Im Einsatz für Menschen

Ein Krankenhaus auf dem Wasser: Ein Halveraner hilft Menschen in Afrika

Zwei Jahre auf See: Linda Lauermann und Daniel Lauermann haben sich für einen medizinischen Einsatz in Afrika entschieden
+
Zwei Jahre auf See: Linda Lauermann und Daniel Lauermann haben sich für einen medizinischen Einsatz in Afrika entschieden – auf einem Hospitalschiff.

Seiner Heimatstadt Halver fühlt sich Daniel Lauermann eng verbunden. Dennoch zieht es ihn immer wieder hinaus in die weite Welt. Derzeit wartet er gemeinsam mit seiner Ehefrau Linda auf dem Hospitalschiff Africa Mercy der christlichen Hilfsorganisation Mercy Ships, das in Teneriffa vor Anker liegt, auf seinen Einsatz in Afrika.

Halver – Nach Einsätzen in Sierra Leone, wo sich das Ehepaar kennengelernt hat, und Gambia soll es diesmal in den Senegal gehen. Beide freuen sich, damit gleichsam an alte Wirkungsstätte zurückkehren zu können. Daniel Lauermann hat eine Stelle als Leiter des Medizinischen Aus- und Weiterbildungsprogramms auf dem Hospitalschiff angenommen. Seine Ehefrau Linda, die aus Großbritannien stammt, ist als Assistentin des Ärztlichen Direktors an Bord und vornehmlich mit Verwaltungs- und Organisationsaufgaben betraut. „Wir haben über die Jahre zu Mercy Ships Kontakt gepflegt“, erzählt Daniel Lauermann. „Jetzt waren zwei attraktive Funktionsstellen offen, was nicht selbstverständlich ist – gerade in Zeiten von Corona.“

Für mindestens zwei Jahre werden sie mit dem größten zivilen Hospitalschiff der Welt, einer ehemaligen, zum schwimmenden Krankenhaus umgebauten Eisenbahnfähre, unterwegs sein und medizinische Hilfe zu den Ärmsten der Armen bringen.

Menschen aus 30 Ländern auf dem Schiff

Die Werte, die sich die Hilfsorganisation auf die Fahne geschrieben hat, empfinden beide als sehr bereichernd. „Ich nehme immer sehr viel mit“, sagt der Halveraner über seine Einsätze. „Es macht Spaß, in einem internationalen Kontext zu arbeiten.“ Schon jetzt, in der Werftphase, sind Menschen aus 30 Ländern auf dem Schiff vertreten. Sind alle 450 Helfer an Bord, kommen schnell mehr als 50 Nationalitäten zusammen. „Das ist sehr bunt. Ich habe sehr interessante Menschen kennengelernt“, sagt Daniel Lauermann.

Vor Ort in den Gastländern daran mitarbeiten zu können, dass sich Dinge nachhaltig und langfristig zum Positiven verändern, ist für den Sohn von „Waldfrieden“-Einrichtungsleiter Bernd Lauermann ein beglückendes Gefühl. Nicht umsonst hat er an der Technischen Universität Kaiserslautern seinen Master-Abschluss im Studiengang „Nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit“ gemacht.

Auch in Zentralamerika und Kambodscha

Aufmerksam auf Mercy Ships wurde er vor Jahren durch seine Cousine, die mit der Hilfsorganisation in Gambia war. Neugierig geworden, wählte er daraufhin den Dienst im Ausland als Wehrdienstersatz. Seither war er bereits wiederholt für diese und andere Organisationen tätig – nicht nur in Afrika, auch in Zentralamerika und Kambodscha.

Für ihre verantwortungsvolle Arbeit bringen Daniel und Linda Lauermann reichlich Know-how und Begeisterung mit. In seiner neuen Position als Leiter des Medizinischen Aus- und Weiterbildungsprogramms kümmert sich Daniel Lauermann um die Schulung von medizinischen Fachkräften aus den Gastländern. Ziel ist es, dass Hilfe, Wissen und Kompetenz im Land bleiben und geschulte Kräfte den Kranken vor Ort weiterhelfen können, auch wenn das Hospitalschiff längst wieder abgelegt hat.

In Benin zwei Ärzte ausgebildet

„Ein großer Schwerpunkt unserer Arbeit sind Gaumenspalten“, erzählt der Halveraner, der 2017 zusammen mit Kristian Hamm die Sentiris gGmbH gegründet hat. „Viele Kinder sterben an Unterernährung, die oft als Folge einer solchen Erkrankung auftritt. Die, die es trotzdem schaffen, leben am Rande der Gesellschaft.“ Mit ihrem Einsatz möchte die Organisation das Leid dieser Menschen nachhaltig lindern. So habe die Hilfsorganisation beispielsweise vor fünf Jahren in Benin zwei Ärzte ausgebildet, die die rettenden Operationen jetzt selbst durchführen können.

Momentan erarbeitet Mercy Ships gemeinsam mit der Senegalischen Regierung intensiv an den Voraussetzungen dafür, dass die Africa Mercy, die mit sechs OP-Sälen, Labor, Apotheke, Computertomograf, Intensivpflege und anderem medizinischem Gerät ausgestattet ist, in den Senegal reisen kann. Auf Afrika freut sich das Ehepaar sehr. „Das ist ein Arbeitsumfeld, da fühlen wir uns wohl.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare