Kreis legt Bericht zum Gülleskandal vor

Der Gülleskandal in Kotten, so heißt es im Bericht für den Kreisumweltausschuss, sei „durch ein vorsätzliches, rechtswidriges Öffnen der Verschlusseinrichtung“ verursacht. - Archivfoto: Ruthmann

Halver - Der Gülleschaden an der Neyetalsperre vom 18. März wurde „durch ein vorsätzliches, rechtswidriges Öffnen der Verschlusseinrichtung“ verursacht - und nicht durch „die festgestellten restlichen und baulichen Mängel“.

Von Friederike Domke

Zu diesem Schluss kommt der Märkische Kreis in seinem Bericht, der am kommenden Dienstag im Rahmen des Kreis-Umweltausschusses vorgestellt wird.

Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper wird dann Stellung zu den Vorkommnissen in Halver-Kotten nehmen, die im März eine Güllekatastrophe ausgelöst hatten (wir berichteten).

Neue Erkenntnisse im Gülleskandal kann der Bericht des Märkischen Kreises nicht liefern. Zwar räumt die Behörde ein, dass man schon „seit Längerem“ mit dem landwirtschaftlichen Betrieb in Kotten befasst sei und dabei Mängel festgestellt worden waren - einen direkten Zusammenhang mit der Katastrophe in diesem Jahr sehe man jedoch nicht.

Wie bereits bekannt, hatte Landwirt Tobias Feckinghaus den zu groß gebauten Güllebehälter ohne Genehmigung Anfang 2014 in Betrieb genommen. „Ohne die Bescheinigung war davon auszugehen, dass die Standsicherheit des Güllebehälters nicht gewährleistet und der Behälter nicht sicher benutzbar ist“, heißt es in dem Bericht. Bereits im Juni und August habe die Bauaufsichtsbehörde festgestellt, dass der Behälter „sichtbar Undichtigkeiten“ aufweise. „Durch die Rissbildung gelangt Gülle an die Bewehrung und die wird mittelfristig zerstört“. Zu einem Gülleaustritt sei es aber nicht gekommen. Trotzdem kommt der Märkische Kreis zu dem Schluss, dass „der Behälter keine Gebrauchstauglichkeit als Güllebehälter“ habe. Es folgten Zwangsgeld-androhungen ab dem 1. September 2014 sowie Ordnungsgeldverfügungen, denen der Landwirt nicht nachkam. Am 18. März flossen 1700 Kubikmeter Gülle in die Neye. Seit dem 22. April ist der Güllebehälter nun vollständig geleert.

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