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Diebstahl ist Rückschlag für Hotel Frommann: Rundgang im einstigen Lost Place

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Von: Sarah Lorencic

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Hotel Frommann Halver
Idyllisch liegt das Hotel Frommann. Einige Zimmer haben Zugang zum Garten. © Lorencic, Sarah

Ein Rückschlag für Hotel Frommann: Wieder wurde in das Gebäude eingebrochen und etwas gestohlen. Die Unterkunft wird derzeit für Flüchtlinge hergerichtet.

Halver – „Wir waren auf einem guten Weg“, sagt Stadtarchitekt Timm Rietschel. Jetzt aber gibt es einen Rückschlag bei den Herrichtungsarbeiten des Hotels Frommann, das als Unterbringung für Flüchtlinge aus der Ukraine dienen soll. Wie Jörg Buchwalder von der Firma Rademacher feststellte, wurden im Keller des Haupthauses sämtliche Kupferrohre gestohlen – die Rohre, die er selbst erst vor Kurzem eingebaut hat. Beim Test auf Undichtigkeiten in den Zimmern des ehemaligen Hotels kam kein Wasser an. Der Gang in den Keller brachte die ärgerliche Gewissheit.

Immer wieder Jugendliche im Haus

Ein Déjà-vu aus 2017: Damals wurden ebenfalls bei der Herrichtung für Flüchtlinge neu eingebaute Rohre geklaut. Ende April muss sich der Vorfall wieder ereignet haben. Wie sich die Diebe Zutritt verschafft haben, wissen die beiden Männer beim Ortstermin nicht. „Wer hier rein will, kommt hier rein“, sagt Rietschel. Immer wieder seien Jugendliche in dem Haus und hinterlassen ihre Spuren. Mal testen sie die Feuerlöscher im ehemaligen Restaurant, mal halten sie sich einfach nur im scheinbaren Lost Place der Stadt auf, um zu trinken und zu feiern.

Hotel Frommann Halver
Die Kupferrohe wurden im Keller des Haupthauses gestohlen. © Lorencic, Sarah

Das Haupthaus hat jetzt kein Wasser mehr bis Jörg Buchwalder den Schaden wieder repariert hat. Aber es sind nicht nur die Versorgungsleitungen, sondern auch einige andere Arbeiten, die über dem ehemaligen Restaurant noch anstehen. Was jetzt aber erledigt ist: Die Installation von Videokameras.

Der Anbau ist fast fertig

Der Neubautrakt ist hingegen so gut wie fertig. Eine Reinigungsfirma wird letzte Feinheiten übernehmen, dann können nach Bedarf Betten aufgestellt und Zimmer bezogen werden. Die Bäder sind fertig, neue Waschbecken und Armaturen hängen, Schränke sind in jedem Zimmer noch aus den alten Zeiten erhalten. Der Hotelflair bleibt. Kein hoher Standard, sagt Rietschel, aber alles besser als Wohnungen am Bahnweg. Die Zimmer zur Rückseite haben einen Zugang zum Garten oder einen Balkon. Im Untergeschoss wird ein Raum renoviert, der als Frühstücksraum dienen soll. Die Decke wird derzeit erneuert und Efeu, der durch die Fenster ins Gebäude wächst, ist auch schnell beseitigt. Für den Außenbereich hat Rietschel Kontakt mit einem Landschaftsbauer. Die Anlage lädt an vielen Stellen zum Verweilen ein – unter großen Bäumen oder auf der Wiese in der Sonne. Kinder könnten hier spielen.

Wenn das Haupthaus fertig ist, soll es dort weitere Gemeinschafts- und Essräume geben. Ob die große Küche genutzt wird, ist noch unklar. Aber ein Zimmer wird für einen Stadtmitarbeiter als Ansprechpartner vor Ort dienen. Eine ganze Wohnung im Haupthaus könnte ein Hausmeister beziehen, so die Idee.

Viele Ideen, aber noch leere Räume

Im Bauamt sitzen Köpfe voller Ideen, aber die Zimmer im Frommann sind noch leer. Das ehemals so beliebte Hotel-Restaurant sieht hier und da noch verwüstet aus. Aber das wird sich in den kommenden Wochen ändern. Der Anbau soll ab Juni bezugsfertig sein, bei Bedarf auch das Haupthaus – aber zunächst soll der Anbau genutzt werden. Anders sieht es bei der alten Awo-Kita an der Weststraße aus. Sie soll ebenfalls als Unterkunft dienen. „Die ist noch eine Baustelle“, sagt Rietschel.

40 Wohnungen in unterschiedlichen Größen stehen insgesamt zur Verfügung im ehemaligen Hotel in Carthausen. Wenn der Bedarf im Juni nicht da ist, sagt Rietschel, wird weiter renoviert. Umsonst seien die Investitionen in keinem Fall. Wenn keine Flüchtlinge einziehen werden, könne man das Gebäude in einem besseren Zustand vermarkten. Interessenten gibt es, weiß der Architekt. Aber mit Blick auf den Ukraine-Krieg wird derzeit nicht verkauft.

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