Halver/Schalksmühle

Hilfe in schweren Zeiten

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Viele wollen einkaufen gehen für Menschen, die es nicht mehr sollten.

Halver/Schalksmühle – Es gibt viele junge Leute und Initiativen, die ihre Kräfte bündeln wollen, um anderen Menschen zu helfen – sei es beim Einkaufen oder bei anderen Dingen, die es im Alltag mit Corona zu bewerkstelligen gilt.

Die Evangelische Kirchengemeinde Halver bietet einen Lieferservice für Leute an, die sich in Zeiten des Coronavirus nicht mehr unter Menschen begeben möchten oder dürfen. Wer den Dienst in Anspruch nehmen möchte oder wer für andere einkaufen würde, kann sich bei Rainer Dreschel unter Tel. 01 76 / 21 73 05 36 melden. Dieser übernimmt dann mit seiner Frau die Koordination. 

Die gemeinnützige Sentiris GmbH will mithelfen. „Weil es uns um Menschen geht“, sagt Kristian Hamm. „Menschen, die in besonderer Weise vom Coronavirus betroffen sind und den Kontakt zu anderen Menschen vermeiden wollen, möchten wir ganz praktisch unterstützen.“ Die Mitarbeiter stehen für Einkäufe und Botengänge zur Verfügung. Wer dieses kostenlose Angebot in Anspruch nehmen möchte oder jemanden kennt, kann sich unter Tel. 0 23 53 / 6 12 99 57 melden. 

Sentiris mit Angebot via Facebook und WhatsApp

„Corona und die damit verbundenen Einschränkungen fordern uns alle heraus – Kinder, Eltern, Arbeitnehmer, Arbeitgeber, ältere und junge Menschen“, sagt Hamm. Deshalb hat Sentiris ein weiteres Angebot gestartet. Täglich poste die GmbH auf Facebook einen Vorschlag, wie man sich die Zeit zu Hause vertreiben kann – mal ist das eine Idee für Jugendliche, mal eine für Kinder oder Eltern. Die „Idee des Tages“ schicken die Mitarbeiter auch per WhatsApp aufs Handy. Dazu kann man einfach eine Nachricht an Tel. 01 52 / 02 57 65 98 senden. 

„Und noch etwas bieten wir an“, sagt Hamm. „Weil wir wissen, dass gerade dann, wenn Familien eng beieinander sind, Konflikte auftreten, bieten wir eine ,erste Hilfe‘ an.“ Sowohl als E-Mail an info@sentiris.de sowie telefonisch unter Tel. 01 52 / 02 57 65 98 kann man sich mit Fragen und Sorgen an die Mitarbeiter wenden. „Unsere pädagogischen Fachkräfte sind für Euch und Eure Fragen da“, sagt Hamm.

Auch Bürgerzentrum Halver bietet Hilfe an 

Auch Claudia Wrede vom Bürgerzentrum Halver ist aktiv in diesen Zeiten und will helfen, beziehungsweise Hilfe vermitteln, wo es nötig ist. 14 Personen stehen momentan bei ihr auf einer Liste. Sie stellen sich zur Verfügung und möchten für andere Leute einkaufen gehen, den Hund ausführen, Katzen füttern oder auch einfach nur telefonieren. „Ich finde es ganz toll, dass es so viele Angebote gibt und so viele Menschen ihre Hilfe anbieten“, sagt Claudia Wrede. 

In Kontakt steht sie auch mit Günther Panne von der Gruppe „Senioren helfen Senioren“. Weil deren Gruppe pausiert, da sie selber alle zur Risikogruppe gehören, vermittelt Claudia Wrede die Hilfsgesuche, wenn welche aufkommen. „Noch gibt es niemanden, der nach Hilfe gefragt hat.“ Sie könne verstehen, dass es vielen schwer fällt, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Appelliert aber an alle: „Nehmt die Hilfen an.“ Alle, die sich bereit erklärt haben, zu helfen, würden sich freuen, wenn sie es auch dürften. 

Foodsharing musste Fair-Teiler schließen

Vanessa Förster-Köhne vom Foodsharing musste den Fair-Teiler am Werkhof schließen. „Wir möchten jedoch deutlich darauf hinweisen, dass wir weiterhin Lebensmittel retten und sich gern jeder zu dem Zweck an uns wenden darf“, sagt Förster-Köhne. Unter der Nummer 01 57 / 73 78 12 46 sind die Lebensmittelretter erreichbar. 

Auch Nachbarschaftshilfe in Schalksmühle

Auch Maren Monsonis bietet ihre Nachbarschaftshilfe an. Über Facebook hat die Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung sich gemeldet und möchte Einkaufsfahrten erledigen. „Weil der Bürgerbus nicht mehr fährt, möchte ich gerade älteren Bürgern helfen.“ Zwar könne sie nicht täglich fahren, aber man müsse ja etwas tun. 

Interessierte sollen einfach zu ihr Kontakt aufnehmen. Der Schalksmühler Pascal Alexander Thaden hat ebenfalls bei Facebook vorgeschlagen, eine WhatsApp-Gruppe für Helfer und Hilfsbedürftige zu gründen. „Ich habe die Möglichkeit über einen Artikel im TV gesehen. Und da dachte ich mir, warum sollte dieses nicht auch hier klappen. Gerade im Märkischen Kreis gibt es ja viele Hilfsbedürftige – gerade ältere oder kranke Menschen. Ich habe mich gefragt, warum können wir gesunden Menschen nicht einfach helfen? Seine Idee ist es, etwa im Bereich Einkaufen zu helfen. Grenzen soll es aber keine geben: „Alles, was machbar ist.“ 

Evangelische Kirchengemeinde bietet Lieferservice an 

Einige Rückmeldungen habe er auf seinen Aufruf schon erhalten. Interessierte können sich bei ihm unter Tel. 01 78 / 8 05 41 29 oder bei Facebook melden. Auch die Dahlerbrückerin Tamara Brea Schmerling möchte etwas für andere Menschen tun. „Ich habe meine Hilfe angeboten, weil ich finde, dass in solchen Zeiten alle irgendwie zusammen halten müssen. Wer weiß, wie lange das noch geht beziehungsweise welche Ausmaße es noch annimmt.“ In ihrer unmittelbaren Nachbarschaft könnte sie, wenn gewünscht, für hilfebedürftige Menschen Kleinigkeiten einkaufen. Erreichbar ist sie per Nachricht über den Facebook-Messenger. In dem sozialen Netzwerk nennt sie sich „Tammy Schmetterling“. 

Auch öffentliche Institutionen bieten in diesen Tagen ihre Hilfe an. So teilt etwa die Evangelische Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück mit, dass sie einen Lieferservice für Menschen ausrichtet, die sich in der aktuellen Corona-Krise nicht mehr unter Menschen begeben möchten oder dürfen. Wer den Dienst in Anspruch nehmen möchte oder für andere einkaufen würde, könne sich im Gemeindebüro (Tel. 0 23 55 / 67 89) oder bei Pfarrer Torsten Beckmann (Tel. 0 23 55 / 79 92) melden. 

Trotz des Coronavirus möchte die Freie evangelische Gemeinde (FeG) Schalksmühle per Telefon und E-Mail erreichbar sein und einen Einkaufsservice anbieten. „Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören, bieten wir an, Sie in einer Art Nachbarschaftshilfe zu unterstützen. Gern helfen wir Ihnen dabei, Ihre Besorgungen zu erledigen“, heißt es vonseiten der Gemeinde. Hilfsbedürftige können sich hierzu an Jugendpastor John Lukas Hartmannsberger wenden. Er ist unter Tel. 0 23 55 / 90 34 22 oder per E-Mail an john.hartmannsberger@feg.de erreichbar. 

Hilfsangebote von Dortmunder Fanclub

Auch aus dem Bereich des Sports kommen Hilfsangebote. So teilte der Schalksmühler Daniel Herrmann den Aufruf „seiner“ BVB-Supporters-Lennetal, eine Fangruppierung von Borussia Dortmund, dessen Mitglieder helfen wollen, auf Facebook. Viele Arbeitgeber hätten ihre Ansichten zur mobilen Arbeit in den letzten Tagen geändert und bieten den Mitarbeitern mehr Freiräume oder gar Freistellungen. Die freie Zeit stehe auch einigen Mitgliedern zur Verfügung. Nun wolle man die Zeit sinnvoll nutzen. 

Sie bieten an, sofern man zu einer der Risikogruppen gehört, Aufgaben, zu erledigen. Das Einsatzgebiet erstreckt sich über Schalksmühle, Lüdenscheid, Herscheid und Halver. Die Helfer sind unter Tel. 01 78 / 9 17 53 19 erreichbar. Der Pug-Pflegedienst bietet ebenfalls einen Lieferservice für Lebensmittel und wichtige Güter an. Die Verantwortlichen sind von 8 bis 13 Uhr unter der Telefonnummer 0 23 55/5 09 97 40 erreichbar.

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