Vorbereitungen in Arztpraxen mit Isolierungszimmer

Coronavirus: So wappnen sich Halveraner Arztpraxen

Betreten Sie keine Arztpraxis, wenn Sie Symptome haben, die auf eine Erkrankung mit dem Coronavirus hindeuten.
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Betreten Sie keine Arztpraxis, wenn Sie Symptome haben, die auf eine Erkrankung mit dem Coronavirus hindeuten.

Halver - Der Weg von besorgten Halveranern führt oft in Arztpraxen. Wir haben nach der aktuellen Stimmung bei den Hausärzten gefragt. Sie haben klare Anweisungen und raten allen Bürgern, Ruhe zu bewahren.

In der Arztpraxis von Dr. Wilhelm Tilenius ist die Situation „gruselig“, wie eine Arzthelferin sagt. „Die Leute sind verunsichert und haben Angst.“ Viele Fragen würden die Patienten stellen. Sie wollten wissen, wie sie sich schützen können und ob sie sich impfen lassen können. Auch, ob sie überhaupt noch rausgehen oder einkaufen gehen können. Die Praxis übernimmt bei solchen Fragen eine beratende, aber auch eine beruhigende Rolle. Von Panik könne man nicht sprechen. Nur von einer Verunsicherung. Die Praxismitarbeiter weisen neben den Hygieneanweisungen auch auf eine Ernährung hin, die das Immunsystem stärken soll – frisches Obst und frisches Gemüse.

Auch in der Gemeinschaftspraxis von Dr. Reiner Böhm, Dr. Matthias Zöpfgen und Kerstin Hefendehl sprechen viele Patienten das Thema an. Matthias Zöpfgen verspürt keine Panik. Das Thema bekomme eine hohe Aufmerksamkeit aber die Lage sei entspannt. „Wir sind vorbereitet. Das ist unser Job“, sagt Zöpfgen.

Genaue Anweisungen für Praxen

Für Praxen gibt es genaue Anweisungen, wie sie mit dem Coronavirus umzugehen haben. An der Tür der Gemeinschaftspraxis klebt ein Hinweisschild. Auf diesem steht neben einer Hand, die „Stop“ symbolisieren soll, die Frage: „Haben Sie Symptome, die auf ein Coronavirus deuten?“ Wenn das der Fall sein sollte, solle man die Praxis nicht betreten, sondern anrufen. Bei den Symptomen geht es nicht nur um hohes Fieber, Husten und Schnupfen, sondern vor allem auch darum, ob man in Kontakt mit einer infizierten Person stand oder sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat.

Betritt der Patient nicht die Praxis, sondern ruft an, tritt Fall 1 ein, der auf einer Checkliste für Hausärzte aufgeführt ist. telefonisch wird dann die Reiseanamnese geklärt. Falls ein Verdacht besteht, wird der Hausarzt den Patient bitten, zu Hause zu bleiben. Der Arzt wird daraufhin das Gesundheitsamt des Märkischen Kreises informieren, welches zu dem Patient nach Hause kommen und einen Test machen wird. Das Gesundheitsamt ordnet dann die weiteren Maßnahmen an.

Nicht die Praxis betreten

Sollte der Patient nicht anrufen, sondern die Praxis trotz des Hinweises betreten, tritt Fall 2 ein. Praxen wird dann dazu geraten, den Patienten zu isolieren. Dafür gibt es in der Gemeinschaftspraxis mittlerweile ein eigenes hergerichtetes Isolierzimmer. In der Praxis von Wilhelm Tilenius wird ebenfalls ein Zimmer für solch einen Fall freigehalten. Mit ausreichend Schutz soll dann die Anamnese durchgeführt werden. Sollte sich ein Verdachtsfall bestätigen, wird das Gesundheitsamt informiert. Zusätzlich soll der Arzt auch mögliche Kontaktpersonen direkt vor Ort ermitteln.

Für Praxen gibt es neben dieser Ablauf-Checkliste auch eine Checkliste fürs Inventar, das geprüft und nach Möglichkeit nachbestellt werden sollte. Ganz oben stehen Atemschutzmasken. Einfache FFP1-Masken reichten demnach aus, wenn Patient und Fachkraft einen Mundschutz dieser Sorte tragen. Die FFP2- und FFP3-Masken sind erforderlich, um sich selbst zu schützen, wenn der Patient keine Maske trägt. Diese Masken sind in der Praxis von Tilenius nicht mehr vorrätig. In der Gemeinschaftspraxis gibt es nach Angaben von Matthias Zöpfgen noch ausreichend Schutzinventar. Schutzkittel, Hauben, Schutzbrillen und Desinfektionsmittel reihen sich in diese Liste ein.

So können Sie sich schützen

Wer keine Beschwerde hat, braucht keine Schutzmaske. Allgemeine Vorsichtsmaßnahmen helfen: Waschen sie häufig Ihre Hände mit Wasser und Seife (30 Sekunden) oder nutzen unterwegs Desinfektionsmittel. Husten und Niesen Sie in ein Taschentuch oder die Armbeuge. Halten Sie Abstand von erkennbar erkrankten Person mit Atemwegsbeschwerden. Zehn Minuten Stoßlüften mehrmals am Tag. Das senkt die Virenzahl in der Luft. Schützen Sie ihre Angehörigen. Senioren sollten Enkel nicht mehr betreuen, Einkäufe abgeben und Menschengruppen meiden. Das Bürgertelefon des Gesundheitsministeriums beantwortet Fragen unter der Rufnummer 0 30 /4 36 46 51 00.

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