Gibt es eine Chance?

Ein Waldkindergarten für Halver? Zwei Frauen und eine Idee

Joy Streit und Andrea Katharina Menke würden gerne einen Waldkindergarten in Halver eröffnen. Dafür brauchen sie aber viel mehr als nur ein Waldstück.
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Joy Streit und Andrea Katharina Menke würden gerne einen Waldkindergarten in Halver eröffnen. Dafür brauchen sie aber viel mehr als nur ein Waldstück.

Zwei Frauen haben eine Idee. Es ist ihre Herzensangelegenheit, wie sie selbst sagen. Sie möchten in Halver einen Waldkindergarten eröffnen. Ist das so einfach möglich?

Halver – „Die Kinder sollen sich mit der Natur entwickeln“, sagt Andrea Katharina Menke. Die Halveranerin will zusammen mit Joy Streit einen Waldkindergarten eröffnen. Die Idee hat sich entwickelt, sagt Menke. Sie ist Initiatorin des Halveraner Pleydeys, bei dem sich jeden Mittwochnachmittag Eltern mit ihren Kinder zusammenfinden und in der Natur spielen unter dem Motto „Freies Spielen und Sein in der Natur“. Dieses würde auch übertragen werden in das Konzept des Waldkindergartens.

Mitstreiterin neben Andrea Katharina Menke ist Joy Streit. Die zweifache Mutter möchte eine Ausbildung zur Naturpädagogin beginnen, Andrea Katharina Menke ist Kinder- und Jugendcoach. Erzieherinnen sind beide nicht, wollen den Kindergarten aber „unabhängig vom System“ mit zunächst 15 Kindern betreiben. Unterstützt werden würden sie von Naturpädagogin Anja Büren, die wie Menke Teil vom Naturerlebnis Oben an der Volme ist.

Wald, Hütte oder Zirkuswagen

Ein Waldkindergarten fehlt den Frauen hier, sagen sie unisono. Und auch in Anbetracht der Zeit, sollte das Naturbewusstsein der Kinder mehr in den Fokus rücken. Für ihr Vorhaben fehlt ihnen noch ein Stückchen Wald und eine Hütte oder ein Zirkuswagen, wie sie sagen und um Hilfe dabei bitten.

Aber so einfach geht das nicht, wie Matthias Sauerland vom Fachdienst Jugendförderung und Kinderbetreuung des Kreises erklärt. Ein Waldkindergarten wäre eine Einrichtung – und für die brauchen die Halveranerinnen eine Betriebserlaubnis. Voraussetzungen müssen viele erfüllt sein, unter anderem eine Qualifizierung, die beide nicht vorweisen können. Auch die Finanzierung, die an das Kinderbildungsgesetz gekoppelt ist (Kibiz), stellt Rahmenbedingungen.

Aber: Was nicht ist, kann ja noch werden. „Ich würde mich freuen, wenn mich die beiden Frauen kontaktieren würden“, sagt Matthias Sauerland. Nötig sei das allemal, wenn das Projekt gelingen soll. Denn nach jetzigem Stand würden die Frauen keine Genehmigung bekommen.

Ohne verrückte Ideen gibt es keine Weiterentwicklung.

Matthias Sauerland vom Fachdienst Jugendförderung und Kinderbetreuung des Kreises

Möglich wäre, dass die Frauen als Träger fungieren und eine Firma zum Beispiel in Form einer gGmbH gründen. Jedoch wollen sie selbst mit den Kindern arbeiten. Möglich wäre daher auch, dass beide sich zur Tagespflegeperson ausbilden lassen. Die Räume müssten dann nicht im eigenen Zuhause sein, sondern könnten auch außerhalb sein. Ob das dann eine Hütte im Wald ist, müsse geprüft werden.

„Ohne verrückte Ideen gibt es keine Weiterentwicklung“, sagt Sauerland und erzählt von anderen Ideen, die ihm in seiner Funktion im Kreisjugendamt vorgetragen wurden. Grundsätzlich wäre es schön, sagt er und „es ehrt die Leute, dass sie helfen wollen, eine Kinderbetreuung aufzustellen“. Zusammen zu reden wäre jetzt der Weg, um eine Idee vielleicht doch in die Realität umsetzen zu können. Denn Fakt ist: „Alleine können sie das nicht.“

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