Mit Drogen gegen den Schulfrust

HALVER ▪ Drogenkonsum trübt bekanntlich die Sinne. Das mag im Winter 2009 auch bei einem jungen Halveraner so gewesen sein. Dabei verursachte der damals 19-Jährige – benebelt von Cannabis und Marihuana – einen Verkehrsunfall, bei dem das Opfer einen Schneidezahn verlor. Noch unschöner: Kurze Zeit später erwischten Polizisten den jungen Fahrer erneut unter Drogeneinfluss am Steuer. Die Folge der Vorfälle: Einzug des Führerscheins.

Am Mittwoch musste sich der Halveraner nun auch noch vor dem Jugendschöffengericht Lüdenscheid verantworten – wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs und wegen des Erwerbs von Drogen.

Bei der Verhandlung zeigte sich der Mann von Beginn an reuig und geständig. Seine Fehltritte erklärte er mit persönlichen Problemen: „Ich hatte zu dieser Zeit mächtig Ärger in der Schule, habe nur noch Fünfen geschrieben.“

Gegen den Frust sollten dann die Drogen helfen. Und die entfalteten tatsächlich Wirkung: „Ich habe angefangen, das Zeug zu probieren – und das war richtig gut. Davon wollte ich mehr.“

Also fuhr der brav aussehende Sauerländer mit einem Kumpel ins raue Dortmunder Drogenmilieu, um sich dort mit leichten Drogen einzudecken. Diese Eskapaden kann der Halveraner heute nicht mehr nachvollziehen. Er hat inzwischen eine seriöse Ausbildung im Einzelhandel begonnen: „Mein Leben besteht jetzt aus Arbeit.“

Trotz der Läuterung fiel das Urteil – 500 Euro Geldstrafe und ein Wochenend-Arrest – recht empfindlich aus. Außerdem muss der Lehrling an einem Sozial-Training teilnehmen. Hart dürfte ihn wohl auch treffen, dass er für die nächste Zeit keine Fahrerlaubnis erhält. Denn das Autofahren nennt der Halveraner selbst als sein liebstes Hobby: „Ich fahre halt gerne in der Gegend rum.“ ▪ Sebastian Schmidt

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