Drogensucht: Gericht verurteilt 20-Jährigen Halveraner

HALVER ▪ Manchmal ist Nachdenken gut. Vor allem dann, wenn man unter Bewährungsaufsicht steht und somit auch riskiert, für alte Vergehen noch einmal zur Rechenschaft gezogen zu werden. Trotz eines erneuten Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz gab es vor dem Jugendschöffengericht in Lüdenscheid am Montag eine erneute Bewährungsstrafe für einen 20-Jährigen aus Halver.

Sieben Monate kassierte der geständige junge Mann letztlich für die Einfuhr von drei Gramm Marihuana und einem Gramm Haschisch aus den Niederlanden. Am Grenzübergang Elten war er in Begleitung seiner Freunde und des Rauschgifts aufgegriffen worden. „Ich habe mich später darüber geärgert. Aber das muss man sich vorher überlegen“, zeigte er gewisse Zeichen von Reue. Richter Wolfram Arnold freute sich über diese Einsicht. Zwar räumte auch er ein, dass dieser Verstoß gegen die Regeln des Betäubungsmittelgesetzes „kein besonders schwerer“ war. „Es geht aber darum, dass man sich in der Bewährungszeit nichts zuschulden kommen lassen darf“, betonte der Richter. Denn kurz vor der illegalen Einfuhr bei Elten war der junge Mann in ähnlicher Sache auf Bewährung wieder nach Hause geschickt worden. „Die letzte Hauptverhandlung hat ihn vermutlich eher wenig beeindruckt“, lautete das ernüchternde Fazit.

Durch sein klares Geständnis blieb viel Zeit, mit dem 20-Jährigen über seine Lebensgestaltung zu sprechen. „Jeder Joint kostet Hirnzellen“, mahnte die Staatsanwältin und der Richter ermutigte den jungen Mann, seine derzeitige Arbeit im Betrieb des Vaters ernst zu nehmen und dort eine Ausbildung zu beginnen. „Keine Schule!“, jammerte der junge Mann mit Blick auf seine vorausgegangenen Erfahrungen und die Rahmenbedingungen einer betrieblichen Ausbildung. „Man muss sich auch mal quälen. Das haben wir alle hinter uns“, tröstete ihn der Richter.

Die Bewährungsauflagen konnten dem jungen Mann, der seinem Cannabis-Konsum bisher offenbar wenig kritisch gegenüberstand, nicht schmecken: Er muss eine intensive Drogenberatung durchlaufen und für die Dauer seiner zweijährigen Bewährungszeit monatlich 100 Euro für einen guten Zweck überweisen. Sollte das Einkommen während der Ausbildung geringer ausfallen, könne über die Raten noch einmal gesprochen werden, versprach Richter Wolfram Arnold. ▪ Thomas Krumm

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