Haushalte können viel Geld sparen

Drastischer Rückgang der Abwassergebühr

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Die Gebühren für die Einleitung ins Kanalsystem in Halver sinken deutlich. 

Halver - Die Gebühren für Abwasser werden im kommenden Jahr drastisch sinken. Ein Musterhaushalt – Einfamilienhaus, vier Personen – spart 107,35 Euro. Der Rückgang liegt im Wesentlichen an den geringeren Gebühren für die Schmutzwassereinleitung in öffentliche Kanäle.

Im laufenden Jahr waren es 3,09 Euro pro Kubikmeter, die Halvers Bürger zu entrichten hatten. 2019 werden es 2,35 Euro sein: ein Rückgang von fast 24 Prozent. 

Geringfügig eingetrübt wird die Gebührenbilanz an anderer Stelle. Beim Winterdienst gab es im vergangenen Jahr für Familie Mustermann eine Rückerstattung nach milden Wintern von 9,30 Euro pro laufendem Meter. Im kommenden Jahr muss wieder gezahlt werden, und zwar 7,50 Euro. Das würde im Vergleich eine Mehrbelastung von 16,80 Euro bedeuten. In der Gesamtschau der Gebühren geht es demnach um 89,95 Euro weniger, die die Musterfamilie 2019 zu bezahlen hat. 

Eine Entlastung bei den Abwassergebühren ist schon länger Ziel der Stadt. Halver hat aufgrund der Topografie und verstreuter Ortsteile seit Langem hohe Investitionen und Betriebskosten für die Abwasserbeseitigung aufzubringen. Die Kosten treffen die Bürger über den Gebührenhaushalt direkt, weiß Kämmerer Markus Tempelmann.

Verbesserungen dauerhaft 

Die Verbesserungen im kommenden Jahr aber sollen von dauerhafter Natur sein. Es sind mehrere Faktoren, die für die Reduzierung ausschlaggebend sind. So hatte die Stadt bereits 2010 gegen den Ruhrverband geklagt, weil bei der Entsorgung des Niederschlagswassers zu große Flächen zugrunde gelegt worden seien. Die Klage war zunächst nur teilweise erfolgreich und führt aber jetzt zu Verbesserungen beim Niederschlagswasser von 25 000 Euro, weil der Ruhrverband ab 2019 nur noch die wirklich abflussrelevanten Flächen veranlagen wird. 

Wichtiger aber waren sogenannte Verlustvorträge aus den Kalkulationen der Vorjahre. Die negativen Ergebnisse der Vorjahre mussten spätestens innerhalb von vier Jahren ausgeglichen werden. Das sei Grund für die hohen Gebühren in 2018 gewesen. Von dieser Höhe werde man sich „dauerhaft verabschieden“, kündigt Tempelmann im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger an. 

Dilemma für Kämmerer

Aus buchhalterischer Sicht kam ein weiterer Faktor hinzu. Durch gesetzliche Änderungen in der Gemeindehaushaltsordnung können Maßnahmen am System vom konsumtiven in den investiven Bereich umgebucht werden. Für den Bürger bedeutet das konkret, dass ein Teil der Kosten nicht direkt gebührenwirksam wird, sondern erst über 60 Jahre, den gesamten Abschreibungszeitraum, verteilt. 

Was für den gebührenzahlenden Bürger schön ist, bringt den Kämmerer allerdings zunächst in ein Dilemma. Die Gebühreneinnahmen waren schließlich im Haushaltsentwurf bereits verbucht. Mit 426 000 Euro weniger würde das Gesamtergebnis deutlich ins Minus rutschen, und genau das kann sich die Stadt im Stärkungspakt nicht leisten. Die schwarze Null bleibt Pflicht. 

Gerettet wird das Große und Ganze an anderer Stelle. Die Landesregierung hat inzwischen offiziell bestätigt, Bundesmittel zur Integration von Flüchtlingen in voller Höhe an die Kommunen weiterzuleiten. Landesweit geht es um rund 433 Millionen Euro. Halver geht mit rund 380 000 Euro plus aus dieser Erstattung hervor. Aktuell geht Tempelmann von einem Überschuss im Haushaltsplan für 2019 von 196 000 Euro aus.

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