Déborah Rosenkranz berichtet ohne Tabu über Bulimie-Erkrankung

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Déborah Rosenkranz mit Gerd Uellenberg vom Vorbereitungsteam des Bever-Forums. Nicht nur ihn hatte das Zeugnis der Deutsch-Französin tief berührt.

Halver -  Wie sie dem Teufelskreis aus Magersucht und Bulimie entkam, schilderte die „singende Flugbegleiterin“ Déborah Rosenkranz am Samstagabend beim Bever-Forum der Freien evangelischen Gemeinde Bever auf eindringliche, berührende Art.

Von Monika Salzmann

Angesichts des weit verbreiteten Schlankheitswahns gehören Diäten für viele zum täglichen Leben. Wenn das Hungern nicht aufhört, obwohl die Waage das Wunschgewicht anzeigt, ist meist eine Magersucht nicht weit. Vor allem junge Frauen und Mädchen sind von der gefährlichen Essstörung, die zum Tod führen kann, betroffen. Ähnlich fatal ist das Krankheitsbild Bulimie.

„Music & Message“, aussagekräftige Lieder und Zeugnis brachte die Pastorentochter Déborah Rosenkranz, die bereits drei Alben und das autobiografische Buch „So schwer, sich leicht zu fühlen“ veröffentlicht hat, unter einen Hut. Mit großer Stimme und einem schonungslosen, authentischen Lebensbericht nahm sie ihre Zuhörer im voll besetzten Versammlungssaal für sich ein. In Wort und Gesang gab sie ein beredtes, lebendiges Zeugnis ihres Glaubens ab. Dem Motto gemäß: „Ich möchte Musik machen, deren Inhalte länger nachklingen, als ihre Töne selbst“ sang sie sich in die Herzen ihres Publikums. Einleitend berichtete Gerd Uellenberg aus dem Vorbereitungsteam des Bever-Forums über das Zustandekommen des Abends. Von der Sendung „Mensch, Otto“ auf Bayern 3, wo Déborah Rosenkranz Moderator Thorsten Otto Rede und Antwort stand, war die Rede. Schon damals habe ihn das Zeugnis der Deutsch-Französin tief berührt, so Uellenberg.

Wie sie als Vierzehnjährige durch eine verletzende Äußerung über ihr Gewicht in die Magersucht hineinrutschte und innerhalb kürzester Zeit 30 Kilogramm Gewicht verlor, erzählte die 32-Jährige offen und ohne Tabu. Am Abdriften in die Sucht und körperlichem Verfall ließ sie teilhaben. Letztlich gab ihr der eigene Arzt keine Überlebenschance mehr. Ohne Therapie – selten genug – kämpfte sie sich durch den Glauben zurück ins Leben. Dennoch blieb sie von einem Rückfall in die Bulimie – Fressattacken und Erbrechen – nicht verschont. Sieben Jahre ihres Lebens kämpfte sie mit Essstörungen. Auch am Glanz und Glamour ihres Lebens als „singende Stewardess“ ließ Déborah Rosenkranz ihre Zuhörer teilhaben.

Von Höhen und Tiefen des Showbusiness, diversen TV-Auftritten – unter anderem bei Stefan Raab – und dem Willen, sich nicht verbiegen zu lassen und zu ihren Werten zu stehen, war die Rede. „Ich habe festgestellt, dass Musik hängen bleibt, wenn eine Botschaft darin enthalten ist“, erklärte sie. Einschneidende Erlebnisse konfrontierten sie überdies mit den letzten Dingen des Lebens. Live zu Playback-Musik sang Déborah Rosenkranz ihre meist englischsprachigen, eingängigen Lieder. Jeder Song war eine Einladung, sich selbst anzunehmen, sich nicht vom Spiegel und dem Urteil anderer diktieren zu lassen und zu beten, wenn alles ringsherum düster und ausweglos erscheint. Ihre schöne, warme Stimme rührte ebenso an wie die Botschaft der Lieder. Nach dem Auftritt nahm sich die Sängerin ausgiebig für Gespräche und Begegnung Zeit.

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