Oberbrügge: Beschluss vertagt, Schule gerettet

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Halver - Auch ohne formalen Beschluss ist die Ausgangssituation klar: Oberbrügge wird seine Grundschule behalten. Noch nicht entschieden ist, wie schnell sie Teilstandort einer anderen Grundschule Halvers sein wird. Über juristische und finanzielle Aspekte diskutiert noch der Hauptausschuss am 2. März, Entschieden wird am 7. März im Rat.

Mit diesem Ergebnis, nach insgesamt fast dreistündiger Debatte, ging gestern Abend der Ausschuss für Bildung und Jugend auseinander. Die Mehrheit von SPD, UWG und Grünen verzichtete darauf, ihr Stimmenplus zu nutzen und eine Abstimmung auf Biegen und Brechen durchzusetzen. Ausschussvorsitzender Werner Lemmert (UWG) nahm die Bedenken aus CDU und FDP auf und folgte der Bitte um ein Vertagung des Beschlusses.

Spätestens bis zum Rat soll eine rechtliche Bewertung durch Schulrätin Sabine Stahl erfolgt sein, ob die Bildung der Schule als Teilstandort auch bei noch ausreichender Schülerzahl zulässig ist. Und auch bei finanziellen Aspekten sehen die Fraktionen noch Gesprächsbedarf. So nahmen die Bürger aus Oberbrügge, die teils hochgradig verärgert in die Lindenhofschule gekommen waren, den Beschluss als Erfolg und quittierten ihn auch mit Applaus – wenn auch verhalten. Die Diskussion über eine mögliche Schließung hatte im Ortsteil geradezu Entsetzen ausgelöst. Aus diesem Grund war auch etwa jeder zehnte Anwohner in die Schule gekommen. Eine Ausschusssitzung mit deutlich mehr als 200 Besuchern dürfte es wohl lange nicht gegeben haben.

Während weitere Entscheidungen zur Schullandschaft mit breiter Mehrheit oder einstimmig ergingen, bot die befürchtete Schulschließung Reibungspunkte genug für eine engagierte Debatte. Insgesamt acht Vertreter des Orts und der Elternschaft ergriffen das Wort, schilderten die Vorzüge des Oberbrügger Schulstandorts und seine Bedeutung für den Ortsteil, unter ihnen Simone Friemann, die nach der Hauptsatzung der Stadt die Einberufung einer Einwohnerversammlung vor einer Entscheidung einforderte.

Für die Verwaltung begründete Bürgermeister Michael Brosch erneut vor den Oberbrüggern den vorherigen Schließungsvorschlag. Deutlich formulierte Kämmerer Markus Tempelmann die finanziellen Konsequenzen für Halver, die mit der Fortführung verbunden seien. „Wenn Sie vorgeben, für Ihre Kinder zu handeln, dann müssen Sie auch die Rahmenbedingungen schaffen“, mahnt er in Richtung der Bürger und sparte auch die Fraktionen nicht aus, „die sich „populistisch überbieten, weil jeder so schnell wie möglich in die Zeitung kommen will“.

In der Sache gibt es aktuell zwei konkurrierende Einschätzungen. Eine Mehrheit von SPD, UWG und Grünen will möglichst zügig in Vorbereitungen eintreten, die Schule mit neu zu entwickelnden Konzepten zum attraktiven Teilstandort einer der anderen Grundschulen zu machen. CDU und insbesondere FDP sehen dagegen keinen aktuellen Handlungsbedarf anhand der vorliegenden Schülerzahlen. Die Bereitschaft zur Mitwirkung ist da. Das sagte in einem Abschlussbeitrag Lars Winterhoff, Vorsitzender der Elternschaft. „Sie dürfen mit einem Engagement von Eltern, Oberbrügger Bürgern und Lehrer der Schule rechnen, das seinesgleichen sucht.“

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