Einbrüche in Halver: „Blinde Zerstörungswut“

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In den vergangenen Wochen wurden besonders viele Einbrüche im Halveraner Stadtgebiet gemeldet.

HALVER - Ob Wohnhäuser, Kindergärten oder Firmen: Fast täglich ist in letzter Zeit von Einbrüchen in und um Halver zu hören. So hebeltenUnbekannte auch in der vergangenen Woche in der Zeit von Freitag, 19.30 Uhr, bis Montag, 7.30 Uhr, die Seiteneingangstür einer Firma an der Märkischen Straße auf.

Im Gebäude flexten die Täter einen Tresor auf. Zudem wurden verschlossene Türen zu den dortigen Büroräumen aufgehebelt. Die Beute: ein Akkuschrauber. Im Anschluss gelangten die Täter in einen zweiten Betrieb im Obergeschoss und entwendeten aus einer Geldkassette Bargeld. Es entstand ein Gesamtsachschaden in Höhe von etwa 1500 Euro.

Paradoxerweise besagt die Statistik, dass es im vergangenen Jahr bis zum Monat September 21 Prozent mehr Einbrüche in Halver gegeben hat als in diesem Jahr. Für Oktober könnte das jedoch anders aussehen, sagt Polizeihauptkommissar Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde. Vergleichszahlen würden aber erst im November vorliegen.

Bei den Einbrüchen in Firmen gehen die Täter laut Boronowski meist professionelles vor. Die Aktionen seien gut organisiert. Die Täter vermuteten wohl Tresore oder Schrott in den Unternehmen und bereiteten sich entsprechen vor. Es müssten Fahrzeuge zum Abtransport größerer Teile beschafft und Abnehmer für das Diebesgut gefunden werden.

Besonders wütend machen Boronowski jedoch die Einbrüche in Kindergärten: „Heute ist offensichtlich nichts mehr heilig. Was wollen die Leute denn da holen?“ In diesen Fällen gehen die Ermittlungsbeamten von ansässigen Tätern aus, die genau wissen, wo sich die Kindergärten befinden.

Der Polizeihauptkommissar hält es für unwahrscheinlich, dass jemand in einen fremden Ort fährt, dort erst nach Kindergärten suchen muss, um in diese einzusteigen. Falsche Vorstellungen von dem, was in einer Kindertagesstätte zu finden ist, führen laut Boronowski zu den Einbrüchen. Er stellt klar: „In einem Kindergarten gibt es nichts zu holen.“

Die Beute sei gering, der Schaden hingegen hoch. „Es herrscht eine blinde Zerstörungswut. Das ist wirklich bitter“, sagt der Polizeisprecher.

Er und seine Kollegen können die Bürger nur anhalten, stets die Augen offen zu halten und Auffälligkeiten sofort zu melden. Meist wüssten die Anwohner, wer bei ihren Nachbarn ein und aus geht. Sobald Fahrzeuge mit auswärtigen oder ausländischen Kennzeichen auffallen, sei Vorsicht geboten. „Uns ist es lieber, wir rücken einmal zu viel aus, als hinterher eine Straftat aufnehmen zu müssen“, erklärt Dietmar Boronowski.

Wie erst jetzt bekannt wurde, haben Einbrecher in der vergangenen Woche auch die Diakoniestation Halver an der Marktstraße heimgesucht. Wie die Diakonie Mark-Ruhr mitteilte, wurde in die Räume in der Nacht von Dienstag, 15. Oktober, auf Mittwoch, 16. Oktober, eingebrochen worden.

Neben Handys und Laptop haben die Diebe auch ein Fahrzeug der Diakonie Mark-Ruhr gestohlen. Dabei handelt es sich um einen weißen VW Fox mit blauer Aufschrift (Kennzeichen MK-DM 2013). Der Wagen wurde zuletzt in Hagen gesehen. Die Diakonie Mark-Ruhr bittet darum, Zeugenhinweise an die Polizei in Halver (Telefon 0 23 53 / 9 19 90) oder an jede andere Polizeidienststelle weiterzuleiten.

Von Jana Peuckert

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