Prozessauftakt

Einbruchsserie im MK: Sogar eigene Oma bestohlen

Einbruch
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Symbolbild

Halver/Altena - Mit einem umfassenden Geständnis des Hauptangeklagten hat im Landgericht Hagen der Prozess gegen einen 22-jährigen Altenaer begonnen, dem die Staatsanwaltschaft eine Serie von sieben Einbruchdiebstählen in Altena, Halver, Kierspe, Plettenberg und Breckerfeld vorwirft. Mit auf der Anklagebank sitzt ein 25-Jähriger aus Halver, der bei den meisten dieser Einbrüche offenbar dabei war.

Der Hauptangeklagte bestritt aber, dass sein 28-jähriger Bruder bei zwei Einbrüchen dabei war. Am 4. Dezember 2018 war eine Wohnung in Altena das lukrative Ziel des oder der Einbrecher: Ein in einer Medikamentenbox aufgefundener Safeschlüssel ermöglichte den Zugriff auf mehr als 36 500 Euro, die sich in einem Tresor befanden. 1000 Euro Bargeld aus der Medikamentenbox und ein bisschen Schmuck komplettierten die Beute. 

20.000 Euro "verzockt"

Mindestens 20 000 Euro aus dieser Beute habe er in der Spielbank Hohensyburg verspielt, berichtete der Angeklagte vom Schicksal der Ersparnisse einer älteren Dame. Neben der offenkundigen Spielsucht hatte der 22-Jährige einen Finanzierungsbedarf verschiedener Drogen. 

Auch bei einem weiteren Einbruch in Altena sei er allein gewesen, versicherte er. Die erbeuteten Uhren hätten allerdings nicht den behaupteten Gesamtwert von 8000 Euro gehabt. Nach einer Internetrecherche habe er die „30 bis 40 Euro“ billigen Uhren weggeworfen. 

Einbrüche in Altena, Halver und Kierspe

Bei weiteren Einbrüchen sei der 25-jährige Halveraner mit dabei gewesen. In einem Einfamilienhaus am Eichholz in Halver erbeuteten die Täter im August Motorsägen, eine Armbanduhr, ein Fernglas, Motorsägen und ein Zielfernrohr. Bei dem Versuch, Waffen aus einem gesicherten Schrank zu entwenden, wurden sie gestört und flüchteten. In einem ländlich gelegenen Haus fanden die Einbrecher lediglich eine Spardose mit 45 Euro und ein bisschen Modeschmuck. 

In einem dritten Haus in Halver erbeuteten sie 1866 Euro und Gartengeräte. In Kierspe nahmen die Täter aus einem Haus an der Kölner Straße ein bisschen Bargeld und Schmuck mit, der angeblich 10 000 Euro wert war. 

Sogar eigene Oma bestohlen

Nur als es um die Kontokarte seiner Oma ging, die er mehrfach geplündert hatte, zeigte der Angeklagte Reue. Dieses Geld habe er vollständig zurückgezahlt, versicherte der 22-Jährige. Die Forderung, die ihm im Falle einer umfassenden Verurteilung als Teil des Urteils droht, ist dennoch stattlich: Staatsanwalt Jörn Esken beantragte die Einziehung eines „Wertersatzes“ in Höhe von 64 400 Euro. 

Bei den beiden Mitangeklagten sind die geforderten Beträge geringer. Aus strafrechtlicher Sicht wiegt eine räuberische Erpressung am schwersten: Im Oktober 2019 soll der Hauptangeklagte seinem Vermieter mit einer Anzeige wegen eines erfundenen sexuellen Übergriffs auf seine Freundin gedroht und dadurch 5000 Euro erpresst haben. Angeblich sollten die beiden Mitangeklagten als Zeugen für den erfundenen Vorfall dienen. 

Der Prozess wird am 21. April ab 9.30 Uhr im Landgericht fortgesetzt

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