Eicker appelliert an Bürger, Müll zu vermeiden

Müll kostet Geld – doch wer kompostiert, erhält einen Rabatt von zehn Prozent auf die Abfuhrgebühr.

HALVER ▪ Der Abschied von den Müllchips rückt immer näher – doch längst sind nicht alle Fragen zum neuen Entsorgungssystem geklärt. Das wurde auch am Donnerstag im Rahmen des Hauptausschusses deutlich.

So hinterfragte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Karl-Friedrich Osenberg den Anreiz, im Haushalt anfallenden Bio-Müll zu kompostieren. Doch Kämmerer Markus Tempelmann gab Entwarnung.

Denn: Ab kommendem Jahr erhalten Bürger, die der Verwaltung angeben, ihren Bio-Müll zu kompostieren, einen Nachlass von zehn Prozent auf die jeweilige Abfuhrgebühr. Dies ist jedoch keineswegs ein freiwilliges Entgegenkommen der Stadt. „Dazu sind wir gesetzlich verpflichtet“, erklärte Tempelmann den Ausschussmitgliedern. Ursprünglich sei sogar eine noch höhere Rabattierung vorgesehen gewesen, doch habe die Politik eine geringere Differenz zwischen Kompostierern und Nicht-Kompostierern gefordert. Mit dem nun eingeräumten Rabatt von zehn Prozent liege man knapp an der von der Justiz anerkannten Mindestmarke von neun Prozent. Um Missbrauch zu verhindern, werde die Verwaltung auch künftig stichprobenartig die gemeldeten Kompostierer überprüfen. „Dafür ist derselbe personelle Aufwand angesetzt worden wie bisher“, erwiderte der Kämmerer eine entsprechende Anfrage von UWG-Ratsherr Markus Turck.

Ob mit Kompostierung oder ohne – Bürgermeister Dr. Bernd Eicker nutzte die Sitzung des Hauptausschusses zu einem Appell an die Bürger, Müll nach Möglichkeit zu sparen. „Je höher das Müllaufkommen, umso höher die Gesamtkosten des Systems.“ Vom neuen Entsorgungsmodell ist Eicker dennoch überzeugt – zumal die Verwaltung oftmals den Unmut vieler Bürger über das Chip-System erfahren hätte. Etwa, wenn sie unbegründet verdächtigt wurden, an dem Chip-Behälter manipuliert zu haben. Damit soll durch das neue System Schluss sein, so Eicker.

Letztlich stimmte die Mehrheit aus CDU, SPD und FDP der neuen Abfallgebührensatzung zu, während sich Markus Turck enthielt und die Grünen-Fraktion gemeinsam mit Dr. Sabine Wallmann (UWG) dagegen votierte. ▪ Frank Zacharias

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