„Egal wohin, Hauptsache viel Sonnenschein“

Maja Gering (links) und Verena Kirsten versuchen, für Kurzentschlossene das passende Urlaubsziel zu finden. Peuckert

HALVER ▪ Türkei, Mallorca, Bulgarien – das Motto vieler Halveraner in diesen Tagen lautet: „Egal wohin, Hauptsache viel Sonnenschein.“ Anstatt in Jacken eingepackt und mit Regenschirmen ausgestattet durch die Straßen ihrer Stadt zu laufen, zieht es viele spontan gen Süden. „Wir haben sehr viel mehr kurzfristige Anfragen als in den Jahren zuvor“, berichtet Maja Gering vom hiesigen Reisebüro Brandt.

Während Flugreisende überwiegend die Türkei und Mallorca ansteuern würden, verschlage es Urlauber, die sich mit dem Pkw auf den Weg machen, eher nach Italien. Aber auch Nord- und Ostsee seien trotz des schlechten Wetters gefragt.

Das kann Susanne Doßmann vom Reisebüro Kattwinkel nicht bestätigen. Seien die deutschen Küsten in den vergangenen Jahren sehr gefragt gewesen, seien sie in diesem Jahr auf der Beliebtheitsskala gesunken: „Die Leute schauen sich die Wetterprognose an, und fahren dann lieber in den Süden.“ Und so stehe bei den Autofahrern der Gardasee ganz oben auf der Ziele-Liste.

Nach wie vor liege insbesondere bei jungen Leuten Mallorca voll im Trend. Auch unter Jugendlichen gebe es derzeit viele, die kurzfristig ein paar Tage Sonne tanken wollen. „Das sind dann meist sehr spontane Ideen. Allerdings vergessen die jungen Leute dabei manchmal, dass sie nicht nur das Geld für Flug und Hotel aufbringen müssen, sondern auch vor Ort noch etwas Urlaubsgeld haben möchten“, weiß Susanne Doßmann. Sie rät daher allen Kurzentschlossenen, sich vor der Buchung einen genauen Überblick über die anfallenden Kosten zu verschaffen.

Die Frage des Geldes spiele auch bei der Urlaubsplanung von Familien eine große Rolle. „Wegen des Preis-Leistungs-Verhältnisses bevorzugen Paare mit Kindern Bulgarien oder die Türkei“, erklärt Doßmann. Wer mehr Geld investieren kann, sei auf einem Kreuzfahrtschiff wie der Aida gut aufgehoben: „Dort gibt es insbesondere für Kinder ein abwechslungsreiches Programm.“ Aber auch Vereine hätten Schiffsreisen für sich entdeckt. So gehe der Trend für Ausflüge zu Kurztrips ab und nach Mallorca. „Vier Tage Aida ist eine gute Alternative zum klassischen Vereinsausflug“, findet Doßmann.

Bedingt durch die Finanzkrise in Griechenland würden viele Menschen denken, dass es dort nun besonders billig sei. Aber: „Auch die Griechen haben ihre Preise“, weiß Doßmann. Zwar gebe es durchaus günstige Angebote, pauschalisieren könne man das jedoch auf gar keinen Fall.

In Bezug auf Griechenland haben Maja Gering und ihre Kollegin Verena Kirsten vom Reisebüro Brandt durchaus eine Veränderung im Verhalten der Urlauber bemerkt. „Die Nachfrage war gerade zu Beginn der Krise stark zurückgegangen. Erst jetzt steigt sie so langsam wieder an“, erklärt Gering. Und so hätten Kurzentschlossene gerade in dieser Region die besten Chancen, noch etwas zu ergattern.

„Wir versuchen, für jeden Kunden das Passende zu finden“, so Maja Gering. Allerdings sollten die Reiselustigen etwas Zeit und Geduld für die Suche mitbringen. Insbesondere bei den sehr gerne genommenen All-Inclusive-Angeboten sei es schwierig, noch etwas zu finden. Wer für den Urlaub im Herbst oder Winter auf Nummer sicher gehen will, sollte bereits jetzt buchen. „Viele wollen in den Herbstferien Sonnengarantie. Deshalb sind zu dieser Zeit die Türkei, die Kanaren und Ägypten sehr beliebt“, sagt Maja Gering.

Wer jetzt noch spontan verreisen will, müsse damit rechnen, etwas mehr Geld einplanen zu müssen. Zudem bleibe es vielleicht nicht aus, von den ursprünglichen Plänen abzuweichen. „Wir versuchen immer, alle Wünsche zu erfüllen. Aber gerade jetzt, wo es viele Nachfragen gibt, können wir den Vorstellungen der Kunden nicht immer entsprechen“, sagt Susanne Doßmann. ▪ Jana Peuckert

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