Coronavirus im MK

Rathäuser sind vorbereitet - Kirmes und Schützenfest abgesagt

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Im Gespräch mit den Krisenstäben.

Halver/Schalksmühle - Seit mehr als vier Wochen dominiert das Thema Coronavirus den Alltag der Menschen – und die Arbeit in den Rathäusern. Auch nach den Osterfeiertagen sind die Krisenstäbe in Halver und Schalksmühle tätig. Zeit für eine Zwischenbilanz – mit Blick auf die kommenden Wochen.

Die Ordnungsamtskräfte hatten am vergangenen Wochenende keine größeren Einsätze. „Was wir an den Feiertagen erlebt haben, war wirklich klasse. Wenn vereinzelt Jugendliche über die Stränge schlagen, lassen auch sie gut mit sich reden und sind einsichtig.“ 

Besonders lobend hebt Halvers Bürgermeister Michael Brosch die Zusammenarbeit im Krisenstab hervor. „Wir haben wirklich eine tolle Truppe beisammen und alles mit eigener Man-Power über die Feiertage gestemmt. Die Zusammenarbeit mit der Polizei läuft zudem wirklich gut.“ 

Rückgang der registrierten Infizierten in Halver

Auch der Rückgang der infizierten Personen von 24 auf 13 registrierte Fälle in Halver erfreut den Bürgermeister, wenngleich er einschränkend ergänzt: „Man darf das nicht überbewerten. Natürlich haben mich die Zahlen positiv gestimmt. Aber wir müssen genauso weiter arbeiten.“ 

In vielen Gesprächen mit älteren Personen merkt Brosch, dass diese im Vergleich zu jüngeren Generationen entspannter mit der Gesamtsituation umgehen. „Sie sagen mir zum Beispiel, dass dies ihr letztes Osterfest sein könnte und sie sich über jedes Lebensjahr freuen, das noch hinzukommt. Diese Haltung ist sehr bemerkenswert.“ Brosch weiß aber auch, dass diese Haltung nicht von den Jugendlichen zu erwarten ist. „Den jetzigen Zustand können wir nicht noch ein Dreivierteljahr aufrecht erhalten. Das wäre vor allen Dingen aus psychologischer Sicht nicht gut.“ 

Er fordert von der Bundesregierung einen klaren Plan, damit die Kommunen dementsprechend handeln und Vorplanungen treffen können. „Für mich machen Lockerungen nur Sinn, wenn sie schrittweise getätigt werden. Nur so haben wir es hinbekommen, dass in unserem Land im Gegensatz zu anderen Ländern die Zahl der Erkrankten nicht exponentiell gewachsen ist. Alle sprechen darüber, dass eine Herdenimmunität erst hergestellt ist, wenn sich über 60 Prozent der Bevölkerung infiziert sind. Bei dieser Zahl sind wir ja längst noch nicht angekommen, auch wenn es mit Sicherheit eine hohe Dunkelziffer an Infizierten gibt.“ 

Kirmes-Absage in Halver

Von der Absage aller Großveranstaltungen ist auch die Halveraner Kirmes betroffen. Die Absage der Kirmes ist für den Bürgermeister „ausgesprochen schade“, da es sich „um das absolute Flaggschiff in unserem Veranstaltungskalender handelt“. Allerdings hätte eine Durchführung der Kirmes dazu führen können, dass die Veranstaltung beschädigt worden wäre, denn: „Eventuell wären nur die Hälfte der Schausteller gekommen und viele Besucher wären sicherheitshalber auch zu Hause geblieben. So müssen wir einmal zusammen da durch und feiern im nächsten Jahr dafür umso mehr.“ 

Glörtalsperre wird regelmäßig kontrolliert

Auch die Mitarbeiter der Schalksmühler Ordnungsbehörde erlebten ruhige Osterfeiertage. Dem Ordnungsamt sei nichts gemeldet worden und der beauftragte Sicherheitsdienst habe keine Einsätze gehabt, sagt Silvia Gonzalez, als Fachbereichsleiterin für Bürgerdienste und Soziales auch verantwortlich für das Ordnungsamt. „Wir haben zudem an der Glörtalsperre kontrolliert. Selbst dort war kaum eine Menschenseele.“ 

Auch die Polizei sei vor Ort ebenso wie zusätzliche Sicherheitsleute. „Ich hatte befürchtet, dass aufgrund des schönen Wetters unter anderem Grillpartys Überhand nehmen würden. Doch die Leute haben sich ruhig und vernünftig verhalten. Damit bin ich sehr zufrieden. Die Vorfälle halten sich generell in der Gemeinde vergleichsweise in Grenzen.“

Atemschutz-Masken bereits bestellt

Auf Lockerungen des Kontaktverbotes hat sich die Gemeinde in manchen Bereichen längst vorbereitet. Zwar gebe es keinen Masterplan, doch es wurden schon FFP2-Atemschutz-Masken und Handdesinfektionsmittel bestellt, erklärt Silvia Gonzalez, die auch Mitglied des Schalksmühler Krisenstabs im Rathaus ist. „Die Marktlage ist bekanntlich schwierig. Ich habe versucht, nur bei seriösen Händlern und Vertrieben aus der Region zu ordern.“

Bei einem Start des Unterrichts sowie der Kindergarten-Betreuung und einer Maskenpflicht für das Lehrpersonal und Erzieher, sei die Frage, wer für die notwendige Ausstattung sorgt – der Kreis oder die Gemeinde. Auch die langfristige Bereitstellung von Flächendesinfektionsmittel für den vermehrten Einsatz in Schulen stelle für die Gemeinde eine schwere Aufgabe dar. Grundsätzlich werde es heute eine Telefonkonferenz mit dem Märkischen Kreis und den Ordnungsämtern der Kommunen über das weitere Vorgehen geben, sagt die Fachbereichsleiterin. 

Schalksmühle: Krisenstab tagt heute per Video-Chat

Auch der Krisenstab der Gemeinde findet sich heute per Videochat zusammen, um zunächst einmal alles Nötige vorzubereiten. Silvia Gonzalez wünscht sich in den kommenden Tagen handfeste und zeitnahe Aussagen aus Düsseldorf. „Ich rechne stark damit, dass die Lockerungen in einer Rechtsverordnung festgeschrieben werden. Ansonsten müssen wir dies in einer Allgemeinverfügung tun.“ 

Die Gemeinde ist auf alle Maßnahmen vorbereitet beziehungsweise kann die notwendigen Schritte einleiten, etwa auch bei den weiteren Absagen geplanter Großveranstaltungen in der Gemeinde bis Ende August. Für die Hülscheider Schützen bedeutet das, dass sie mit ihrer Entscheidung, das diesjährige Schützenfest samt Q-Stall-Party nicht stattfinden zu lassen, richtig lagen.

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