Corona und die Apotheken

Der Sturm auf die Apotheken - ein Team berichtet

Atlantis-Apotheke, Halver, Corona
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Ein Teil des Atlantis-Teams, das die Stellung gehalten hat – trotz oft enormen Andrangs und verängstigter Kunden.

Die Apotheken blicken auf ein Jahr zurück, das sie zum Teil an ihre Grenzen brachte. Auch in Halver war das Arbeiten nicht immer leicht.

Halver – Siegbert Schomann ist der Inhaber der Atlantis-Aptheke an der Mittelstraße in Halver und dankt seinen zehn Mitarbeiterinnen, die seit mehr als neun Monaten dem Wahnsinn standhalten, wie der 64-Jährige sagt. Die Pandemie haben sie so wie alle erlebt, sagt Schomann. „In manchen Phasen vielleicht deutlicher als andere.“

Los ging es bereits Anfang des Jahres, als schon erste Nachrichten aus dem Ausland für Masken-Käufe sorgten. Mit Ausbruch der Pandemie in Deutschland deckten sich die Kunden mit Schmerzmitteln, fiebersenkenden Mitteln und Vitamin C ein. Es war ein regelrechter Boom zu Anfang, sagt Schomann. Es wurde ruhiger und hat sich dann aber wiederholt, so seine Erfahrung.

Gratis-Masken lösen Kundenansturm aus

Mit den Masken, die Risikopatienten seit dem 15. Dezember in Apotheken kostenlos bekommen können, ist alle Normalität, die langsam wieder einkehrte, wieder vorbei gewesen. „An dem Dienstagmorgen brach nach der Ankündigung der Ausgabe von Gratis-Masken in der Apotheke ein Sturm los“, sagt der Inhaber. Es war „der totale Irrsinn“. Viermal so viele Kunden kamen am besagten Tag in die Apotheke. Fast jeder davon wollte Masken abholen.

Dass es ausreichend Masken an der Mittelstraße gab, lag auch daran, dass Siegbert Schomann noch am Montagnachmittag ins Ruhrgebiet zu einem Importeur gefahren ist, um dort persönlich Masken abzuholen. Bestellt hatte er zwar auch welche, aber diese kamen nicht rechtzeitig an. Rückblickend war seine Entscheidung richtig, denn die Lieferung wäre erst am Freitag eingetroffen. 6000 Masken hat er mittlerweile ausgegeben.

Zweite Ausgabe ab Januar

Und auch für die zweite Ausgabe ab Januar ist er bereits ausgestattet. Dann bekommen die Kunden mit einem Anspruch auf kostenlose Masken von ihrer Krankenkasse einen Coupon zum Einlösen in der Apotheke.

Für die Masken musste jede Apotheke in Vorkasse treten und sich auch selbst um die Beschaffung kümmern. Erst im Nachgang wird das Geld komplett erstattet. Bis dahin steht Apotheken eine Pauschale zur Verfügung. Sie wurde errechnet aus den im dritten Quartel eingereichten verschreibungspflichtigen Rezepten. Ab Januar gibt es die Lösung mit den Coupons – zuzahlen müssen Kunden dann 2 Euro für sechs Masken.

Grundsätzlich nimmt Schomann in der Bevölkerung, auch in Halver, eine Angst wahr. „Viele sind über die Maße verängstigt“, sagt Schomann. In Kundengesprächen kommt das auch oft zum Ausdruck.

Acrylglas und Masken sind eine Selbstverständlichkeit.

Seinen Mitarbeiterinnen will er dafür jetzt in Form einer steuerfreien Prämie danken. 380 Euro für Vollzeitkräfte wird es geben. Vor allem zu Beginn der Pandemie waren Arbeitsabläufe neu und verlangten den Mitarbeiterinnen viel ab. Teilzeitkräfte und Mütter mussten aufgrund von Teambildungen mehrere Tage am Stück arbeiten. So sollte eine mögliche komplette Schließung bei einer Infektion vermieden werden.

Bisher keine Corona-Fälle im Team

Glücklich sind die Mitarbeiter der Apotheke darüber, dass sich bis jetzt niemand im Team mit dem Coronavirus angesteckt hat oder in Quarantäne musste. Das hoffen sie auch für die kommende Zeit, die die Pandemie das Leben noch begleiten wird.

„Ich möchte meinen Dank und meine Anerkennung für den unermüdlichen Einsatz aussprechen, den sie seit nunmehr bereits über neun Monaten unter erheblich erschwerten Bedingungen erbringen. Zu Beginn der Corona-Zeit hatten wir für etliche Wochen das Team in zwei Gruppen aufgeteilt, die jeweils an verschiedenen Tagen gearbeitet haben“, sagt Schomann. Inzwischen wurde alles wieder auf „Normalbetrieb“ umgestellt.

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