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Die Wächter des Sommers erzählen aus ihrem Alltag im „tollsten Nebenjob der Welt“

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Von: Sarah Lorencic

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Bald stehen sie hier in Flip-Flops und Badehose, zumindest Timo Groß (links). Denn bald beginnt die Herpine-Saison.
Bald stehen sie hier in Flip-Flops und Badehose, zumindest Timo Groß (links). Denn bald beginnt die Herpine-Saison. © Lorencic, Sarah

Für jeden Spaß zu haben, aber auch für jede Ernstlage da. Das sind die Rettungsschwimmer der Herpine. Timo Groß und Jona Hagen waren beide in der vergangenen Saison aufmerksam am Beckenrand und fleißig im gesamten Waldfreibad. Uns geben sie einen Einblick in den „tollsten Nebenjob“ der Welt, wie sie sagen.

Halver – Timo Groß hat 2016 zum ersten Mal beruflich eine Badehose und Flip-Flops getragen. Seitdem jedes Jahr in der Freibad-Saison. Ans Aufhören denkt er nicht. Jona Hagen aus Schalksmühle war letztes Jahr zum ersten Mal als Rettungsschwimmer im Waldfreibad Herpine tätig und würde es wieder tun, beginnt aber im April eine Ausbildung. Ob die dann mit der Herpine vereinbar ist, weiß er noch nicht. Er wird Notfallsanitäter.

Gibt es da einen Zusammenhang? „Auf jeden Fall“, sagt der 19-Jährige. Menschen retten, wenn es nötig ist, ist seine Berufung. Häufig kommt so etwas in der Herpine allerdings nicht vor, wie auch Geschäftsführer Phillipp Hutt sagt. Vereinzelt gibt es ernste Fälle, aber meistens sind es dann doch nur aufgeschürfte Knie und Hände, bei denen ein Pflaster schon hilft. Aber nur im äußersten Notfall, wie Hutt erklärt und lacht. „Sonst muss ich hier eine Tonne voll Pflaster haben.“

Suche nach Rettungsschwimmern

Jedes Jahr sucht Hutt Rettungsschwimmer. Um die fünf bekommt er immer zusammen, aber er würde auch zehn nehmen, sagt er – wenn er sie denn kriegen würde. Aber er weiß, dass es schwer ist. Im Sommer bei bestem Wetter arbeiten? Das ist nicht für jeden etwas. Timo Groß findet gerade das verlockend. Immerhin ist er bei dem Wetter draußen und ermöglicht durch seine Anwesenheit den Besuchern der Herpine einen sicheren Sommer. „Ich bin da, wenn etwas passiert“, sagt der 25-Jährige. Jona Hagen kann sich nur anschließen. Beide Männer verbrachten ihre Freizeit schon früher in der Herpine mit Freunden. Noch heute trifft man alte Bekannte beim Rundgang durch die Anlage,

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Bald stehen sie wieder am Beckenrand: Die Rettungsschwimmer der Herpine © Florian Hesse

An einen Sommertag denkt Timo Groß gerne zurück. Er war dabei als die Herpine ihren absoluten Rekordtag verbuchte: 4845 Gäste am 20. Juni 2019. „Da mussten wir zwischendurch das Tor auch mal zu machen“, sagt er und lacht. Diese Anzahl wurde nie wieder erreicht, sagt Hutt. In diesem Sommer hofft er auf eine gute Saison. Nein, er braucht sie, sagt er. Denn das letzte Jahr war alles andere als gut.

Highlight: Aufsitzrasenmäher

Die Vorbereitungen laufen. fließt derzeit ins große Becken. Noch gleicht es einer Pfütze in der großen Betonwanne. Aber schon bald kann hier wieder der Sommer genossen werden. Und Rettungsschwimmer werden auch wieder gesucht. Timo Groß wird in jedem Fall erneut Teil der Saison sein. Mit seinem Hauptberuf ist das gut vereinbar, sagt er. Nach Feierabend geht es gleich weiter. Er sagt aber auch, dass es mit dem Beruf vereinbar sein muss. Neben Schule und Studium ist es etwas einfacher. Wichtig für die Familie Hutt sind aber auch Rettungsschwimmer, die vormittags können. Sauberkeit gehört auch zum Job dazu. Aber selbst das macht Spaß, sagt Timo Groß und lacht. Wenn alle Mülleimer am Abend geleert sind, kommen die Abfälle auf den Aufsitzrasenmäher. Und den zu fahren, ist Timo Groß‘ Highlight.

Der wachsame Blick reicht vom Wasser bis zu den Wiesen. Die Rettungsschwimmer beobachten, wer wieder versucht, die Rutsche hochzuklettern, vom Sprungbrett springt, ohne abzuwarten, und wer verbotene Glasflaschen oder Musikboxen dabei hat. Bei letzterem wird Philipp Hutt ganz wild. „Verboten“, sagt er genervt mit Blick in die Vergangenheit.

Freibad, das ist Pommes rot-weiß, Eis vom Kiosk und im Falle des Waldfreibads eine ganz besondere Atmosphäre, die es im Umkreis so nicht mehr gibt. Als familiär bezeichnen die Mitarbeiter ihren Arbeitsalltag und loben den Chef und seine Mutter, die sich immer ums Wohl des Teams kümmern. So, sagen sie, macht arbeiten Spaß. Ihren Nebenjob können sie nur weiterempfehlen. „Ich freue mich auf neue Kolleginnen und Kollegen“, sagt Timo Groß. Mit Badesachen, Flip-Flops und guter Laune.

Rettungsschwimmer/in werden?

Wer sich den Nebenjob als Rettungsschwimmer vorstellen kann, kann sich direkt beim Herpine-Team melden. Alle Informationen gibt es hier.

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