Eingezäuntes Schulgelände

HALVER ▪ Unter dem Motto „Intensivierung der Partnerschaft mit Hautmont“ steht das gleichnamige Wahlpflichtfach, das Pamela Hießerich an der Ganztagsschule für Siebt- und Achtklässler anbietet. Nicht das Erlernen der franzöischen Sprache steht im Kurs im Mittelpunkt, sondern das Kennenlernen der französischen Kultur – und zwar nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch.

Acht Kursteilnehmer sowie neun interessierte Mitschüler nahmen kürzlich an dem traditionellen und seit acht Jahren vorgenommenen Schüleraustausch zwischen der Ganztagsschule und dem Collège Saint Exupéry teil.  Eine Woche lang besuchte die von Hießerich und ihrem Kollegen Rainer Gogoll betreute Gruppe die Halveraner Partnerstadt Hautmont – und wunderte sich vor allem über die gravierend unterschiedlichen Situationen an der französischen Schule.

„Wenn ein Schüler fehlt, krank ist, keine Hausaufgaben gemacht hat oder zu spät kommt, wird das in eine Liste eingetragen und draußen an die Tür gehängt. In den Stunden geht dann ein Lehrer von Tür zu Tür, schreibt sich die Namen der entsprechenden Schüler auf und informiert die Eltern“, berichtet Denise Hamacher von ihren Erfahrungen.

Jan Pinter sind vielmehr das eingezäunte Schulgelände und die überall hängenden Überwachungskameras im Gedächtnis geblieben. „Jeder Schüler muss sich ausweisen, um auf den Schulhof zu kommen. Das ist besonders problematisch, wenn man zu spät kommt“, erzählt der 13-Jährige. Die französischen Schüler empfänden das eingezäunte Schulgelände zwar „ein wenig als Gefängnis“, gleichzeitig aber vor allem als „gesicherten Ort“, ergänzt Denise Hamacher. Außerdem sei es am Collège Saint Exupéry üblich, einfach in die Klasse zu rufen anstatt sich zu melden, erklärt Marcel Peter, der die Lehrer als strenger bezeichnet.

Untergebracht waren die mitgereisten Ganztagsschüler, die zwischen zwölf und 15 Jahre alt waren, entweder in Ferienhäusern oder vor Ort bei Gastfamilien. Zahlreiche Ausflüge mit einer festen Gruppe von 22 französischen Schülern, die Deutsch lernen, sorgten dafür, dass sich schnell Freundschaften schlossen, die Kommunikation nicht zu kurz kam und vor allem reichlich Abwechslung auf dem Programm stand. ▪ pri

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