Demenzcafé betreut Erkrankte und entlastet Angehörige

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Die Gemeindemitarbeiterinnen Gaby Prehl und Renate Klinker (Gitarre) sangen gemeinsam mit dem Demenzerkrankten.

HEEDFELD - „Das Demenzcafé ist in erster Linie dazu gedacht, Angehörige von Demenzkranken zu entlasten.“ Seit März verschafft das Demenzcafé Augenblick des Kümmerrings der Evangelischen Kirchengemeinde Hülscheid-Heedfeld pflegenden Angehörigen eine kleine „Verschnaufpause“ von der anstrengenden Pflegearbeit. Vierzehntägig – jeweils donnerstags von 14.30 bis 17.30 Uhr – öffnet das Café im Heedfelder Gemeindehaus seine Pforten.

Sieben Demenzerkrankte aus Schalksmühle und Umgebung gehören inzwischen zum festen Besucherkreis, der regelmäßig im Café zusammenkommt. „Die Gruppe hat sich gefunden, die Angstschwelle ist weg“, berichten die geschulten Mitarbeiter, die gern noch weitere Teilnehmer im Café begrüßen würden. „Das Café läuft total gut. Die Leute freuen sich, dass sie hierher kommen“, so Martina Auers Empfinden. Nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken, mit dem Mitarbeiter und Gäste in den Nachmittag starten, folgt stets ein kleines Programm mit Bezug auf die Jahreszeit und ihre Besonderheiten. „Wir singen, musizieren und machen kleine, nicht anstrengende Bewegungseinheiten“, erzählt Gaby Prehl, die wie Martina Auer, Edith Adam und Renate Klinker zum Kreis des 12- bis 15-köpfigen Mitarbeiterteams gehört. „Es hat sich herausgestellt, dass themenbezogene Arbeit gut ist.“ Da Sommer ist und viele verreisen, stand am Donnerstag das Thema „Wenn einer eine Reise tut“ auf dem Programm. Über (frühere) Urlaubsziele, Erlebnisse und Erinnerungen kamen Mitarbeiter und Besucher auf entspannte Weise miteinander ins Gespräch. „Wenn einer eine Reise tut, wo wären Sie da?“, lautete die Frage in die Runde. „Die Gespräche sind wichtig.“ Heitere Wasserspiele sorgten bei der Hitze für eine willkommene Erfrischung. Zu Pianountermalung durch die 96-jährige ehemalige Musiklehrerin Irene Nast und Gitarrenklänge von Renate Klinker machten Lieder die Runde. Bei jedem Cafénachmittag unterstützt eine ausgebildete Fachkraft die Helfer aus den Reihen der Gemeinde. Am Donnerstag fiel Erdmuthe Steins vom Seniorenhaus Muhle diese Aufgabe zu. Heike Schäfer (Seniorenhaus Muhle) und die gelernte Krankenschwester Angelika Prosowski sind weitere Fachfrauen im Demenzcafé. Wenn jemand Interesse hat, den Dienst des Demenzcafés in Anspruch zu nehmen, findet zunächst ein Hausbesuch statt. „Schwerstpflegefälle können wir nicht aufnehmen“, sagt Gaby Prehl. Bei den Gesprächen geht es darum, den Betroffenen, seine Krankengeschichte und den medizinischen Hintergrund kennenzulernen. „Es geht auch darum, die Hemmschwelle zu überwinden.“ In der Regel – das ist Ziel und Anliegen des Cafés – sind die Angehörigen bei den Treffen im Heedfelder Gemeindehaus nicht dabei und können in den drei Stunden freier Zeit etwas erledigen. Nähere Infos über das Café gibt es unter der Rufnummer 01 60 / 98 99 22 97.

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