Demografischer Wandel

Ein neuer Ort für Senioren: Alte Kita wird zur Tagespflege

Paul Ziemiak zu Besuch in Oberbrügge: Matthias Lauermann stellt sein Konzept für die alte Kita St. Georg vor, die im Januar eine Tagespflege wird
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Paul Ziemiak zu Besuch in Oberbrügge: Matthias Lauermann stellt sein Konzept für die alte Kita St. Georg vor, die bereits im Januar als Tagespflege genutzt werden soll.

Oberbrügge - Es wird konkret am Burgweg 21a. Das Gebäude, in dem die Kita St. Georg bis zum 31. Juli 2018 war, hat im vergangenen Jahr den Besitzer gewechselt. Matthias Lauermann, Geschäftsführer von Haus Waldfrieden, stellte daraufhin die Pläne vor, die er gemeinsam mit dem Architekten Dirk Eicker erarbeitet hatte.

In die ehemalige Kindertagesstätte entstehen eine Tagespflege sowie seniorengerechte Wohnungen. In Oberbrügge soll damit eine Lücke gefüllt und eine Möglichkeit für Senioren geschaffen werden, selbst dann zu Hause wohnen zu bleiben, wenn sie im Alltag auf Hilfe und Pflege angewiesen sind.

Die Idee von Matthias Lauermann und seinem Vater Bernd ist es, die Versorgung durch Angehörige und ambulante Dienste zu ergänzen und in Kooperation zu treten. Eine Win-win-Situation. So könnten die ambulanten Dienste einerseits ihre Kunden behalten, sagt Bernd Lauermann, andererseits werden Angehörige entlastet und Senioren bleiben bei ihren Familien. Schon im Januar soll die Tagespflege starten. In Oberbrügge tut sich momentan viel. Der Park am Bürgerhaus wandelt sich.

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak und weitere Parteimitglieder vor Ort

Wie sich die ehemaligen Kita-Räume verwandeln werden, stellten Matthias und Bernd Lauermann gestern CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak vor, der für einen Ortstermin in Oberbrügge war. Das Konzept sahen sich weitere CDU-Mitglieder an, darunter unter anderem Fraktionsvorsitzende Martina Hesse, Monika Ebbinghaus, stellvertretende Bürgermeisterin und Ratsmitglied, die CDU-Bürgermeisterkandidaten für Halver und Lüdenscheid, Markus Tempelmann und Christoph Weiland, Kreisgeschäftsführer André Krause sowie Bundestagsmitglied Matthias Heider.

In den Räumen, in denen vor zwei Jahren noch Kindergarten-Gruppen waren, werden jetzt eine große Küche mit höhenverstellbarer Kochinsel, die auch von Rollstuhlfahrern benutzt werden kann, eingebaut sowie zwei Wohnzimmer als Gesellschaftsräume, etwa zum Klönen, Zeitung lesen, Basteln oder Fußballgucken, und ein großes Pflegebad. Der angrenzende alte Pfarrsaal soll ein Gemeinschaftsraum für Besucher werden, die zwar noch nicht zur Tagespflege müssen, aber Gesellschaft suchen.

Paul Ziemiak zu Besuch in der Kita St. Georg in Halver Oberbrügge-Ehringhausen

Vorstellbar sei in diesem Punkt auch die Kooperation mit Kindergärten. „Senioren leben auf, wenn Kinder da sind“, sagte Bernd Lauermann. „Die Verquickung bringt beiden Seiten viel.“ Architekt Dirk Eicker ergänzte, dass das Ziel die „Durchdringung der Gesellschaft“ sei. Wenn die Lauermann-Familie weiterdenkt, kann sie sich auch vorstellen, dass die Kinder der Mitarbeiter in einer Art Großtagespflege auch in den Räumen unterkommen können. „Wir haben immer neue Ideen für Halver“, betonte Bernd Lauermann.

Der Außenbereich wird jetzt noch von einem zugewucherten Sandkasten dominiert. Dort sollen Hochbeete entstehen, ein kleiner Garten mit Terrasse und Spielgeräte, womit auch an Kinder, die zu Besuch kommen, gedacht wird.

Anwohner äußern sich positiv

Die Anwohner am Burgweg äußerten sich schon bei einer Versammlung 2019 positiv zur Projektplanung, sagt Matthias Lauermann, der ebenfalls CDU-Mitglied ist. Einerseits freuten sich die Anwohner darüber, dass das Gebäude wieder genutzt wird, andererseits würden auch Senioren die Tagespflege besuchen, die ihre Kinder einst in die Kita gebracht haben. Eine Folgenutzung ganz im Sinne der Oberbrügger – auch im Hinblick auf das fehlende Angebot. Lauermann rechnet mit Interessenten nicht nur aus Oberbrügge und dem Ortskern, sondern auch aus Lüdenscheid und Schalksmühle. Das Hinbringen und Abholen der Senioren soll mit Kooperationspartnern gelöst werden. „Wir wollen da keine eigene Suppe kochen“, sind sie sich einig und betonen zudem, dass die Halveraner Pflegedienstleister keine Angst haben sollten, dass man ihnen etwas wegnehmen wolle – das Gegenteil sei der Fall.

Über das Engagement der Familie Lauermann freute sich Markus Tempelmann. Allerdings beklagten sich Vater und Sohn in Richtung des Berliner Politikers Ziemiak, dass bei solchen Projekten große Träger bevorzugt würden. Die Politiker tauschten sich über Steuersätze der Pflegeversicherung aus, Tempelmann ergänzte, dass Start-ups unterstützt werden müssten.

Senioren und Mitarbeiter

Die Warteliste für Senioren hat Matthias Lauermann eröffnet. Bei Bedarf kann man sich bei ihm melden. Und von Reinigungskräfte bis zur Pflegedienstleitung kann sich noch jeder bei ihm unter der Rufnummer 0 23 53/6 66 11 14 oder per E-Mail an m.lauermann@waldfrieden-hausgemeinschaften.de bewerben.

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