Jugenschutzparcours für Schüler in Halver

Drogen machen süchtig - das lernen Schüler in einem Parcours

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Drogenbrille: Durch sie erfahren die Jugendlichen, wie Drogen die Wahrnehmung verändern.

Halver - Alkohol, Drogen, „Ballerspiele“ – wieso werden Jugendliche eigentlich davor geschützt? Wollen Erwachsene sie ärgern? Warum Jugendschutz wichtig ist, wie gefährlich Drogen werden können und was süchtig machen kann, lernen die Siebtklässler der Humboldtschule im Jugendschutzparcours.

Der vom Erzieherischen Kinder- und Jugendschutz des Märkischen Kreises ins Leben gerufenen Parcours soll Jugendliche sensibilisieren und dabei helfen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. „In kleinen Gruppen klappt das richtig gut“, sagt Evelin Schöffer vom Kinder- und Jugendschutz. „Ganz ohne Zeigefinger erklären wir den Jugendlichen alles, was sie wissen wollen und müssen.“ 

Mit ihren 13 Jahren befinden sich die Jugendlichen gerade in einer Art Umbruch – „vom Kind zum Teenie“. Häufig würden 13-Jährige in Familien noch als Kind angesehen, aber das seien sie zum Teil schon lange nicht mehr, wie Schöffer weiß. Das Interesse fürs andere Geschlecht werde intensiver und das Alter des Experimentierens beginne. Und an diesem Punkt setzt die Jugendarbeit ein. Mit Präventionsarbeit sollen die jungen Erwachsenen lernen, was auf sie zukommen könnte. Und sie dazu befähigen, Gefahren zu erkennen und angemessen mit ihnen umzugehen. 

Was bedeutet Stärke?

Was bedeutet für mich Stärke? Das ist eine Frage, die in einer der vier Stationen auftaucht. „Stärke heißt nicht, unbedingt mitzumachen, sondern auch nein zu sagen“, sagt Schöffer. Schöffer ist froh, dass der Parcours mithilfe von drei Kooperationspartnern in Halver umgesetzt werden konnte. Alleine würde es der Kinder- und Jugendschutz nicht auf die Beine stellen können. 

Aus vier Stationen besteht der Jugendschutzparcours: Jeweils 45 Minuten geht es um Konsum, Medien, Drogen und Jugendschutz.

Mit dabei war Arndt Spielmann vom Jugendcafé, die Schulsozialarbeiterinnen Elvira Wiegand und Meike Angsmann sowie René Sardowski von der Drogenberatungsstelle (Drobs). In vier Stationen werden die Themen Sucht, Medien, Konsum und Jugendschutz sowohl in Gesprächskreisen als auch durch interaktive Spiele bearbeitet. In der Station zum Thema Sucht, lernen die Jugendlichen den Unterschied zwischen legalen und illegalen Drogen und warum Menschen abhängig werden. 

Auf Ursachen wie Depressionen, Stress oder Perspektivlosigkeit wissen die Teenies eine Lösung: Sport, Gespräche oder Musik. Für Probleme gibt es Lösungen – und keine davon ist eine Droge. Viele Fragen kommen auch beim Jugendschutzgesetz auf. Dass Shishas noch schädlicher sind als Zigaretten und in einer Zigarette rund 4000 Inhaltsstoffe enthalten sind, bringt die Jugendlichen ins Stutzen. 

Erwachsene wollen Jugendliche nicht ärgern

„Keiner will Jugendliche ärgern“, sagt Schöffer. „Erwachsene wollen Kinder schützen.“ Das sagt auch Arndt Spielmann in der Medienstation. „Wir wollen nicht, dass ihr zu viele Daten von euch im Internet preisgebt.“ 

Dass das alles nicht heißt, dass man auf Spaß verzichten muss, lernen die Humboldtschüler in der Station zum Thema Konsum bei Meike Angsmann. „Es geht darum, eine Balance zwischen Konsum und Spaß zu haben“, sagt sie.

Parcours durchlaufen Der Parcours ist kostenfrei. Mehr Informationen gibt es bei Evelin Schöffer unter der Rufnummer 0 23 51/9 66 66 10 oder per Mail an e.schoeffer@maerkischer-kreis.de.

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