Neue Wege in Corona-Zeiten

Halveraner Firma will mit Kreativität durch die Krise kommen

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Die Firma Remonic um Geschäftsführerin Tatjana Hellmann und ihrem Mann Damian (Mitte hinten), der als Gesellschafter und Entwicklungsleiter tätig ist, kämpft mit Ideenreichtum gegen die Existenzsorgen an.

In Zeiten der Corona-Krise sind viele Firmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten und kämpfen um ihre Existenz. Zukunftssorgen plagen Damian Hellmann, Gesellschafter und Entwicklungsleiter des in Halver ansässigen Unternehmens Remonic GmbH, derzeit noch nicht. Dennoch war ihm klar, dass sein sieben Mitarbeiter starkes Unternehmen nur durch kreative Ideen und Umstellungen durch die Krise kommt.

Denn die finanzielle Sicherheit ist weiterhin nicht gegeben, die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle in Deutschland ist weiterhin vorhanden. Die Arbeits- und Pausenzeiten wurden angepasst. „Es war nur eine Frage der Zeit, bis wir auch von der Krise betroffen sind. Mittlerweile haben sich unsere Arbeitszeiten zumindest wieder normalisiert. Den Pausenraum nutzen wir weiterhin nicht, da wir dort nicht den Mindestabstand wahren können“, sagt Alex Bugajow, der seine Ausbildung zum Groß- und Einzelhandelskaufmann im Januar abschloss und in der Folge von Hellmann übernommen wurde.

 „Neben Alex Bugajow haben wir auch unseren zweiten Auszubildenden übernommen. Für ein kleines Unternehmen sind solche Mehrausgaben schon eine große Sache“, weiß Hellmann auch mit Hinblick darauf, dass die Umsatzzahlen durch Corona noch nicht wieder auf das Normalmaß zurückgegangen sind und die Krise auch noch weiter andauern kann. Gerade im Hinblick auf die Krise war es daher auch ein Balanceakt, Investitionen zu tätigen oder abzuwarten – da heißt es kühlen Kopf bewahren, so Hellmann. 

Automobilindustrie als großer Abnehmer

Im Arbeitsalltag ist die 2014 in Lüdenscheid gegründete Firma auf die Herstellung und Montage von Arbeitsplatz- und Regalsystemen, Hubtüren, Maschineneinhausungen und Anlagen aus Aluminium-Systemprofilen spezialisiert. Zur Kundschaft gehört die Industriebranche, ein großer Abnehmer ist dabei die Automobilindustrie. 

„Es war eine Abwägungssache. Wir wussten, dass es zu Lieferschwierigkeiten kommen könnte, aber mussten gleichzeitig investieren. Mit dem Shutdown wurden die Investitionen auf Eis gelegt. Im Anschluss kam in der ganzen Industrie eine Art Euphorie auf und es wurde mehr bestellt. Wir wissen allerdings nicht, wie lange diese Phase anhält.“

Aber in der Krisenzeit wurde bereits früh umgedacht und das eigene Angebot erweitert und spezialisiert. „Wir sind vom reinen Maschinenbauer auch krisenbedingt zur Ideenschmiede geworden und haben die kurzen Wege, die wir in unserer Firma haben, effizient genutzt“, erklärt Hellmann, dessen Frau Tatjana als Geschäftsführerin im Unternehmen tätig ist. 

Schutztrennwand zählt seit Langem zum Portfolio

Ein Produkt, das schon längere Zeit zu den Remonic-Standards zählt, ist die Schutztrennwand, die in der Corona-Zeit einen besonders großen Kundenmarkt anspricht. Die Modelle wurden auf Kundenwunsch angepasst und angefertigt. Dies ist einer der Vorteile von Hellmanns Firma, da die Modelle aus der Aluminium-Profil-Technik entstehen, welche Hellmann als „Lego für Große“ bezeichnet. 

Die Trennwände stellte der Gesellschafter auch kostenfrei dem Kindergarten zur Verfügung, in den eines seiner beiden Kinder geht. „Dies war und ist eine weitere Herausforderung in dieser besonderen Zeit. Ich konnte zwar vieles im Homeoffice erledigen, aber gleichzeitig waren unsere Kinder zu Hause, die auch betreut werden wollen.“ 

Eine weitere Herausforderung, die das erst seit 2018 in Halver beheimatete Unternehmen im Verbund meistern muss. Die ersten vier Jahre in Lüdenscheid war Remonic noch flächenmäßig kleiner und beengter aufgestellt, sodass ein Umzug unausweichlich wurde. „Das war die richtige Entscheidung, hier in Halver gefällt es uns sehr gut“, so der Gesellschafter, der seine Firma eventuell noch um zwei bis drei Mitarbeiter erweitern möchte, aber nicht noch höhere Mitarbeiterzahlen anstrebt. 

„Gerade in der Krisenzeit haben wir gemerkt, dass die kurzen Wege in unserem Unternehmen auch von Vorteil sein können und wir so sehr flexibel reagieren können.“

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