Eicker zum Wulff-Rücktritt

Bürgermeister Dr. Bernd Eicker hält den Rücktritt des Bundespräsidenten für überfällig.

HALVER ▪ Berlin ist weit weg. Doch das Erdbeben, den der Rücktritt des Bundespräsidenten ausgelöst hat, war auch im weit entfernten Halver zu spüren.

Nachdem die heimischen Fraktionsspitzen bereits Anfang Januar ihren Unmut über das Verhalten Christian Wulffs geäußert hatten – der AA berichtete – zeigte sich gestern auch Bürgermeister Dr. Bernd Eicker auf Anfrage unserer Zeitung erleichtert, dass die Meldungen um Urlaubsreisen, Bürgschaften und andere mögliche Vorteilsnahmen nun ein Ende haben.

„Ich habe schon vor zwei Monaten gesagt: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“, so Eicker, der dem scheidenden Bundespräsidenten mehr Fingerspitzengefühl gewünscht hätte. „Man muss aufpassen, dass man nicht auch nur in den Ruch kommt, für Leistungen, die mit dem Amt zu tun haben, Gegenleistungen zu bekommen.“ Doch diesen Verdacht habe Christian Wulff nie überzeugend ausräumen können. „Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass er die Maßstäbe, die er in Äußerungen zuvor an anderen Menschen angelegt hat, auch für sich selbst gelten lässt.“

Für den oder die Nachfolger(in) wünscht sich Bernd Eicker eine Persönlichkeit, die „die Würde des Amtes wieder herstellt“. „Man sollte auch nicht in parteipolitische Zwistigkeiten zurückfallen“, erinnert das Stadtoberhaupt an die umkämpfte Wahl Wulffs vor zwei Jahren. „Alle politischen Gruppierungen sollten sich zusammensetzen und bei der Kandidatenwahl einen Konsens finden. Das würde ich mir wirklich wünschen“, so Eicker, der die Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, sich auch mit SPD und Grünen an einen Tisch setzen zu wollen, entsprechend begrüßt. ▪ zach

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