Jugendzentrum bezieht Leerstände in der Helle

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Als Gäste des Jugendzentrums freuen sich auch Torga Erdogan und Richard Sonnfeld (vorne) über den neuen Standort in der Helle. Sie schauten sich am Donnerstag mit Arnd Spielmann, Dr. Bernd Eicker, Manuela Behle (Jugendhilfe des Märkischen Kreises), Thomas Gehring und Marina Knauf schon einmal die neuen Räume an.

Halver - 55 Jahre lang war es die Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche in Halver: Das Jugendheim, später Jugendzentrum, hat am gleichnamigen Platz eine lange Tradition. Dass diese Tradition bald beendet sein wird, ist durch die geplante Erweiterung des DRK-juno-Familienzentrums schon länger bekannt – nun steht auch der neue Standort fest.

Ab 2016 wird das Jugendzentrum in den ehemaligen Räumen der Atlantis-Apotheke und der Bäckereifiliale Braun in der Helle zu finden sein. Ein Standort, von dem sowohl Bürgermeister Dr. Bernd Eicker als auch Thomas Gehring, Fachbereichsleiter „Bürgerdienste“, überzeugt sind. Zum einen würden Leerstände beseitigt, zum anderen werde die Umgebung der Helle profitieren. „Das ist eine optimale Lage“, schwärmt Bernd Eicker außerdem von der direkten Nachbarschaft zum Bächterhof, einem der Haupt-Schulwege der Stadt.

Jugendliche hatten Idee für neuen Standort

Die Idee für den neuen Standort hat Jugendzentrumsleiter Arndt Spielmann zwei jungen Männern zu verdanken, die das Angebot der Einrichtung schon lange nutzen: Richard Sonnfeld (20) und Torga Erdogan (18) wollten nicht untätig bleiben, als sie von dem bevorstehenden Umzug des Jugendzentrums erfahren haben. „Wir sind gerne dort, zum Chillen, Playstation- oder Billardspielen. Und wir wollen auch weiter gerne dorthin – deshalb haben wir den Vorschlag gemacht, in diesen Bereich zu ziehen“, sagt Richard Sonnfeld. Dieser Bitte kann die Stadtverwaltung nun nach vorbereitenden Gesprächen mit dem Eigentümer der Immobilie nachkommen. Die Stadt will Räume als Mieter beziehen und bei der Umgestaltung die künftige Nutzung durch Jugendliche wie Kinder im Blick haben. So sollen die beiden einstigen Geschäftsflächen per Durchbruch miteinander verbunden werden.

Dass das Team des Jugendzentrums dennoch vor großen Herausforderungen steht, daraus macht Arndt Spielmann keinen Hehl: Schließlich verkleinert sich die Einrichtung von derzeit mehr als 400 auf dann 220 Quadratmeter. So sind die Überlegungen für den Kindernachmittag, die Hausaufgabenhilfe oder auch den Ferienspaß noch nicht abgeschlossen: All das soll räumlich eigentlich vom Aufenthaltsraum der Jugendlichen getrennt sein.

Angebot künftig schon am frühen Morgen

Derzeit arbeite man unter dem Arbeitstitel „Aquarium“ – in Anlehnung an die große Fensterfront der künftigen Unterkunft – an einem Konzept, zu dem einige Eckpunkte schon feststehen: So soll der Jugendtreff künftig schon am frühen Morgen Kindern und Jugendlichen vor Schulbeginn offen stehen. Weitere Ideen betreffen Schülerseminare, eine Jugendfirma und einen Förderverein. In all diese Pläne seien die Mädchen und Jungen, also die Besucher des Jugendzentrums, eingebunden. „Die Jugendlichen müssen ,mit umziehen‘“, betont Spielmann die Bedeutung der Beteiligung aller. Und er hofft auch auf Akzeptanz in der unmittelbaren Nachbarschaft. „Wir haben neue Nachbarn, die wahrscheinlich skeptisch sind, allerdings sehe ich den Treffpunkt als Aufwertung für das Umfeld. Und das Nebeneinander von Jung und Alt kann zu einem Gewinn werden.“

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