Deftiger Imbiss im Bürgerzentrum

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Marianne Buchholz (links) und Christa Beckmann sind die Herrinnen der Küche. ▪

HALVER ▪ 15 Kilogramm Kartoffeln, 40 Mettwürstchen, 40 Stück Schinkenspeck, Grünkohl, zwei Flaschen Öl, Salz, Zucker und Pfeffer: Der Einkaufzettel von Sandra Beuter ist lang. Die Leiterin des Bürgerzentrums muss sich beeilen. Die Köchinnen im Bürgerzentrum warten bereits auf ihre bestellte Ware. Die Zeit drängt, pünktlich um 10.30 Uhr kommen die ersten Gäste. Denn der Imbiss im Bürgerzentrum hat Tradition.

Bereits vor der Tür des Bürgerzentrums duftet es nach frischem Grünkohl. Beim öffnen der Tür weht den Besuchern eine schmackhaft duftende Dampfwolke entgegen. Während die ersten Gäste Platz nehmen, herrscht in der Küche reges Treiben. Die Bratkartoffeln müssen gewendet werden, der Speck will nicht so richtig schmoren und der Grünkohl droht anzubrennen. Marianne Buchholz und Christa Beckmann haben alle Hände voll zu tun. Seit Jahren engagieren sie sich ehrenamtlich als Köchinnen für den Imbiss. „Ich habe vor zwei Jahren in der Zeitung gelesen, dass hier Helfer gebraucht werden. Und ich war schon länger auf der Suche nach einem sinnvollen Ehrenamt“, erinnert sich Marianne Buchholz. Noch heute kann sie sich genau an ihren ersten Tag im Imbiss erinnern: „Es gab Reibeplätzchen. Die waren der Renner, kurz vor 12 Uhr waren bereits alle weg.“ Der Tag habe ihr so gut gefallen, dass sie blieb. Seitdem teilt sie sich das kleine Küchenreich mit Christa Beckmann.

Bereits einen Monat vor dem Imbiss beginnen die Köchinnen mit den Vorbereitungen. Zunächst gilt es, ein geeignetes Gericht zu finden. Dabei schwören die beiden Rentnerinnen auf „die gute alte Hausmannskost“. Zudem müssen die beiden die anderen Essensangebote in Halver im Blick behalten, denn Dopplungen kommen bei den Gästen nicht gut an. Ist ein Gericht gefunden, werden Einkaufslisten geschrieben. „Mittlerweile ist das leicht, aber zu Beginn sah das ganz anders aus“, erinnert sich Beckmann. Sie habe zwar kochen können, aber ein Gericht für 40 Personen zu kalkulieren und zuzubereiten, sei dann doch eine größere Herausforderung gewesen.

Während Christa Beckmann erzählt wirbelt sie von einer Ecke in die andere, wendet Kartoffeln, salzt das Gemüse und brät den Speck an. Die ersten Gäste warten bereits, jetzt ist Eile geboten. Doch die Handgriffe sind routiniert, so schnell bringt sie nichts aus der Ruhe. Damit das Pensum überhaupt zu schaffen ist, treffen sich die Frauen bereits einen Tag zuvor zum Kartoffeln schälen. In einer Stunde schaffen sie 15 Kilogramm. Buchholz: „Das ist nicht lästig, es macht Spaß. Wir erzählen uns ein paar Dönnekes und dann vergeht die Zeit, wie im Flug.“

„Die beiden sind die Küchen-Engel von Halver. Besser könnten wir es Zuhause auch nicht kochen“, lobt ein Gast. Ein Lächeln huscht über das Gesicht von Christa Beckmann. Genau dies sei der Moment, in dem sie wisse, wofür sie sich die Arbeit mache.

So langsam kehrt in der Küche Ruhe ein. Im Gastraum herrscht jedoch noch Hochbetrieb. Die Köchinnen sind sich einig: „Was gibt es schöneres, als zu sehen, dass die Gäste unser Essen und die Gesellschaft in vollen Zügen genießen?“ ▪ Lydia Machelett

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