Wegen Corona: Nur abgespeckter Ferienspaß möglich

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Als Piraten in einem Boot, eng beieinander: Solche Aktionen werden bei den Ferienangeboten in diesem Sommer voraussichtlich nicht möglich sein.

Halver/Schalksmühle – Ferienaktionen stehen aufgrund der Corona-Krise auf der Kippe. In Halver ist noch nicht bei allen Angeboten das letzte Wort gesprochen, in Schalksmühle haben sich die Verantwortlichen für eine „abgespeckte Corona-Alternative“ entschieden.

Während einige Angebote bereits abgesagt wurden, ist bei anderen noch alles offen – für Kinder und Eltern in den Sommerferien ein Problem. Auf der Internetseite der Stadt Halver steht unter dem Punkt Ferienspaß: „Die nächsten Angebote folgen in Kürze.“ Aber nach jetzigem Stand wird wohl nichts mehr kommen. In Halver wohnen rund 600 Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren. Sie haben somit theoretisch den Anspruch auf sechs Wochen Betreuung während der Schulferien. Sie alle werden wahrscheinlich nicht am Ferienspaß teilnehmen können, wie er ursprünglich geplant war. Um Alternativen wird sich allerdings bemüht. 

Coronavirus im MK: Verlässliche Planung ist schwierig

Zum ersten Mal wollte die gemeinnützige Sentiris GmbH den Ferienspaß in Oberbrügge übernehmen. Gemeinsam mit Kerstin Herbert, Leiterin des Jugendzentrums „Die Insel“, wurden drei Wochen Ferienspaß geplant. Aber alles, was vor allem in der Insel stattfinden sollte, kann nicht stattfinden, sagt Kristian Hamm, Geschäftsführer von Sentiris. Darunter fallen Ausflüge zur Phänomenta nach Lüdenscheid und die Anreise mit dem Zug, der in Oberbrügge hält. Auch ein gemeinsames Projekt mit dem Kräutermann wird nicht stattfinden. Lediglich der Zauberworkshop mit Arndt Clever, der eine Woche laufen soll, sei noch in der Schwebe, sagt Hamm. „Wir müssen abwarten, wie sich die Situation entwickelt.“ Endgültig entscheiden will man über den Ferienspaß in Oberbrügge am 12. Juni. Auch wenn die Aktionen alle abgesagt werden, „Wir werden auf jeden Fall irgendwas anbieten“, sagt Hamm. „Und wenn es nur Volleyball spielen in Oberbrügge ist.“ Jetzt sei es nur schwer, verlässlich zu planen. 

Auf Lockerungen flexibel reagieren

Aber auf weitere Lockerungen und Regeln will man in Oberbrügge flexibel reagieren, um, so gut es geht, etwas für die Kinder ins Leben zu rufen, wenn sie Sommerferien haben. Solche Überlegungen hat auch Arndt Spielmann, Leiter des Jugendcafés Aquarium und Koordinator der Ferienspaßaktionen in Halver. Das eigentliche Programm „ist unter diesen Bedingungen nicht möglich“, sagt er. Viele Ideen habe er, die man anbieten könnte. „Mir fällt viel ein, kann es dann aber gleich wieder streichen.“ Auch er will den Kindern etwas anbieten, soweit es unter den erschwerten Bedingungen möglich ist. Das soll dann frei und ohne Anmeldung sein. Ihm schwebt vor, sich draußen zu treffen und vielleicht einen Tanz einzustudieren. „Damit die Kinder wenigstens mal für ein paar Stunden etwas anderes erleben.“  In den vergangenen Tage war er jedoch vor allem damit beschäftigt, die Öffnung des Jugendcafés zu planen. Heute ist es soweit: Kreisjugendamt und Stadtverwaltungen haben grünes Licht gegeben. Klar ist ihm auch dabei: „Alles, was das Jugendcafé ausmacht, können wir nicht machen.“ Kein Kind könne einfach kommen, sich ein Spiel aus dem Regal nehmen und mit anderen spielen. 

Stattdessen wird es auch im Jugendcafé eine Maskenpflicht geben, die Hände werden am Eingang desinfiziert und die Kinder und Heute soll das Café öffnen, nächste Woche am Dienstag und Mittwoch. Die Zeiten will er staffeln und in direkten Absprache mit den Jugendlichen regeln. Gedanken macht er sich vor allem bei drei, vier Jugendlichen, die er acht Wochen auch auf der Straße nicht gesehen hat, wo er nach wie vor seinem mobilen Angebot nachgeht, um dort Präsenz zu zeigen und Gespräche sucht. 

Auch wenn er sich anfangs nicht vorstellen konnte, dass Kinder von dieser Zeit beeinflusst werden konnten, sagt er jetzt: „Mittlerweile glaube auch ich, dass das die Generation prägen wird.“ Keine Schule, keine Freizeitaktivitäten, kein Leben wie sie es gewohnt sind. Umso stärker nun seine Bemühungen mit dem Jugendcafé und einem alternativen Programm in den Ferien. 

Ferienspaß war auch vonseiten der Katholischen Kirchengemeinde Christus König geplant. Wie es weitergeht, sei noch nicht endgültig entschieden, sagt Pfarrer Claus Optenhöfel. „Wir überlegen noch, aber vermuten, dass es ausfallen wird. Der 1,50 Meter Abstand macht so viel einfach unmöglich.“ Man überlege aber auch in der Pfarrei, mit kleineren Gruppen etwas zu ermöglichen. Das soll zügig entschieden werden, weil auch Eltern bereits anfragen und fragen, wann und ob man sich für den Ferienspaß anmelden kann. „Bis nächste Woche wissen wir es genau.“ 

Jugendzentrum Wansbeckplatz will Alternative schaffen

„Wir standen vor der Entscheidung, den Ferienspaß abzusagen oder einen Plan B zu erarbeiten. Wir haben uns für Plan B entschieden“, macht Kerstin Busse, Leiterin des Jugendzentrums Wansbeckplatz, deutlich. Traditionell findet in den ersten beiden Sommerferien-Wochen der Ferienspaß statt – zuletzt nutzten etwa 90 Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Jahren das Angebot. Auch für dieses Jahr waren bereits etwa 40 Anmeldungen eingegangen – „auch wenn zu diesem Zeitpunkt die Unsicherheit und Zurückhaltung bereits spürbar war“. 

Nach Wochen des Hoffens und Abwartens stand man vor der Frage, wie es weitergeht. „Wir waren uns alle einig, dass wir den Ferienspaß nur ungern absagen und stattdessen eine Corona-Alternative anbieten möchten“, verweist Busse auf den Stellenwert der Veranstaltung. „Das gehört einfach dazu.“ Folgendes ist nun geplant: In den ersten drei Ferienwochen findet für jeweils 20 Kinder eine Woche Ferienspaß statt. Insgesamt hätten damit 60 Mädchen und Jungen die Möglichkeit, das Angebot wahrzunehmen – und zwar von 9 bis 16 Uhr im Jugendzentrum.

Positive Rückmeldungen 

 „Das Angebot wird natürlich entsprechend an die Hygiene- und Abstandsregeln angepasst, um die Gefahren so gering wie möglich zu halten“, verweist Busse beispielsweise auf die besonderen Abstände beim Mittagessen oder den Verzicht auf Getränkebecher. „Jedes Kind wird seine eigene verschließbare Flasche mitbringen.“ Und auch beim Kreativ- und Spielangebot werde darauf geachtet, die Abstände einzuhalten. Auf eine Tagesfahrt wird zudem verzichtet. „Aber ich bin sicher, dass die Kinder trotzdem Spaß haben werden.“ Eltern, die ihre Schützlinge bereits für den Ferienspaß angemeldet hatten, werden derzeit kontaktiert, ob sie die Option des einwöchigen Angebots annehmen. 

Die Rückmeldungen seien jedoch positiv. Viele hätten bereits mit einer Absage gerechnet und seien nun dankbar über die Alternative. „Sollte es nach allen Rückmeldungen noch Plätze geben, werden wir das in der nächsten Woche bekannt geben. Erst dann werden Nachmeldungen möglich sein“, betont Busse. Aufgrund der unsicheren Entwicklungen wurde die Jugendfreizeit nach Grömitz bereits frühzeitig abgesagt. „Die hatten wir jedoch noch nicht beworben, sodass es auch keine Anmeldungen gab.“

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