Drei Jahre und drei Monate Haft für Bandendiebstahl

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Halver - Schon lange hat der Einbrecher von Carthausen wegen der angeordneten Untersuchungshaft seine Kinder nicht mehr gesehen. Dabei wird es für eine längere Zeit wohl auch bleiben: Die 3. große Strafkammer verurteilte den 39-jährigen Rumänen zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten.

Verteidiger Axel von Irmer, der eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren beantragt hatte, kündigte an, das Urteil vom Bundesgerichtshof in Karlsruhe überprüfen zu lassen.

Verurteilt wurde der Angeklagte für fünf Fälle von schwerem Bandendiebstahl – bei zweien davon war es beim Versuch geblieben. Am schwersten wog der Einbruch in die Firma DW-Spritzgießtechnik in Halver. Die Richter ahndeten ihn mit einer Einzelstrafe von zwei Jahren. Denn die Diebe hatten die auch an anderen Tatorten gestohlenen Transportfahrzeuge zwar in der Regel irgendwo zurückgelassen und nicht verwertet. Dennoch blieb der Tatbestand, dass sie den 37 000 Euro teuren Wagen vorübergehend und vor allem unrechtmäßig an sich gebracht und vor ihrer Flucht auch noch leicht beschädigt bei der Firma Degenhardt zurückgelassen hatten.

„Riesiges Chaos angerichtet“

Weil die Bande dort keine Beute gemacht hatte, verhängte die Kammer für diesen Einbruch eine Einzelstrafe von einem Jahr. Nachdem die Täter in jener Nacht von einem Wachmann entdeckt worden waren, hatten sie mit ihrem Audi A8 noch bis auf die Lüdenscheider Talstraße flüchten können, wo sie von der Polizei gestellt wurden.

Die weiteren drei Einbrüche lagen im Strafmaß zwischen den beiden Taten in Halver. In seiner Urteilsbegründung listete der Vorsitzende Richter Andreas Behrens noch einmal detailliert die Schäden auf. Betroffen waren ein Dackdeckerbetrieb in Freudenberg sowie Firmen in Hagen und Wetter. Dort hatten die Einbrecher allein einen Gebäudeschaden von insgesamt 15 000 Euro verursacht, als sie auf dem Weg ins Gebäude 15 Türen, Schränke und Schreibtischschubladen aufbrachen und auch „ansonsten ein riesiges Chaos anrichteten“, wie der Vorsitzende vortrug.

Der 39-Jährige habe „eine große kriminelle Energie“ gezeigt. Die Kammer ging bei ihrer Entscheidung davon aus, „dass der Angeklagte spätestens ab Mai 2015 in die Bandenstruktur eingeweiht wurde“. Neben viel Pleiten, Pech und Pannen hatten die Einbrecher zumindestens einmal die erträumte große Beute gemacht. In einem metallverarbeitenden Betrieb in Rheinland-Pfalz schleppten sie Edelmetall im Wert von 130 000 Euro weg und verhökerten es für 39 000 Euro.

Der Angeklagte des Hagener Verfahrens war nach dem Ergebnis der Hauptverhandlung auch dort dabei und erhielt 1500 Euro aus dem Verkauf der Beute. Er wurde dafür aber nicht verurteilt, weil dieser Einbruch nicht Teil der Anklage war. Für das Strafmaß war das allerdings auch nicht entscheidend.

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