DRK Halver hält Betrieb des Testzentrums zunächst aufrecht / Entscheidung im Oktober

Wie lange kann getestet werden?

Das Testzentrum des DRK Halver an der Thomasstraße.
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Das Testzentrum des DRK Halver an der Thomasstraße.

Es wird weiter getestet an der Thomasstraße, und Rotkreuzleiter Werner Neuhoff geht davon aus, dass die Nachfrage nach Testungen deutlich zunehmen wird – mit der neuen Corona-Schutzverordnung seit Freitag. Wie lange aber das DRK den Betrieb aufrechterhalten kann, wenn im Oktober das Testen kostenpflichtig wird, lässt der Rotkreuzleiter offen.

Halver - Die Informationslage aus dem Bundesgesundheitsministerium ist zu wenig konkret, um genaue Vorhersagen zu treffen. Bis zur 41. Kalenderwoche, die am 11. Oktober beginnt, erfolgt weiter der professionelle und zertifizierte Corona-Check durch den Pflegedienst Pflegeleicht beziehungsweise die Mitarbeiter des DRK.

Das waren seit Beginn Ende März insgesamt 16 451 Tests mit Stand von Dienstag, die den Bürgern Zugang zu Gastronomie und Dienstleistungen ermöglicht haben und ermöglichen, wenn der Status „Getestet“ bei anhaltend hohen oder steigenden Inzidenzzahlen vielerorts zur Pflicht wird.

Organisatorischer Aufwand

Die entscheidende Frage werde im Oktober sein: „Wie wirkt es sich aus, wenn ich den Test selber zahlen muss?“, ahnt Neuhoff. Gehe die Zahl um die Hälfte zurück, lasse sich das Testzentrum nicht mehr auskömmlich betreiben. Das DRK finanziert sich komplett aus eigenen Mitteln, das heißt über Spenden und die Beiträge von 385 fördernden Mitgliedern in Halver. Ein Zuschussgeschäft halte der Ortsverein nicht aus, der ohnehin viel ehrenamtliche Arbeit nicht nur in die konkrete Abwicklung der Tests, sondern auch in Organisation und Dokumentation investiert.

Und dieser bürokratische Aufwand wird nicht geringer, wenn die Tests Geld kosten. „Handelt es sich um Selbstzahler, oder wird über die Kassenärztliche Vereinigung abgerechnet?“, werde in jedem Fall die Frage sein. Das heißt in der Praxis, dass schon einmal zwei Kanäle eingerichtet werden müssten, überlegt Werner Neuhoff bereits. Und die Abwicklung müsse im Idealfall ausschließlich bargeldlos erfolgen, denn eine eigene Kasse mit Bargeld einzurichten, bringe naturgemäß Mehrarbeit und Probleme mit sich.

Rotkreuzleiter Werner Neuhoff

Was es am Ende kosten würde, wenn der Testling zur Kasse gebeten wird, kann er noch nicht einschätzen. Mit 10 Euro werde man mit Sicherheit nicht auskommen, sagte er aber schon im Vorfeld. Der Aufwand für Personal und nicht zuletzt für die Testkits sei hoch. Aber Neuhoff stellt auch klar: „Uns geht es nicht um Profit, sondern um die Gesundheit der Bürger.“ Bleibe am Ende etwas übrig, fließe es in die Arbeit beispielsweise im Katastrophenschutz und weitere Aufgaben.

Ohne Zentrum weite Wege

Stellt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) aber die Arbeit im Testzentrum Halver ein, wird es kritisch für die Bürger. Für einen Bürgertest müssten sie dann erhebliche Wege in Kauf nehmen, beispielsweise nach Lüdenscheid, Kierspe oder Schalksmühle. Das wird schwierig ohne eigenes Auto und nicht zuletzt auch teuer.

Rechnet man mit dem Satz, den die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) pro Bürgertest an die Zentren erstattet, dann noch zu den Busfahrkosten beispielsweise nach Lüdenscheid hinzu, läge man dann bei 18 Euro – Fahrtkosten zweimal 3,40 Euro für Hin- und Rückweg – und einem Zeitaufwand von rund zwei Stunden.

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