Ehepaar Guth bricht Zelte in Oberbrügge ab

Das Ehepaar Guth verlässt Oberbrügge. ▪ Fraune

OBERBRÜGGE ▪ Christa und Günter Guth werden nach 44 Jahren ihrer Heimat Oberbrügge den Rücken kehren. Das Haus am Burgweg hat das Ehepaar verkauft und wird Mitte nächsten Monats ins „tiefschwarze“ Sauerland ziehen. „Es ist keine Flucht, sondern eine klare, nüchterne Überlegung“, unterstreicht Günter Guth im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger. Wie berichtet, hatte Pastor Claus Optenhövel dem Ehepaar im August nahe gelegt, von allen Ämtern zurückzutreten, dem beide Mitte August nachgekommen sind.

„Das Ganze kann man kurz aushalten, aber nicht lange“, zieht Guth die Konsequenz aus von Teilen der Kirchengemeinde geäußerten Vorwürfen, den mittlerweile nicht mehr als Pfarrer aktiven Volker Ziegenhagen diffamiert zu haben. Da einige Gemeindemitglieder nicht mehr gemeinsam mit den Guths die Heilige Messe feiern wollten, seien sie auch nicht mehr in die Kirche gegangen, beschreibt der 78-Jährige die vergangenen Wochen. Für ihn und seine Frau war die Situation letztlich unerträglich – auch durch die räumliche Nähe zum Gotteshaus. Guth: „Wir haben die Kirche vorm Haus, hören die Glocken und wir sind ausgesperrt.“

Die ganze Familie habe sich dann dazu entschlossen, das Wohnhaus zu verkaufen. „Wir sind alt und das Haus ist groß“, versucht Guth dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen. Den Anstoß habe natürlich „das ganze Spektakel“ gegeben. Nun werde man auf der Hälfte der Fläche wohnen. Und das bewusst nicht mehr im Bistum Essen, sondern im Bereich des Bistums Paderborn. Denn: „Man hat uns entsorgt.“ Dabei hätten sie keinen geschädigt, findet das Ehepaar. Außerdem habe man sehr viel Rückhalt in der Kirchengemeinde erfahren, nachdem sie von ihren Ämtern zurückgetreten seien und die zahlreichen Aktivitäten in der Gemeinde einstellten. Unverständnis darüber, dass Veröffentlichungen im Kirchenblättchen von Günter Guth und ein harscher Leserbrief von Christa Guth das Aus für Führungsämter bedeuteten, herrscht weiterhin vor. „Man versteht einfach die Kirche nicht“, zeigt sich der 78-Jährige betroffen. „Der Kirchenspitze waren wir zu offen und zu ehrlich.“ Es könne aber sein, dass sie sich in der neuen Kirchengemeinde engagieren werden. ▪ Marco Fraune

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