Anwohner ärgern sich über Raserei auf der Heerstraße

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Seit sieben Jahren wohnen Gisela und Peter Büte nun an der unteren Heerstraße in Oberbrügge. Für sie nimmt die Zahl der Raser in diesem Bereich überhand.

Seit sieben Jahren wohnen Gisela und Peter Büte nun an der unteren Heerstraße in Oberbrügge. Für sie nimmt die Zahl der Raser in diesem Bereich überhand. - Foto: F. ZachariasOBERBRÜGGE - Die Heerstraße in Oberbrügge sorgt seit Jahrzehnten für Negativ-Schlagzeilen - meist aufgrund ihres schlechten Fahrbahnbelags in Ehringhausen. Nun jedoch rückt ihr unterer Bereich in den Fokus: Denn dort ist die Straße zwar intakt, doch dadurch für einige Anwohner auch eine Gefahrenquelle.

Seit sieben Jahren wohnen Gisela und Peter Büte nun in Oberbrügge. Die Wahl für das Haus an der Heerstraße fiel ihnen nicht schwer, denn bislang sei der Straßenverkehr kein allzu großes Problem gewesen, sagen sie. Doch mittlerweile sei die Zahl der Raser immens gestiegen - und zugleich die Sorge um das achtjährige Enkelkind, das „Am Nocken“ wohnt und seine Großeltern regelmäßig zu Fuß besucht. Inklusive der Überquerung der Heerstraße.

„Wir sind mit Sicherheit keine Autohasser“, sagt Peter Büte. „Ich fahre selber eins. Aber mit angepasster Geschwindigkeit.“ Insbesondere nach dem schweren Schicksalsschlag, den die Familie im vergangenen Jahr erlitt: Ein Enkel verunglückte bei einem Verkehrsunfall tödlich. Seither, so sagen die Bütes, seien sie für das Thema „Rasen“ sensibler geworden.

„Dass Leute aus der unteren Kurve heraus beschleunigen und dann knapp 80 Sachen drauf haben, ist keine Seltenheit“, sagt Peter Büte. Seine Frau Gisela hat - mit Blick auf ihr Enkelkind - vor allem die Schulkinder im Blick. „Das ist hier ein Schulweg, da muss man doch was machen, bevor etwas passiert.“ Mit ihrer Meinung stünden sie dabei keineswegs alleine da. Viele Nachbarn würden genauso denken wie die Bütes - was auch anhand der eigens gegründeten Gruppe im sozialen Netzwerk „wer-kennt-wen“ deutlich wird: 47 Mitglieder sind diesem Online-Verbund unter dem Motto „Wir gegen Rennstrecke!“ bereits beigetreten. „Da haben wir zunächst munter diskutiert - mittlerweile ist das aber etwas eingeschlafen“, räumt Peter Büte ein, der aber gemeinsam mit seiner Frau weiter gegen zu schnelles Fahren auf der Heerstraße kämpfen will.

Dazu hatte Gisela Büte auch schon in der Stadtverwaltung um Lösungen gebeten. Doch sei dort auf die bevorstehende Sanierung der Straße in Ehringhausen verwiesen worden, in deren Zuge ohnehin eine Vollsperrung und also auch eine geringere Verkehrsdichte zu erwarten sei. „Die Sanierung ist jetzt aber wieder nach hinten verschoben worden. So lange ändert sich also nichts“, ärgern sich die Bütes.

Im Gespräch mit dem AA erklärte Lutz Eicker vom Fachbereich „Bürgerdienste“, dass ihm die Beschwerde über vermeintliche Raser auf der Heerstraße bekannt seien. Doch sei ihm bislang nur eine einzige Beschwerde bekannt. Die Schulwegsicherung sei weniger im besagten, unteren Bereich der Heerstraße als viel mehr im oberen Teil in Ehringhausen ein Thema. „Dort kontrolliert die Polizei häufiger die Geschwindigkeit.“ Zudem würden auch die parkenden Fahrzeuge entlang der Heerstraße zwischen katholischer Kirche und Einmündung Burgweg für eine Verlangsamung des Verkehrs sorgen. „Das ist durchaus gewollt“, sagt Eicker, der auch auf das subjektive Empfinden einer zu hohen Geschwindigkeit hinweist. Allerdings gestalte sich die Anbringung einer Tempomesstafel in diesem Abschnitt der Heerstraße schwierig, da dafür eine längere gerade Strecke zur Verfügung stehen müsse. Und so werden Peter und Gisela Büte wohl auf die Einsicht der Verkehrsteilnehmer hoffen müssen. Daher wählten sie auch den Weg über den AA - „einen Versuch ist das allemal wert“. - Frank Zacharias

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