Geschäfte öffnen ab Montag

Geschäfte dürfen wieder öffnen - und wollen es auch

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Alisa Kannapin öffnet ihr Geschäft Lene-Fashion am Montag.

Halver/Schalksmühle - Die Entscheidung der Ministerpräsidenten und der Bundesregierung, dass Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern unter bestimmten Auflagen ab Montag, 20. April, wieder öffnen dürfen, sorgt bei den Einzelhändlern in Halver und Schalksmühle für Freude.

Bis Montag müssen die Geschäftsleute noch viele Gespräche führen und Schutzmaßnahmen ergreifen. 

„Die Supermärkte haben mit der Vorgabe, dass jeder Kunde einen Einkaufswagen nimmt, um den Abstand zu wahren, eine gute Lösung gefunden. Ich bin davon überzeugt, dass unseren Einzelhändlern für ihre Geschäfte ähnlich gute Lösungen einfallen“, erklärt Halvers Bürgermeister Michael Brosch, der es zu dem für einen Vorteil hält, dass „wir keine Geschäfte vor Ort haben, wo Hunderte Leute in die Geschäfte strömen “. So seien die Hygienemaßnahmen bei kleineren Geschäften besser zu händeln und umzusetzen. 

Die Halveraner gehen vorsichtig mit der Situation um

Generell begrüßt der Bürgermeister, dass die Halveraner generell vorsichtig mit der Situation umgehen. Die meisten Leute seien noch vorsichtiger, als es ihnen von Gesetzes wegen her vorgegeben sei. „Ein langsames Herantasten an die Situation ist auch richtig, da wir sie immer wieder neu bewerten müssen. Die Restaurants müssen zwar weiterhin geschlossen bleiben, aber die Lieferdienste laufen gut an.“ 

Der Kö-Shop von Silke Berges öffnet auch am Montag.

Silke Berges wird ihren Kö-Shop am Montag definitiv wieder öffnen. Der aus der Not heraus geborene Lieferdienst  - wie ihn viele umsetzen - entpuppte sich als Glücksgriff und wird auch weiterhin fortgeführt. „Der Lieferdienst bleibt natürlich bestehen, weil weiterhin viele Risikopatienten nicht zu mir in den Laden kommen können.“ 

Einen großen Vorteil in ihrem Laden sieht Berges darin, dass sie zwei Eingänge hat und so den Begegnungsverkehr der Kunden besser kontrollieren kann. Zudem werden Begrenzungslinien auf dem Boden installiert und die Türen in regelmäßigen Abständen desinfiziert. „Ich werde über das Wochenende alles vorbereiten und die dementsprechenenden Maßnahmen treffen.“ 

Mit Masken am Arbeitsplatz

Große Vorfreude auf den Montag hat Alisa Kannapin, Besitzerin von Lene Fashion: „Wir freuen uns, endlich wieder für unsere Kunden vor Ort da zu sein. Ich bin dafür sehr dankbar.“ Sie selbst werde genau wie ihre Mitarbeiterin eine Schutzmaske tragen. Neben der einzuhaltenden Mindestabstände werde sie auch darauf achten, dass sich nicht zu viele Kunden gleichzeitig im Verkaufsraum aufhalten. „Wenn ein größerer Andrang sein sollte, werden wir dementsprechend reagieren.“ 

Schuhe Nicolay freut sich auf die Öffnung am Montag.

„Wir werden mit den Geschäftsleuten bis Montag zahlreiche Telefonate führen und mit ihnen alles in Ruhe besprechen“, sagt Schalksmühles Bürgermeister Jörg Schönenberg als erste Reaktion auf diese Lockerung der Kontakteinschränkungsmaßnahmen. Auch rathausintern müsse man seine eigene Strategie überdenken – etwa im Bezug auf neue Kontrollregelungen in Bereich des Ordnungsamts.

Kein Einzelhändler mit mehr als 800 Quadratmetern

Da in der Gemeinde nahezu alle Einzelhändler in verhältnismäßig kleinen Ladenlokalen ihren Geschäften nachgehen – alle weniger als 800 Quadratmetern – müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Im Bezug auf Hygienemaßnahmen oder Kontaktreduzierung durch einen Mindestabstand sollen nun im Rathaus feste Spielregeln aufgestellt werden, die das Ordnungsamt weitergibt. „Wir versuchen, in dieser Sache sehr kommunikativ zu sein“, erklärt der Bürgermeister. 

Von der Lockerung zeigt sich Petra Nicolay, Inhaberin von Schuhe Nicolay, begeistert. „Wir werden auf jeden Fall am Montag wieder aufmachen. Wir freuen uns sehr darüber und hoffen, dass unsere Kunden das annehmen.“ Dennoch werde man den Lieferservice, bei dem die Geschäftsfrau dankbar ist, dass ihn so viele Stammkunden genutzt haben, noch aufrecht erhalten. „Die Kunden haben teilweise schon gesagt, dass sie sich aus verschiedenen Gründen weiterhin beliefern lassen möchten.“ 

Gerüstet für eine Öffnung

Petra Nicolay hat nach eigenen Angaben direkt am Donnerstagmorgen beim Ordnungsamt angerufen. Da dieses aber zu diesem Zeitpunkt noch nichts schriftlich hatte, bezieht sie sich auf andere Informationsquellen. Die Inhaberin geht auf Grundlage dieser davon aus, dass die angesprochenen Auflagen, unter denen sie ihr Geschäft öffnen darf, ähnlich denen für Supermärkte sein werden. Dazu zählen ein Mindestabstand von 1,5 Metern und ausreichende Hygienemaßnahmen durch Hand- und Flächendesinfektionsmittel sowie Handschuhe. Diese habe sie bereits vorrätig, da sie sich in den vergangenen Wochen immer wieder umgesehen hat, wo man etwas bekommt. „Hauptsache gut ausgerüstet“, betont Petra Nicolay. 

Bis konkrete Regelungen getroffen werden, macht sich die Schuhhändlerin Gedanken über weitere Vorrichtungen, so etwa beim Vermessen von Kinderfüßen. „Das machen die Eltern schon teilweise vorab und mailen mir die Größen zu. Wenn es nicht anders geht, dann sind wir mit Handschuhen und Mundschutz dabei.“ Zudem werde es an der Tür Handschuhe für Kunden, die die Ware nicht mit bloßen Händen anfassen möchten, geben. Des Weitern sei auch eine Personenbegrenzung wahrscheinlich. Denkbar wäre es auch, den Kinderbereich vom Rest des Geschäftes abzutrennen. „Ich hoffe, das funktioniert alles. Wir schauen positiv in die Zukunft.“ 

Auch Martina Sirges von Michél Mode für Sie freut sich auf Montag.

Auch Martina Sirges, Inhaberin von Michél Mode für Sie, freut sich auf Montag. „Wir brennen darauf, unter Einhaltung der Vorschriften wieder für unsere Kunden dasein zu können.“ Trotz der Ladenöffnung werde sie auch weiterhin ihren Lieferservice für Kunden, die sich noch nicht vor die Tür trauen, anbieten. 

Schließung war schmerzhaft

Gerade jetzt zur Hauptsaison war die Schließung ihres Modegeschäftes im Ortskern der Gemeinde schmerzhaft. „Die Modenschau im ehemaligen Artis war geplatzt und das Wetter spielte auch noch mit“, so Martina Sirges. Man werde zur Öffnung des Ladenlokals die nötigen Schutzmaßnahmen aufstellen und etwa Masken und Handschuhe da haben. Die Geschäftsfrau stehe nach eigenen Angaben im Kontakt mit dem Ordnungsamt und werde dort heute noch einmal nach den konkreten Spielregeln fragen.

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