Ökologische Fußabdruck

Ein Wald im eigenen Garten - Frau pflanzt jedes Jahr 20 Bäume

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Martina Schmitz hat 20 Bäume in ihrem Garten in Halver gepflanzt.

Martina Schmitz fliegt nicht. Und ihr Auto fährt im Jahr keine 5000 Kilometer. Aber sie hat sich vorgenommen, etwas für ihren ökologischen Fußabdruck zu tun. Mehr als sie ohnehin schon macht.

Halver - Martina Schmitz aus Halver möchte 20 Bäume pflanzen – jedes Jahr. Die ersten Jungbäume hat sie im vergangenen Jahr in ihrem Garten gesetzt. Jetzt fehlt ihr der Platz und sie sucht Menschen, denen sie einen Baum schenken kann.

Mit der Natur fühlt sich die Halveranerin stark verbunden. Ihr Garten ist bunt, übers ganze Jahr blüht etwas rund um ihr Haus am Mühlenberg. „Ich bin glücklich, wenn Tiere in meinen Garten kommen und etwas zu fressen finden.“ Beim Besuch in ihrem Garten fällt ihr jede Hummel, die an ihr vorbeifliegt, auf. Bei manchen weiß sie schon, wo ihr Flug hingeht. „Die fliegt zum Mönchspfeffer“, sagt sie und lacht.

Ich bin glücklich, wenn Tiere in meinen Garten kommen und etwas zu fressen finden.

Martina Schmitz aus Halver

Im Nachbargarten steht eine Fichte. Lange wird der Baum, der bald zweimal so groß ist wie ihr Haus, nicht mehr dort stehen, vermutet sie. Die Baumkrone ist nicht mehr dicht. Immer mehr Licht dringt durch die kahlen Stellen in den Garten der Halveranerin. Auch für diesen Baum will die 58-Jährige einen Ausgleich schaffen. Gleich hinter der Hecke, die die Gärten trennt, hat sie den Großteil der 20 Bäume gesetzt. So nah beieinander wie es ging, um in einigen Jahren einen kleinen Wald an dieser Stelle zu haben. Die Bäume werden maximal rund sieben Meter hoch, tragen zum Großteil Früchte und können gut mit Trockenheit umgehen. Bei ihrer Auswahl handelt es sich um besondere Arten, die es in Deutschland kaum gibt. Den Amberbaum mag sie besonders. Er zählt zu den höchsten Laubbäumen in Europa, kommt aber ursprünglich aus Zentral-/Nordamerika. Heimisch ist er auch in Asien, aber nur der amerikanische Amberbaum ist winterhart. Zudem komme er gut mit der Trockenheit zurecht, sagt Schmitz.

Ihren ökologischen Fußabdruck geht Martina Schmitz aus Halver an. Sie hat sich vorgenommen, jedes Jahr 20 Bäume zu pflanzen. In ihrem eigenen Garten hat sie dieses Vorhaben bereits umgesetzt.

In ihrem Garten stehen unter anderem Blumeneschen, Pimpernüsse, Wildkirschen, Kornelkirschen, Azerola, Traubenkirsche, Fahlbäume, Deutsche Mispel, Eierpflaume, Maulbeerbäume und viele mehr.

„Bäume brauchen ihre Zeit, bis sie ankommen“, sagt Martina Schmitz. Manchmal drei Jahre. Geduld sei gefragt, aber auch das Gespür für den richtigen Standort. Einige Bäume hat sie umpflanzen müssen, nachdem sie ihre Blätter verloren haben. Jetzt geht es ihnen wieder besser.

Bäume aus dem Supermarkt retten

Auch im Supermarkt rettet sie grundsätzlich Bäume, die kein anderer mehr kaufen würde. Aus Blumensträußen zieht sie Äste bis sie wurzeln und setzt sie dann an einen freien Platz auf ihrer Wiese. Ihr Garten ist vielfältig und soll Lebensraum für Igel, Vögel, Eichhörnchen und Insekten bieten. Ihr neues Baumbeet, wie sie es nennt, wird in einigen Jahren ein kleines Wäldchen sein.

Es passen keine Bäume mehr in den Garten von Martina Schmitz. Sie sucht nun Menschen, denen sie einen Baum schenken kann.

Bäume aus dem Supermarkt sind eher die Seltenheit. Die seltenen Arten bestellt Martina Schmitz online bei einer Baumschule, die sich zum einen auf sogenannte Klimawandelgehölze spezialisiert hat und zum anderen Bäume nicht mit Chemie behandelt. „So etwas will ich nicht in meinem Garten“, sagt Schmitz, die Yogalehrerin ist. Für sie geht es immer um Einklang – auch zwischen Menschen und der Natur.

Wenn Sie Platz für einen Baum haben, den Ihnen Martina Schmitz schenken kann, können Sie sich bei ihr unter Tel. 0 23 53/ 66 87 71 melden. Von Bedeutung sei zudem, dass Sie die Natur zu schätzen wissen.

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