrelange Fehler können nicht in kurzer Zeit behoben werden“, erklärte er. 

Hilfe beim Waldumbau

Dem Wunsch der Forstämter entsprechend, helfen die Jäger nun beim Waldumbau mit. „Dort, wo neu gepflanzt wird, sollen wir verstärkt jagen, weil Rehe sonst die kleinen Pflänzchen zerbeißen“, so der Vorsitzende.

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