Diskussion um Verkehr auf der Frankfurter Straße

Auch die künftige Anbindung der Hagedornstraße (rechts) an die Frankfurter Straße war im Ausschuss ein Thema: Im Zuge der Bahngeländeentwicklung soll die Vorfahrtsregelung geändert werden, die Ampelanlage zur Umgehungsstraße jedoch erhalten bleiben. ▪ F. Zacharias

HALVER ▪ Soll mit der Erschließung des Bahngeländes mehr oder weniger Verkehr durch die Frankfurter Straße fließen? Diese Frage wurde am Mittwochabend im Planungsausschuss heftig diskutiert. Im bisherigen Entwurfskonzept zur Verkehrsuntersuchung ist von 40 Prozent mehr Verkehr die Rede. Nun gilt es, eine Lösung zu finden, damit der Verkehr dennoch weiter fließen kann.

Während sich die Mitglieder von Pro Halver bereits vor einigen Tagen dafür aussprachen, Autos und Busse weiter durch die Frankfurter Straße fahren zu lassen, vertraten die Grünen im Ausschuss eher die Meinung, den Verkehr dort zu reduzieren und so mehr Lebensqualität in die Einkaufs- und Veranstaltungsstraße zu bringen. Wie auch die Mitglieder der UWG-Fraktion stimmten die Grünen dem Beschlussvorschlag letztlich nicht zu.

Die Verwaltung machte indes Druck. „Wir müssen doch langsam mal voran kommen“, appellierte Bau-Fachbereichsleiter Franz Helmut Engel. Seitens der Verwaltung schlug er vor, die Verkehrsführung im „Geschäftsbereich“ der Frankfurter Straße wie bisher beizubehalten, die Hagedornstraße vorfahrtsberechtigt anzubinden und die Kreuzung Bahnhofsstraße/Frankfurter Straße zum Kreisverkehrplatz (wir berichteten) umzubauen.

„Eine Innenstadt ohne fließenden Verkehr ist nichts. Das würde nicht akzeptiert“, machte Martina Hesse von der CDU ihren Standpunkt deutlich. Gerhard Clever hingegen „macht der Vorschlag Sorgen“. Die Bemühungen, die Qualität der Innenstadt – beispielsweise durch die Aktionen am „Alten Markt“ – zu erhöhen, seien nicht damit vereinbar, mehr Verkehr in die Frankfurter Straße zu pumpen. Die Vorgehensweise müsse eine andere sein, so Clever. „Die Gutachter sollten mehrere Alternativen entwickeln, um die Mehrbelastung so gering wie möglich zu halten.“ Dies jedoch wurde seitens der Verwaltung als nicht möglich erachtet. „Wenn sie ein Haus bauen, dann müssen sie die Statik auch auf Grund festgelegter Rahmenbedingungen berechnen, sonst wird das nichts“, so Engel. Auch der Ausschussvorsitzende Peter Starke sieht das so: „Wir müssen jetzt langsam mal Gas geben, vielleicht ist ja doch das eine mit dem anderen vereinbar. Wenn wir sehen, es funktioniert nicht, überlegen wir neu, aber wenn es so klappt, dann sind wir doch einen gewaltigen Schritt weiter.“ Er könne sich beispielsweise vorstellen, dass die Frankfurterstraße mit Pollern gesperrt wird, wenn Veranstaltungen stattfinden, oder aufgrund guten Wetters reger Betrieb auf der Straße herrscht. „Das ist beispielsweise ein Kompromissvorschlag. Wie der zu realisieren ist, muss man schauen. Aber nur so geht’s“, ermunterte Bürgermeister Bernd Eicker die Mitglieder dazu, eine gemeinsame Lösung zu finden. Peter Bell von der UWG stimmte hingegen seinem Grünen Kollegen zu und brachte kurzfristig eine Einbahnstraßen-Regelung für die Frankfurter Straße ins Gespräch.

Was den Kreisverkehr betrifft, gab es jedoch kaum Diskussionen. Die meisten sahen in dem „Mini-Kreisel“ eine Chance, die Verkehrsführung grundlegend zu verbessern. Jürgen Theiß von der FDP gab allerdings zu bedenken, dass der vorhandene Platz sehr gering sei und eventuell den Fußweg tangiere. Einig waren sich die Politiker, dass die Ampel schon bald der Geschichte angehören soll. ▪ Lydia Machelett

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