Urteil

Gutschein-Klau: Halveraner vor Gericht

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Halver - Der Nebenjob an einer Tankstelle in Halver führte jetzt einen 20-Jährigen auf kriminelle Pfade.

Es war sein erster Nebenjob auf 450-Euro-Basis, der einen 20-Jährigen aus Halver hat kriminell werden lassen. Als Verkäufer an einer Tankstelle hatte der Mann innerhalb von vier Wochen mindestens acht Mal Gutscheine für Amazon gestohlen. 

Insgesamt war dadurch ein Schaden in Höhe von 3404,98 Euro entstanden. Im Amtsgericht Lüdenscheid räumte der Halveraner die Taten sofort ein und zeigte sich voller Reue. 

Er habe gesehen, dass sich damit schnelles Geld machen lasse und sich davon verleiten lassen: „Ich verstehe selber nicht, was ich da getan habe.“ Ihm hätte aber doch klar sein müssen, dass die Diebstähle nicht unbemerkt bleiben würden, brachte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft ihr Unverständnis für die Aktion zum Ausdruck. Tatsächlich war das Ganze ans Licht gekommen, nachdem ein regelmäßiger Minusstand in der Kasse aufgefallen und der Angeklagte auf den Bildern der Überwachungskamera gesehen worden war. „Ich bin blind gewesen. Es war meine eigene Dummheit“, gab der Halveraner zu. 

Eingesetzt hatte er die Gutscheine zum Beispiel für Bücher, Kleidung, Haushaltswaren seiner Eltern und für ein Geschenk zum Geburtstag seines Bruders. Eine Bekannte hatte schließlich die gesamte Summe an den Tankstellenpächter zurückgezahlt. Der erschien gestern trotz Ladung nicht als Zeuge im Gericht. Vorstrafen brachte der Angeklagte nicht mit. „Noch nichts und dann gleich richtig“, stellte der Richter fest. 

Da der Halveraner zur Tatzeit Heranwachsender war, hatte der Vorsitzende darüber zu entscheiden, ob er Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht anwendet. Unter anderem aufgrund der Wohnsituation bei den Eltern konnte das Gericht eine Reifeverzögerung nicht ausschließen. Und so fiel die Entscheidung nach dem Jugendstrafgesetz. 

Sowohl das Geständnis, als auch das leere Vorstrafenregister und das Begleichen des Schadens sprachen für den Mann. Negativ wirkten sich hingegen die Höhe des Schadens, die Vielzahl der Taten und der lange Tatzeitraum aus. 

Am Ende wies der Richter den Halveraner an, 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit zu verrichten. Komme er dem nicht nach, drohten ihm bis zu vier Wochen Dauerarrest, mahnte der Vorsitzende. Der Angeklagte ließ das Urteil nicht gleich rechtskräftig werden. Er wolle sich erst alles noch einmal durch den Kopf gehen lassen

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