Eine Baustelle und ihre unendliche Geschichte

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Das verbogene Schild zeugt von der Enge für Autos und Lastwagen: Die Baustelle an der Ecke Bächterhof/Kampstraße scheint klein, hat aber Auswirkungen auf den Verkehr. ▪

HALVER ▪ Der Unmut bei den Anwohnern der Kampstraße ist groß: Seit Anfang des Jahres ärgern sie sich über eine Baustelle an der Einmündung zum Bächterhof. Doch im Zuge der AA-Recherchen gestaltete sich die Suche nach den Verantwortlichen schwierig.

Auf den ersten Blick ist die Baustelle zwar unscheinbar. Nur ein kurzes Stück des Bürgersteig – auf der Seite des Imbisses – ist mit einem provisorischen Übergang (siehe Foto) gesichert. Doch der ist nicht das Problem, wie Anwohnerin Sieglinde Baumgart erklärt. „Die Kampstraße ist sowieso schon so eng. Durch die Baken ist das Einbiegen in die Straße nur ganz schwer möglich, vor allem, wenn auf der Seite der Sparkasse geparkt wird.“ Eine kurzfristige Verkehrsbehinderung hätte wohl keinen Anwohner aufgebracht – doch der Zeitrahmen der Baumaßnahme sprengt jedes Maß, wie es heißt. „Seit Januar tut sich nichts“, sagt Sieglinde Baumgart, die ihrem Ärger bereits an mehren Stellen Luft gemacht hat.

Zunächst habe sie im Rathaus nach den Hintergründen zur Baustelle nachgefragt. Dort sei sie an die Wohnungsgesellschaft Halver-Schalksmühle (WHS) verwiesen worden – woraufhin die Anwohnerin dort ihrem Ärger Luft machte und nach eigenem Bekunden auf Verständnis stieß. „Man sagte mir, dass sich schon mehrere Anwohner beschwert hätten und man sich kümmern wolle“, erinnert sich Sieglinde Baumgart. Nur: Es tat sich immer noch nichts. Und zwar nicht ohne Grund, wie Dorothee Fruntke von der WHS am Mittwoch auf AA-Anfrage erklärte, denn: Auch die Wohnungsgesellschaft zeichne nicht für die Baustelle verantwortlich, sondern der Stromnetzbetreiber. Was nun beginnt, ist die lange Suche nach dem Baustellen-Urheber.

Auch Enervie-Pressesprecher Andreas Köster weist die Zuständigkeit von seinem Unternehmen – verantwortlich sei vielmehr die Telekom. Und so wird George McKinney, Pressesprecher des „rosa Riesen“, mit dem Anwohner-Ärger in Halver konfrontiert. Doch auch seine Nachfrage bei den (nicht) zuständigen Technikern mündet nach mehrstündiger Recherche in einem: „Nicht zuständig.“ Die neue Spur führt nach Köln, genauer gesagt, zur Presseabteilung des Kabelnetzbetreibers Unitymedia. Die stand am Mittwoch – unverschuldet – am Ende einer langen Kette möglicher „Bauherren“, so dass der zuständige Sprecher bis Redaktionsschluss zunächst keine näheren Informationen zum Fall in Halver geben konnte. Keine Frage: Eine Fortsetzung folgt. ▪ Frank Zacharias

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