Drei Formen der Betreuungszeit

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In allen sechs Kindergärten Halvers können Eltern ihre Kinder für 25, 35 oder 45 Stunden pro Woche in die Obhut der Einrichtung geben.

Halver - „Die Wahlfreiheit existiert nur auf dem Papier.“ – Dieser Vorwurf kam jüngst vom familienpolitischen Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Marcel Hafke. Er kritisiert, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erschwert wird, da in vielen Kommunen nicht die gesetzlich vorgeschriebenene Auswahl von 25, 35 oder 45 Betreuungsstunden pro Woche für Kinder angeboten wird.

„In 18 Jugendamtsbezirken ist die Wahl von 25 Stunden für Kinder unter drei Jahren gar nicht erst möglich“, so Hafke. So würden beispielsweise in Teilzeit arbeitende Eltern zu höheren Betreuungszeiten und damit zu höheren Elternbeiträgen gezwungen, kritisiert Hafke weiter.

In Halvers sechs Kindertageseinrichtungen sieht das jedoch nicht nur auf dem Papier so aus. In allen Kindergärten werden diese drei Formen der Betreuungszeit angeboten. Lediglich die Nachfrage nach dem 25-Wochenstunden-Angebot sei kaum vorhanden, so der Tenor in den Kitas. Die meisten Einrichtungen betreuen nur zwei oder drei Kinder 25 Stunden pro Woche.

Sehr beliebt ist die 35-Stunden-Betreuungswoche

Im katholischen Kindergarten St. Nikolaus gebe es derzeit kein 25-Stunden-Angebot, da die Nachfrage nicht vorhanden sei. Besonders beliebt sei hingegen die 35-Stunden-Betreuungswoche, sagt Leiterin Petra Dörenbach. Im Laufe des Anmeldeprozesses, der in Kürze läuft, stelle sich erst heraus, wie viele Interessenten es für die jeweilige Betreuungsform gibt. Für das 25-Stunden-Angebot gebe es jedoch von vornherein weniger als eine handvoll Plätze, so Dörenbach.

Im evangelischen Kindergarten Pusteblume wird der größte Teil der insgesamt 71 Kinder 35 Stunden in der Woche betreut. Lediglich zwei Kinder nehmen das 25-Stunden-Angebot in Anspruch. 20 Mädchen und Jungen verbringen 45 Stunden in der Woche im Kindergarten. Im Kindergarten Spatzennest sieht es ähnlich aus. Auch hier wird der Hauptteil 35 Stunden in der Woche betreut. Dort kann jedoch jeweils zum neuen Jahr das Stundenangebot an den persönlichen Bedarf angepasst werden.

In anderen Städten ist eine 25-Stunden-Betreuung

In anderen Städten NRWs wie Leverkusen, Rheinberg, Meckenheim, Heinsberg, Gevelsberg, Erftstadt, Alsdorf, Wuppertal und im Kreis Viersen hingegen sei eine 25-Stunden-Betreuung grundsätzlich nicht möglich, kritisiert Hafke. „Die durchschnittliche Betreuungszeit liegt in 35 Kommunen bei über 40 Stunden. Dort haben die Eltern offenbar fast keine andere Wahl, als eine 45-Stunden-Betreuung zu buchen.“ Das betreffe Städte wie Aachen, Köln, Düsseldorf, Bonn oder kleinere Gemeinden. Hafke fordert zum Schluss eine echte Wahlfreiheit für ganz NRW und nicht nur eine, die vielerorts nur auf dem Papier existiert.

Von Nathalie Kirsch

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