Ehepaar wartet seit zwei Monaten auf STL-Tonnen

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Weil Andrea und Salvatore Librizzi bislang keine STL-Mülltonnen bekommen haben, müssen sie ihren Müll im Keller sammeln. Da in der vergangenen Woche der Restmüll abgeholt wurde, hält sich das Aufkommen mit derzeit nur einem blauen Sack glücklicherweise in Grenzen.

Halver - Wenn die Mülltüte im Mülleimer voll ist, wird sie zusammengeknotet und in die Mülltonne gebracht. Irgendwann kommt die Müllabfuhr und nimmt alles mit. Andrea und Salvatore Librizzi bringen ihren Müll in den Keller. Auf die schwarze und grüne Mülltonne von STL warten sie bislang vergeblich.

Von Friederike Domke

Seit mehr als zwei Monaten wartet das Ehepaar nun schon auf die neuen Tonnen der Lüdenscheider Entsorgungsfirma (Stadtreinigungs- und Transportbetrieb Lüdenscheid) STL, die seit Beginn des Jahres für die Abfuhr der schwarzen und grünen Tonnen verantwortlich ist. Doch als im Dezember die STL-Tonnen in Halver ausgeliefert wurden, haben die Librizzis keine bekommen. Lediglich die Lobbe-Tonnen wurden nach der letzten Leerung mitgenommen.

„Bei der Stadt Halver und beim STL in Lüdenscheid sollten sie meine Telefonnummer mittlerweile kennen“, sagt Librizzi im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger und macht deutlich, dass er bereits mehrere Male versucht hat, an seine Mülltonnen zu kommen. „Egal, wen ich anrufe, es passiert einfach nichts.“ Die städtischen Mitarbeiter hätten ihm zwar die Aufnahme auf eine sogenannte „Prio-Liste“ zugesagt, „aber was auch immer das bedeutet, genützt hat es nichts.“ Auch persönlich hat er bei der Stadt Halver vorgesprochen. „Man hat zwar Verständnis für mein Problem, die Mülltonnen habe ich aber trotzdem noch nicht bekommen.“ Schließlich entschied sich Salvatore Librizzi, die Sache selbst in die Hand zu nehmen, und beim STL in Lüdenscheid vorzusprechen. „Ich habe ein großes Auto und schlug den Mitarbeitern vor, die Tonnen selbst mitzunehmen.“ Das aber, so erfuhr er, sei ohne die Erlaubnis der Stadt Halver nicht möglich. Und ein zuständiger Mitarbeiter war just in diesem Moment telefonisch nicht erreichbar. Auch ein zweiter Versuch in Lüdenscheid blieb erfolglos. „Sie hatten keine Tonnen vorrätig“, sagt Librizzi.

„Bürokratischer Irrsinn“

Für Salvatore und Andrea Librizzi bedeutet der tonnen-lose Zustand, dass sie ihren Rest- und Papiermüll im Keller lagern müssen. Am Tag der Abfuhr stellen sie den Müll in Säcken an die Straße oder nutzen die Tonnen der Nachbarn. „Papiermüll im Keller zu lagern ist ja grundsätzlich nicht das Problem“, sagt Andrea Librizzi, „der Restmüll kann da schon mal unangenehmer werden.“ Als sie über Weihnachten Besuch von der Familie hatten, sei da schon einiges zusammen gekommen.

Die Geduld der Librizzis ist langsam am Ende. „Ein oder zwei Wochen Verzögerung ist okay. Aber zwei Monate? Und keiner will zuständig sein? Das kann ich nicht verstehen. Das ist bürokratischer Irrsinn“, sagt der Halveraner. Der Bescheid über die Grundbesitzabgaben – unter dem auch die Gebühren der Müllabfuhr aufgelistet sind – ist aber inzwischen bei den Librizzis eingegangen.

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