Zweiter Lockdown im Seniorenzentrum

Corona-Fall im Seniorenzentrum im MK: Erste Testergebnisse sind da

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[Update 13.14 Uhr ]Halver/Märksicher Kreis - In einem Seniorenwohnheim in Halver wurden am Donnerstag zwei Corona-Fälle bei Pflegekräften gemeldet. Bewohner und Mitarbeiter wurden nun vom Gesundheitsamt getestet. Die ersten Ergebnisse sind da. 

Dabei handelt es sich um Fälle im Seniorenzentrum Bethanien. In der Einrichtung an der Bachstraße fand am Donnerstag eine Sitzung der Verantwortlichen des Seniorenzentrums statt. Tests wurden am Donnerstag und Freitag durchgeführt. Die ersten Ergebnisse sind da.  

Demnach ist doch nur eine Pflegekraft mit dem Virus infiziert. Die Kraft aus Halver wurde negativ getestet. Es gibt also nur einen Corona-Fall im Bethanien.

Am Donnerstag wurden alle 37 Bewohner und 18 Mitarbeiter des betroffenen Wohnbereichs getestet, teilt das Gesundheitsamt des Märkischen Kreises mit. Etwa 130 Tests werden Freitag bei Bewohnern und Mitarbeitern der anderen Wohnbereiche durchgeführt.  

Die ersten Testergebnisse von Donnerstag liegen vor: "Alle sind negativ", freut sich Stefanie Thiemann am Freitagmittag. Die Test-Ergebnisse von Freitag stehen noch aus.

Den beiden Pflegekräften geht es gut

Mit den Infizierten steht man in Kontakt. „Allen Beteiligten geht es von der Symptomatik her gut“, betont Hartmut Fehler, Mitglied des Vorstands des Diakonischen Werks Bethanien, und bezieht sich dabei auch auf alle anderen Mitarbeiter und Bewohner der Einrichtung in Halver. 

Für die Einrichtung an der Bachstraße bedeuten die zwei Corona-Fälle einen weiteren Lockdown: „Das Haus ist komplett geschlossen“, sagt Stefanie Thiemann. Das betreffe auch die Tagespflege, die ebenfalls Teil der Einrichtung ist. Mit den Tagespflege-Gästen sowie den Angehörigen hätten Mitarbeiter bereits gestern das Gespräch gesucht. Alle betroffenen Personen seien versorgt, sagt Hartmut Fehler. Die Einrichtung werde regelmäßig Kontakt zu den Tagespflege-Gästen und ihren Angehörigen halten – bis die Tagespflege wieder geöffnet werden kann. 

Die Situation für das Personal

„Die Mitarbeiter dürfen arbeiten und gehen anschließend nach Hause“, erklärt Stefanie Thiemann zur aktuellen Situation des Bethanien-Personals. Bei sieben Mitarbeitern ist das so vorsorglich der Fall. Das restliche Personal darf sich frei bewegen, einkaufen gehen und andere Dinge wie gewohnt erledigen. Darauf weist Thiemann am Freitag hin.

Die Wohnbereiche der Einrichtung sind räumlich getrennt voneinander. Auf dem betroffenen Wohnbereich – auf dem die zwei erkrankten Pflegekräfte arbeiten – dürfen sich die Bewohner frei bewegen. Besucher sind nicht erlaubt. Wie sich die beiden Infizierten das Coronavirus eingefangen haben, ist noch unklar. „Sie waren nicht im Urlaub oder in einem Risikogebiet“, sagt die Einrichtungsleiterin. Nachdem heute die restlichen Corona-Tests vom Gesundheitsamt in der Einrichtung durchgeführt werden, heißt es Warten auf die Ergebnisse. 

Das Seniorenzentrum Bethanien ist für alles gerüstet: „Isolationsbereiche stehen zur Verfügung“, sagt Hartmut Fehler. „Da können wir schnell reagieren“ – wenn ein Bewohner positiv auf Corona getestet werden sollte. 

Nicht der erste Fall für den Träger

Das Diakonische Werk Bethanien ist Träger vieler solcher Einrichtungen. Die Verantwortlichen haben eine solche Situation bereits durchgemacht. „Wir hatten ein ähnliches Prozedere in anderen Einrichtungen“, sagt Fehler. Dort hätten die Beteiligten es „in den Griff bekommen“. Um dieses Wissen zu nutzen, kam Andreas Meier gestern sofort nach Halver. Er ist zuständig für den Transfer von Informationen, gleicht Methoden ab und hilft bei der Umsetzung der Maßnahmen. 

„Zu Anfang von Corona war das große Problem das Schutzmaterial“, sagt Hartmut Fehler. „Zum Glück haben wir in Halver genug Material vor Ort.“ Dabei geht es um Schutzmasken, Desinfektionsmittel und Schutzkittel. So könne für die Mitarbeiter in den kommenden Tagen „ein optimaler Schütz geboten werden“, erklärt das Vorstandsmitglied. 

Alle wichtigen Punkte haben die Verantwortlichen gestern Mittag besprochen. Neben Stefanie Thiemann, Hartmut Fehler und Andreas Meier saßen Kirsten Schulte, Leiterin der Tagespflege im Bethanien, sowie Linda Hauf, Pflegedienstleiterin, mit am Tisch. 

Zweiter Fall in einem Halveraner Seniorenzentrum

Ende März gab es bereits einen Corona-Fall in einer Senioreneinrichtung in Halver. Damals war eine Bewohnerin des Hauses Waldfrieden mit dem Virus infiziert. Sie musste 14 Tage in Quarantäne bleiben. Angesteckt hatte sich die Seniorin bei ihren Angehörigen, die im Nachhinein zum Teil auch positiv auf das Coronavirus getestet wurden. 

Seit Mittwoch gibt es zehn neue labortechnisch-gemeldete Coronafälle im Märkischen Kreis, heißt es in einer Pressemitteilung von Donnerstag Vormittag – darunter auch einer der Fälle aus dem Seniorenzentrum in Halver. Die zweite infizierte Pflegekraft im Haus Bethanien wurde dem Kreis erst im Laufe des Donnerstags gemeldet, sagt Ursula Erkens, Pressesprecherin des Märkischen Kreisen, auf Nachfrage. Außerdem komme diese zweite Pflegekraft nicht aus dem Märkischen Kreis. Daher werde diese Person auch nicht vom Gesundheitsamt im Kreis aufgelistet. 

Corona-Zahlen im MK

Sechs Neuinfektionen in Iserlohn und drei in Plettenberg kommen hinzu. Derzeit sind damit 39 Männer und Frauen im Märkischen Kreis an dem Virus erkrankt. Mit ihnen stehen 81 Kontaktpersonen unter Quarantäne. In Quarantäne befinden sich außerdem 86 Auslandsrückkehrer, die aus Corona-Risikogebieten zurückkamen. 

675 Corona-Fälle im MK seit Ausbruch

Seit dem Ausbruch der Pandemie zählt der Märkischen Kreis insgesamt 675 Corona-Fälle. 605 Männer und Frauen haben das Virus überstanden. 31 Personen sind in Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben. Mit Balve, Hemer, Herscheid, Meinerzhagen, Nachrodt-Wiblingwerde und Neuenrade sind derzeit sechs Kommunen coronafrei.

Alle Informationen rund um die Pandemie fasst der Märkische Kreis auf seiner Internet-Seite unter www.maerkischer-kreis.de zusammen.

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