Flurbereinigung

Ein Dorf kann schöner werden

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Halver - Für das Dorf Halverscheid tun sich bislang ungeahnte Möglichkeiten auf. Ein Flurbereinigungsverfahren könnte Verbesserungen in vielerlei Hinsicht bieten.

Für den morgigen Mittwoch sind die Anwohner um 18 Uhr ins Gemeinschaftshaus eingeladen. Und es könnte voll werden, vermutet Kämmerer Markus Tempelmann im Vorfeld. Denn zu diesem Termin werden Andreas Peter, Dezernent für Ländliche Bodenentwicklung und Bodenordnung, und Thomas Busch, Fachmann für die Verfahrenseinleitung bei der Bezirksregierung in Arnsberg, die Möglichkeiten vorstellen. 

Über die „normale“ Flurbereinigung hinaus, würde es im Falle Halverscheids um eine Dorfflurbereinigung gehen – mit deutlich weiterreichenden Optionen. Allgemeines Ziel der Flurbereinigung ist die Verbesserung der Arbeits- und Produktionsbedingungen für die Land- und Forstwirtschaft, die Stärkung der Betriebe und damit die Sicherung auch von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum. Dazu zählt beispielsweise ein intaktes Wegenetz und die Erreichbarkeit der Flächen. 

Vielfach sind aber Eigentumsfragen ungeklärt, Grundstücke unerschlossen oder Parzellen sind zersplittert, sogenannte Splissparzellen. Vor diesem Hintergrund bietet die Bezirksregierung, konkret hier Peters Dezernat 33, Unterstützung an. 

Speziell in Halverscheid könnte das noch nicht so lange existierende Werkzeug der Dorfflurbereinigung greifen. Die Signale aus Arnsberg, sagt Kämmerer Tempelmann, seien durchaus positiv. Wichtige Voraussetzung aber sei eine möglichst breite Mehrheit der Anwohner für mögliche Maßnahmen und ein entsprechendes, noch zu erstellendes Konzept. 

Denn sollte es zur Dorfflurbereinigung im Osten Halvers kommen, geht es um erhebliche Mittel, die in Betracht kommen könnten. 80 Prozent der förderfähigen Kosten würden in diesem Fall aus Arnsberg beziehungsweise von der Landesregierung in Düsseldorf als Fördergeber nach Halverscheid fließen. 

Im Falle der Dorfflurbereinigung würde es nicht nur um die Klärung von Grundstücksfragen, mögliche Flächentausche und Erwerbe gehen. Die wären nötig, um zur Förderung beim Wegebau zu kommen. Das wiederum wäre begrüßenswert aus Sicht der Stadt Halver, die mit dieser Unterstützung das Wegenetz in Angriff nehmen könnte. Allein aus Eigenmitteln, so Tempelmann, seien derartige Maßnahmen nicht zu stemmen. Dafür beabsichtigt er, den verbleibenden Anteil von 20 Prozent der Kosten zu weiten Teilen aus städtischen Mitteln einzubringen, um die Belastung für die Bürger in möglichst engen Grenzen zu halten. 

Verlockend für die Halverscheider dürfte aber ein weiterer Aspekt sein, der nur bei der Dorfflurbereinigung ins Spiel kommt. Auch Eigentümer können profitieren, weil Unterstützung beispielsweise bei Fassadenmaßnahmen oder der Einfriedung von Grundstücken möglich ist. Wer seine in die Jahre gekommene Mauer ums Grundstück durch eine Hecke ersetzen möchte, sollte sich ebenfalls Gedanken um Förderchancen machen. Ein Rechtsanspruch, sagt Tempelmann einschränkend, bestehe nicht. 

Ein weiterer Aspekt: Auch Gemeinschaftseinrichtungen wie das Bürgerhaus, in dem am Mittwoch die Anwohnerversammlung stattfindet, fallen in die Förderrichtlinien. Entschließt sich die Dorfgemeinschaft, auch etwas für den Treffpunkt zu tun, kämen ebenfalls Fördermittel in Sicht. 

Wie es weitergehen könnte in Halverscheid, dazu gibt es eine Präsentation und die Möglichkeit, Fragen an die Experten aus Arnsberg vom früheren Amt für Agrarordnung zu stellen. Antragsteller für ein Förderkonzept wäre die Stadt Halver, bei der die Fäden zusammenlaufen würden. 

Weitere Ortslagen, für die ein solches Verfahren in Betracht kommen würden, sieht Tempelmann zurzeit nicht konkret. Das hänge auch damit zusammen, dass eine Reihe von Flurbereinigungsverfahren formal noch nicht abgeschlossen seien, wie sich bei den Ortsterminen zum Wegenetzkonzept im Jahr 2016 gezeigt habe. Dieses Konzept sei aber auch für Halverscheid erst die Startrampe für die neue Chance geworden, sagt er im Rückblick.

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